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17.09.2017 11:39 Uhr

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Mögliches Fahrverbot träfe Behörden-Flotten unterschiedlich

Potsdam (dpa) Ein Großteil der Behördenfuhrparks in Brandenburg besteht aus Dieselfahrzeugen. Ein mögliches Fahrverbot wäre aber nicht überall ein Schreckensszenario - denn oft sind die Autos nur geleast und könnten im Ernstfall fix ausgetauscht werden.

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Blick auf die Auspuffrohre eines Diesel-Pkw

© dpa

Ein mögliches Fahrverbot für Dieselautos als Folge des Abgasskandals würde die Behörden in Brandenburg und deren Fuhrparks ganz unterschiedlich treffen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. So sind die 169 Dieselfahrzeuge, die der Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) den Landesbehörden zur Verfügung stellt, fast alle geleast. "Im Ernstfall wären wir von einem Fahrverbot betroffen, aber durch die Ein-Jahres-Leasingverträge handlungsfähig", sagte BLB-Sprecherin Ulrike Rehberg.

"Seitens der Hersteller erfolgte noch keine Benachrichtigung, ob und inwieweit Fahrzeuge mit Software-Updates nachgerüstet werden müssen", sagte eine Sprecherin des Potsdamer Finanzministeriums, bei dem der BLB angesiedelt ist. Für Mitglieder der Landesregierung stellt der Betrieb neun Dieselfahrzeuge. Insgesamt verwaltet der BLB bis zu 15 Prozent der von den Landesbehörden genutzten Autoflotte. "Für die restlichen Dienstwagen, aber auch die Polizeifahrzeuge, sind die Behörden in Eigenregie zuständig", erklärte Rehberg.

Im Fuhrpark ihres Betriebes befinden sich auch zwei Elektro- sowie drei Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge. Im August hatte der BLB ein auf zwei Jahre angelegtes Pilotprojekt zum Umgang mit den alternativen Antriebsmodellen gestartet. Am Ende soll eine Kosten-Nutzen-Analyse stehen, die die Grundlage für eine schrittweise Umstellung der Fahrzeugflotte auf alternative Antriebsformen darstellen könnte.

Von einem möglichen Fahrverbot wären auch die 64 Dieselfahrzeuge im Fuhrpark der Potsdamer Stadtverwaltung betroffen. Ein Großteil davon sind Nutzfahrzeuge, wie Stadtsprecherin Friederike Herold sagte. Doch in der Landeshauptstadt habe bereits ein Umdenken stattgefunden. "In diesem Jahr haben wir die ersten vier E-Fahrzeuge mit Akkuantrieb in unseren Fuhrpark aufgenommen", berichtete sie. Bis 2030 soll der Pkw-Bestand der Stadtverwaltung komplett durch akkubetriebene Fahrzeuge erneuert werden.

Fast 60 Prozent der Fahrzeuge in der Flotte der Cottbusser Stadtverwaltung werden mit Diesel betankt. Darunter auch Traktoren und Rasenmäher. "Im Ernstfall wäre die Stadtverwaltung also von einem Fahrverbot betroffen", sagte Stadtsprecher Jan Gloßmann. Seit 2011 würden aber Anschaffungen von Elektrofahrzeugen geprüft und vereinzelt umgesetzt. "In der zukünftigen Planung wird die Antriebsart sicher einen höheren Stellenwert darstellen", so der Sprecher.

Die geleasten Dieselfahrzeuge können laut Gloßmann im Zuge der Ersatzbeschaffung und interner Prüfung 2018 und 2019 einen anderen Antrieb erhalten. Ein Austausch der restlichen 13 betroffenen Dieselfahrzeuge, die sich im Eigentum der Stadt befänden, werde auf kurzfristige Sicht nicht erfolgen. "Zusätzliche Mittel für die Finanzierung von Ersatzbeschaffungen aufgrund eines möglichen Fahrverbotes müssten von der Stadt außerplanmäßig aufgebracht werden", erklärte der Sprecher.

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