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Proteste nach Freispruch für weißen Polizisten

Demonstranten versammeln sich  in St. Louis (USA), nachdem ein weißer Polizist, der nach einer Verfolgungsjagd einen Schwarzen erschossen hatte, freigesprochen worden war.
Demonstranten versammeln sich in St. Louis (USA), nachdem ein weißer Polizist, der nach einer Verfolgungsjagd einen Schwarzen erschossen hatte, freigesprochen worden war. © Foto: dpa
17.09.2017, 17:35 Uhr
Washington (dpa) Angespannte Lage in St. Louis: Nach einem umstrittenen Freispruch für einen weißen Polizisten kommt es in der US-Stadt zu teils gewalttätigen Protesten.

Ein Freispruch für einen weißen Ex-Polizisten nach tödlichen Schüssen auf einen Schwarzen hat in der US-Stadt St. Louis Unruhen ausgelöst. Auch am Samstagabend (Ortszeit) arteten friedliche Proteste Hunderter Menschen in Gewalt aus. Eine Gruppe von Demonstranten warf nach Medienberichten Steine, Zementbrocken und Flaschen auf Polizisten. Zahlreiche Schaufensterscheiben wurden zertrümmert.

Bereits am Freitag waren nach Schätzungen mehrere Tausend Menschen in der Stadt im US-Staat Missouri auf die Straße gegangen, um gegen die aus ihrer Sicht "rassistische Polizei" zu demonstrieren. Auch in diesem Fall eskalierte der friedliche Protest am späten Abend in Gewalt. Demonstranten schleuderten Ziegelsteine und Flaschen gegen Polizisten, bewarfen das Wohnhaus der Bürgermeisterin mit Farbbeuteln und zertrümmerten mehrere Fensterscheiben, wie die Zeitung "St. Louis Post-Dispatch" berichtete.

Die Polizei setzte schließlich Tränengas ein. Der Zeitung zufolge wurden mindestens neun Polizisten verletzt und Dutzende Demonstranten festgenommen.

Der am Freitag freigesprochene ehemalige Streifenpolizist hatte 2011 einen 24-jährigen mutmaßlichen Drogenhändler nach einer wilden Autoverfolgungsjagd erschossen. Er wurde wegen vorsätzlichen Mordes angeklagt: Die Staatsanwaltschaft machte dabei geltend, dass er während der Verfolgungsjagd einem Kollegen im Streifenwagen gesagt habe, er werde den Mann töten.

Diese Äußerung war im Auto per Video aufgezeichnet worden, aber in der Aufnahme nicht zu verstehen, was unmittelbar davor oder danach gesagt wurde. Mit Bezug darauf entschied der zuständige Richter, dass die Bemerkung möglicherweise aus dem Zusammenhang gerissen worden sei und daher keinen schlüssigen Beweis für eine Mordabsicht darstelle.

Der heute 36-jährige Polizist, der nach dem Vorfall selber den Dienst quittierte, hatte sich selber auf Notwehr berufen: Demnach schoss er, als der Mann nach seiner Waffe griff. Insgesamt gab er fünf Schüsse ab.

Wegen der angespannten Lage in der Stadt sagte die irische Rockband U2 ein für Samstagabend geplantes Konzert in St. Louis ab. Nach ihren Angaben hatte Polizeipräsidium signalisiert, dass es die für Konzerte von der Größenordnung des U2-Auftritts üblichen Sicherheitsmaßnahmen wegen der Unruhen nicht bieten könne. Auch der britische Sänger Ed Sheeran blies nach Angaben der Veranstalter einen Auftritt am Wochenende ab.

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