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Oberliga-Derby endet mit einem Erfolg der Gastgeber / Seelow muss in der Schlussphase das 1:2 hinnehmen

FC Strausberg im Glück

Freitagabendspiele haben ihren Reiz: Seelows Torhüter Marek Wilczek kann im Flutlicht der Energie-Arena diesen Ball abwehren. Der Routinier spielte eine Halbzeit.
Freitagabendspiele haben ihren Reiz: Seelows Torhüter Marek Wilczek kann im Flutlicht der Energie-Arena diesen Ball abwehren. Der Routinier spielte eine Halbzeit. © Foto: MOZ/Edgar Nemschok
Edgar Nemschok / 17.09.2017, 18:01 Uhr
Strausberg (MOZ) Der FC Strausberg hat das MOL-Derby in der Fußball-Oberliga gegen Victoria Seelow mit 2:1 gewonnen. Spieler des Tages wurde Strausbergs Kapitän Gordan Griebsch, der beide Tore schoss. Die Entscheidung fiel in der Schlussphase der Partie.

Nach einem wirklich guten Fußballspiel waren sich so ziemlich alle 260 Zuschauer in der Energie-Arena einig, das Unentschieden ist gerecht. Bis dahin waren knapp 93 Minuten gespielt. Doch es gab noch einen Freistoß für die Strausberger. Pierre Vogt schlug den Ball in den Seelower Strafraum und hier stieg Griebsch am höchsten und lenkte die Kugel per Kopf ins Tor der Victoria. Torhüter Maurice Geisler sah unglücklich aus, hatte aber kaum eine Chance, noch entscheidend einzugreifen. Es waren die berühmten Zentimeter, die ihm fehlten, dem FC Strausberg aber den Sieg bescherten.

Vor allem Seelows Trainer Sebastian Jankowski trieb diese Szene Zornesröte ins Gesicht, denn der Freistoß war aus seiner Sicht überhaupt nicht gerechtfertigt. Und spätestens hier muss auch über den Schiedsrichter der Partie gesprochen werden. Maximilian Stern aus Berlin hatte sicherlich nicht seinen besten Tag. Er verteilte insgesamt zehn Gelbe Karten und überraschte doch mit einigen Entscheidungen. Dieser Kartenregen begann mit Beginn der zweiten Halbzeit, als die Partie längst zu einem echten Kampfspiel mutiert war. Es ging teilweise recht ordentlich zur Sache und hätte er früher energischer eingegriffen, wären wahrscheinlich auch eine Menge an unschönen Szenen erspart geblieben. So beließ er es bei Ermahnungen und ließ die Partie großzügig laufen.

Der FC Strausberg begann stark und die ersten 20 Minuten brannte er ein regelrechtes Feuerwerk ab. Gordan Griebsch, über links, flankte in die Mitte und schon nach drei Minuten brannte es lichterloh im Seelower Strafraum. Felix Angerhöfer, der zunächst in der Mittelstürmerposition spielte, setzte erste Achtungszeichen. Im Tor der Seelower stand Marek Wilczek, der mit seiner Ruhe und Erfahrung aber alles im Griff hatte. Auch einen Freistoß von Kaan Bektas konnte er souverän parieren (18.). Seelow musste das eigene Spiel mehr auf Konter auslegen, hatte da aber mit Marcel Georgie auf rechts und Cavalcante Melo links zwei richtig gute Akteure. Und trotz der Anfangsoffensive der Gastgeber, die erste ganz große Chance hatte Seelow. Nach einem Konter über Pierre Kruber klatschte der Ball von Pawel Zielinski an den Strausberger Pfosten.

Der FC Strausberg ging nach 32 Minuten in Führung. Jankowski sagte später: "Es war wieder ein Fehler, der uns auch schon im Pokalspiel bei Union Klosterfelde das Genick gebrochen hat." Gordan Griebsch nutzte die Unsicherheit der Seelower Abwehr und schob den Ball aus vollem Lauf am herausstürzenden Wilczek vorbei zur Führung. Bei diesem Spielstand, der alles in allem dann verdient war, wurden die Seiten gewechselt.

Seelow tauschte in der Halbzeitpause auf zwei wichtigen Positionen. Zum einen machte Wilczek Platz für seinen Schüler Maurice Geisler und zum anderen kam Pawel Noga. Jankowski kündigte damit an: "Jetzt greifen wir noch mal richtig an!" Es wurde jetzt ein sehr intensives Spiel. Strausberg zog sich zurück und versuchte sogar, mit teilweise übertriebenem Zeitspiel, den Vorsprung über die Zeit zu retten. Doch es waren erst knapp 55 Minuten gespielt und somit ein recht aussichtsloses Unterfangen. Zudem war es überhaupt nicht notwendig, denn das Spiel mit der variablen Fünfer-Abwehrkette und der guten Offensive klappte an sich sehr gut.

Seelow wurde immer stärker, fand aber zunächst kaum ein echtes Mittel gegen den Strausberger Abwehrblock. Großes Manko war, dass die Außen nicht so richtig eingesetzt wurden. So war es schließlich Sebastian Lawrenz, der mit einem tollen Schuss aus der zweiten Reihe das Spiel noch einmal offenhalten konnte. In der 81. Minute schoss er den vom zahlreich angereisten Seelower Anhang viel umjubelten Ausgleich. Und sie riefen: "Wenn nichts mehr geht, Lawrenz geht immer."

Jetzt wurde es richtig spannend, allerdings auch sehr hektisch auf dem Platz. Ständig gab es Unterbrechungen - doch die Spannung war riesengroß. Es waren nun noch wenige Minuten zu spielen, und vor allem Seelow wollte noch mehr. Dann die bereits erwähnte Szene, in der Schiri Stern auf Freistoß für den FCS und der Gastgeber das Spiel für sich entschied.

Einer hatte schon im Vorfeld gewusst, wie das Spiel ausgehen wird. Hans-Joachim Hilliges hatte die Karten für das Spiel bei der MOZ gewonnen und lag mit seinem Tipp 2:1 absolut richtig. Eine Ahnung, dass die Partie so ausgehen würde, hatte auch Seelows Teammanager Jörg Schröder. "Ganz ehrlich, ich hatte schon vorher ein mulmiges Gefühl. Doch es war ein gutes Spiel."

FC Strausberg: Jäschke - Hohlfeld, Barlage, Vogt, Karim, Griebsch - Bektas, Tuchtenhagen (88. Günaydin) - Istvanic, Angerhöfer (77. Rötzscher), Aslan (70. Kemter)

Victoria Seelow: Wilczek (46. Geisler) - Reichelt, D. Jankowski, Lawrenz, Nasser - Zielinski, Fiebig (46. Noga), Melo - Georgi, Drews (74. Budzalek) - Kruber

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