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Sogar Darth Vader rennt mit

Nachwuchs auf der Strecke: Beim Kinderlauf gehen alles in allem 178 Mädchen (Foto) und 230 Jungen an den Start.
Nachwuchs auf der Strecke: Beim Kinderlauf gehen alles in allem 178 Mädchen (Foto) und 230 Jungen an den Start. © Foto: Andreas Gora
Sven Klamann / 17.09.2017, 18:59 Uhr - Aktualisiert 18.09.2017, 09:21
Eberswalde (MOZ) Auch beim elften Versuch hat der Eberswalder Stadtlauf die selbstgesteckte 2000-Teilnehmer-Hürde gerissen. Nach noch vorläufigen Angaben aus dem Organisationsbüro sind am Sonntag 1874 Kinder, Frauen und Männer angetreten. Die verfehlte Wunschmarke war der einzige Schönheitsfehler.

Eberswalde, 17.09.17, Stadtlauf Eberswalde
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Elfter Stadtlauf

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Vor dem Sportzentrum Westend bekamen die scharenweise zum Anfeuern erschienenen Besucher nur glückliche Gesichter zu sehen. Wer sein Rennen noch vor sich hatte, sah obendrein angespannt bis erwartungsvoll aus, wer gerade über die Ziellinie geeilt war, wirkte zudem erschöpft. Besonders ausgepumpt müssen Dennis und Philipp Machander nach ihren Einzelläufen gewesen sein - aber das ist Spekulation. Denn die 26 und 30 Jahre alten Brüder aus Eberswalde hatten die 6,5 Kilometer lange Strecke in Ganzkörper-Kostümen aus dem StarWars-Imperium bewältigt, die keine Rückschlüsse auf ihr Wohlbefinden zuließen. Sie waren als Darth Vader und Stormtrooper unterwegs. Nicht einmal hinterher nahmen sie ihre zur Uniform gehörenden schweren Helme ab. "Ja, wir schwitzen tierisch", gab der eine Bruder zu. "Aber wir wahren unsere Anonymität", hob der andere hervor.

Das frühlingshafte Wetter meinte es gut mit den Sportlern, die vom Staffel- bis zum Mannschaftslauf in sechs Disziplinen antreten konnten. "Jeder, der heute antritt, macht sich um das Allgemeinwohl und um seine Gesundheit verdient", hatte Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski, Schirmherr des Stadtlaufs, bereits zur Eröffnung gesagt, bevor er die ersten Starter ins Rennen schickte. Sein herzlicher Dank galt René Hoffmann, besser bekannt als Hoffi, dem Vorsitzenden des veranstaltenden Vereins Partner für Gesundheit, und dessen vielen engagierten Mitstreitern. "Eberswalde ist eine Stadt in Bewegung - und das ist Euer Verdienst", lobte der Bürgermeister.

Wie viel Geld bei der elften Ausgabe für soziale Zwecke eingenommen werden konnte, wird erst die Abrechnung ergeben. Nutznießer werden aber auf jeden Fall der Integrationsreitverein Ladeburg und die Grundschule Schwärzesee aus Eberswalde sein. "Beide können sich unter Garantie auf einen großen Scheck freuen", versprach Hoffi bereits am Sonntag.

An der Vitaminbar der Partner für Gesundheit, die alle ins Ziel Gekommenen unter anderem mit Bananen, Äpfeln, Birnen, Gurken, Tomaten und Schmalzstullen versorgte, half auch Anke Billing, die Leiterin der Grundschule Schwärzesee, aus. Schmalzstullen an der Vitaminbar? "Na klar, die Vitamine stecken doch in den Zwiebeln!", scherzte die Direktorin. Die Brote seien für alle gedacht, die nach dem Laufen der Hunger quäle.

Die meisten Starter waren Wiederholungstäter - auch beim Handicap-Lauf, den der im Rollstuhl sitzende Werner Stephan (62) bereits zum vierten Mal absolvierte. "Die 4,1 Kilometer sind eine Strapaze, die für die Fitness wichtig sind und sogar Spaß machen", verriet der Eberswalder.

Bei aller Freude am gemeinschaftlichen Sporttreiben - der Ehrgeiz, gute Zeiten zu schaffen, war weit verbreitet. Was zur Folge hatte, dass sogar eine Sportskanone wie Marcel Buse (39), der beim Staffellauf für die Mannschaft Koeppe antrat, nach seinen absolvierten zwei Kilometern außer Atem war. "Die hohe Geschwindigkeit ist echt eine Herausforderung", sagte der Durchtrainierte, nachdem er sich ein wenig verschnauft hatte. Seine Truppe holte im Staffellauf hinter dem siegreichen Eberswalder Schwimmverein knapp geschlagen den zweiten Platz.

Als Königsdisziplin des Eberswalder Volkssportfestes gilt der Firmenlauf, für den 78 Mannschaften antraten. Für seinen Arbeitgeber, den Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, rannte Jeffrey Neumann (34) aus Britz mit, der überdies bei Fortuna Fußball spielt. "Die sechseinhalb Kilometer sind doch ein Klacks", haute der Starter auf den Putz. Auf den Trikots seiner Mannschaft stand "Wasser läuft".

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