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Tag der offenen Tür im Oder-Spree Krankenhaus in Beeskow / Ein Highlight: Das begehbare Herz

Schlange stehen vorm OP

Tatjana Littig / 17.09.2017, 19:35 Uhr
Beeskow (MOZ) Am Sonnabend hat das Oder-Spree Krankenhaus in Beeskow zweierlei gefeiert: Zum einen den Tag der offenen Tür und zum anderen das 20-jährige Jubiläum des Krankenhausneubaus. Seitdem seien 122 000 Patienten stationär behandelt worden, so Geschäftsführer Ulrich Wegener.

Im ersten Obergeschoss staute es sich. Besucher standen vor dem OP Schlange. Kaum einer wollte sich die Möglichkeit entgehen lassen, dort einmal bei vollem Bewusstsein durch zu gehen. Die beiden Pfleger Patrick Klemz und Ronny Görzig nahmen die Gäste in Empfang und führten sie durch die verschiedenen Räume. Zu sehen gab es einiges: Rechterhand vom Flur werden OP-Instrumente gereinigt und sterilisiert - das dauere drei Stunden, erklärte Ronny Görzig. In der sogenannten Umbettungsschleuse werden die Patienten auf einen OP-Tisch gelegt, bevor sie im nächsten Raum ihre Narkose erhalten.

Im OP-Saal 1 hatte das Team eine Kniearthroskopie vorbereitet. An einem Modell wurde vorgeführt, wie freie Gelenkkörper im Knie - die Beschwerden beim Laufen verursachen - entfernt werden. Nach einer kurzen Darbietung von Patrick Klemz, der wie sein Kollege im OP-Saal sonst für das Reichen der Instrumente zuständig ist, durften Besucher ihre Künste testen. Kerstin Tietz ließ sich nicht zweimal bitten, hantierte geschickt mit Licht und Zange - und erntete nach geglückter Mission Applaus. Wie es um vergessene OP-Instrumente im Patienten bestellt ist? Horrorgeschichten kennen auch die beiden Pfleger aus den Medien. "Kein Patient wird zugemacht, bevor wir nicht alles haben", erklärte Patrick Klemz den Besuchern.

Auch im Erdgeschoss ging es spannend zu: Obwohl nicht sein Fachbereich, erläuterte Dr. Marcus Winter, leitender Radiologe, eindrücklich den Aufbau des Herzens. Dafür kraxelte er umgeben von einem Pulk von Neugierigen durch ein überdimensionales Modell und beantwortete Fragen zu Herzklappen und Herz-Rhythmus-Störungen.

Aus Herzberg waren Sebastian Friedhelm Haack mit Mutter Fanny und Oma Silvia zum Tag der offenen Tür angereist. "Wir wollen uns das Leistungsspektrum ansehen", erklärte Fanny Haack. Denn - seien wir ehrlich - die ärztliche Versorgung auf dem Land, sie wird immer dürftiger. Darum ging es auch in der Ansprache des Geschäftsführers des Krankenhauses Oder-Spree Ulrich Wegener und in der Rede von Michael Buhrke, dem stellvertretenden Landrat. "Wir sind für Sie nah", lautet der Slogan des Krankenhauses. "Seit nun mehr 20 Jahren sind wir in der wohnortnahen Versorgung im stationären Bereich tätig", sagte Ulrich Wegener. In der Zeit wurden 122 000 Patienten in Beeskow versorgt.

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