Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bildungsminister Günter Baaske tritt zurück

Ulrich Thiessen / 26.09.2017, 09:40 Uhr - Aktualisiert 26.09.2017, 19:22
Potsdam (MOZ) Kurz vor seinem 60. Geburtstag verlässt Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) das Kabinett. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) präsentierte die Hamburgerin Britta Ernst als Nachfolgerin. Sie wird morgen im Landtag vereidigt.

Baaske begründete den Rücktritt mit privaten Gründen. Er habe Anfang des Monats seine langjährige Lebensgefährtin Anne Böttcher, die Landesgeschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt, geheiratet. Nun wolle er sich stärker seiner fünfjährigen Tochter widmen, sagte er.

2012: Oberbürgermeister Martin Wilke (l.) empfängt Brandenburgs Sozialminister Günter Baaske vor dem Museum Viadrina in Frankfurt (Oder)
Bilderstrecke

Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske tritt zurück

Bilderstrecke öffnen

Er habe als Dezernent der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark, seit 2002 als Sozialminister und danach als Fraktionschef der Regierungspartei seine drei älteren Söhne kaum aufwachsen sehen. Das soll sich bei seiner Tochter nicht wiederholen, erklärte Baaske. Sein Landtagsmandat will er behalten und sich stärker um die Region im Süden von Potsdam-Mittelmark kümmern.

Regierungschef Woidke würdigte am Dienstag Baaskes direkte Art, seine große Emotionalität und seine herzliche Menschennähe. Der 59-Jährige hatte 2014 das Bildungsministerium übernommen, die von seiner Vorgängerin Martina Münch (SPD) begonnene Schulämterreform rückgängig gemacht und war bei der Einführung des inklusiven Unterrichts auf die Bremse getreten. Er konnte sich allerdings in seiner Partei nicht damit durchsetzen, auf die Beitragsfreiheit für Kindergärten zu verzichten und dafür lieber die Qualität zu verbessern. Baaske sagte am Montag, er habe selbst seine Nachfolgerin ausgesucht und vorgeschlagen.

Britta Ernst hat in Schleswig-Holstein Erfahrung als Bildungsministerin gesammelt. Nach den Landtagswahlen und der Konstituierung der Jamaika-Koalition in Kiel schied sie in diesem Jahr aus dem Amt aus. Sie sprach bei ihrer Vorstellung in der Staatskanzlei davon, ein gut geführtes Haus zu übernehmen. Die 56-Jährige ist mit dem Ersten Bürgermeister von Hamburg, Olaf Scholz, verheiratet. Sie kündigte an, sich eine Zweitwohnung in Potsdam zu suchen.

Johannes Hänig, bis vor wenigen Wochen Sprecher des Landesschülerrats, bedauerte Baaskes Abschied. „Er hat sehr gute Arbeit geleistet“, sagte Hänig am Dienstag. „Es gibt jetzt viel mehr neue Lehrer, weniger Ausfall und ein hilfreiches Vertretungsbudget für die Schulen.“ Im vergangenen Sommer habe Baaske zudem gutes Krisenmanagement geleistet, als es ohne sein Verschulden eine schwere Panne beim Mathe-Abi gab.

Hänig sagte, er hätte sich eine Brandenburger Lösung für Baaskes Nachfolge gewünscht anstatt der Ex-Ministerin aus dem Norden, die auch wegen Kritik an der Bildungspolitik abgewählt worden sei. Grünen-Fraktionschef Axel Vogel kommentierte die Wahl der Hanseatin als Zeichen 
dafür, dass der Personalbestand der märkischen SPD erschöpft sei.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG