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Das Theater 89 und der Kammerchor der Singakademie zeigen Hans-Sachs-Spiele

Derbe wie zu Luthers Zeiten

Ende der Tournee: Seit Juni ist das Theater 89 mit den Hans-Sachs-Spielen schon unterwegs.
Ende der Tournee: Seit Juni ist das Theater 89 mit den Hans-Sachs-Spielen schon unterwegs. © Foto: Eric-Jan Ouwerkerk
Frauke Adesiyan / 29.09.2017, 06:45 Uhr - Aktualisiert 29.09.2017, 22:37
Frankfurt (Oder) (MOZ) Hans Sachs gilt als Dichter der Reformation. Gleichzeitig war er aber auch Schuhmacher und dem gemeinen Volk so nah wie kaum einer. Seine derben Schwänke, die heute genauso gelten wie damals, zeigen Schauspieler vom Theater 89. Einmalig treten sie am Sonnabend mit dem Kammerchor der Singakademie auf.

Zum Schluss das Beste, mit dieser Weisheit scheinen es auch das Theater 89 und sein Regisseur Hans-Joachim Frank zu halten. Vier Monate sind die Schauspieler durch Brandenburg getingelt und haben im Jahr des Reformationsjubiläums die Erinnerung an Hans Sachs und seine Schwänke hochgehalten. Am Sonnabend nun holen sie sich Unterstützung vom Kammerchor der Singakademie unter der Leitung von Rudolf Tiersch. "Hans Sachs und das deutsche Volkslied" heißt das Programm, das es einmalig in der Konzerthalle zu erleben gilt.

Hinter dem Titel verbirgt sich eine Kombination aus derben, teilweise frivolen Schwänken und den feinen Stimmen der Frankfurter Singakademie. "Wir kommentieren das ohnehin gute Programm mit einer anderen Farbe, auf einem anderen Niveau", erläutert Rudolf Tiersch, Chordirektor der Singakademie die Kooperation. Und er ist sich sicher: "Das Publikum wird einstimmen."

Als Zuschauer kennt er die Hans-Sachs-Spiele des Theaters 89 und auch Regisseur Hans-Joachim Frank ist ein guter Bekannter, mit dem er unter anderem beim mehrteiligen Käthchen-Projekt in Frankfurt und Slubice zusammengearbeitet hat.

Auch das aktuelle Programm mag Tiersch ganz persönlich. "Die Schwänke machen so viel Spaß und vor allem merkt man, dass sich am Zwischenmenschlichen kaum was geändert hat in den 500 Jahren", gibt Tiersch zu bedenken. Immer wieder geht es um Betrug, ob zwischen Eheleuten oder Dieben.

Hans Sachs lebte zu Luthers Zeiten, genau zwischen 1494 und 1576. Er war Schuhmacher und Spruchdichter, Meistersinger und Dramatiker. Das Theater 89 übersetzt all diese Funktionen ins Heute und nennt ihn einen Comedian, Liedermacher und vor allem einen "Follower Luthers". Nachdem er sich intensiv mit dessen Schriften beschäftigt hatte, verfasste Sachs Gedichte und Dialoge in einfacher Sprache, um die Überzeugungen des Reformators zu verbreiten. Allein 4000 Meistergesänge hat Sachs verfasst.

Eine wahre Lobeshymne auf Luther und die Reformation stellt das berühmte Gedicht von der "Wittenbergisch Nachtigall" dar, das aus dem Jahr 1923 stammt. Darin heißt es: "Dass klarer es verstehe man, Wer sei die liebliche Nachtigall, Die gekündet hellen Tag mit Schall - Martinus Luther, dass ihr's wisst, Der zu Wittenberg Augustiner ist, Der hat erweckt uns von der Nacht, Darein der Mondschein uns gebracht."

Die Aufführung beginnt am Sonnabend um 18 Uhr im Atrium der Konzerthalle. Karten kosten zwölf Euro, ermäßigt fünf Euro.Wer trotz spätsommerlichen Wetters fröstelt, kann sich mit Glühwein wärmen.

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