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Ute Valentin braucht dringend Teile für Heizofen / 42 Vierbeiner werden derzeit betreut

Tierpension in Gefahr

Noch nicht betriebsbereit: Hauskatze Charlie hat es sich im Beisein von Tierheim-Mitarbeiter Roland Zahn auf dem gebrauchten Heizofen bequem gemacht.
Noch nicht betriebsbereit: Hauskatze Charlie hat es sich im Beisein von Tierheim-Mitarbeiter Roland Zahn auf dem gebrauchten Heizofen bequem gemacht. © Foto: MOZ/Gerrit Freitag
Janet Neiser / 05.10.2017, 22:19 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Die Tierpension in der Oderlandstraße hat offenbar kurz vor der Schließung gestanden. Schuld war ein Heizofen mit zu schlechten Abgaswerten. Doch Inhaberin Ute Valentin ist guter Dinge, dass das Problem noch in diesem Monat aus der Welt geschafft ist.

Elf Hunde und 31 Katzen haben ein neues Heim in der Tierpension Eisenhüttenstadt an der Oderlandstraße gefunden. "Erst kürzlich haben wir ein Rottweiler-Pärchen aufgenommen", berichtet Ute Valentin. Und in einer Gartensparte in den Diehloer Bergen wurde eine Katzenmutter mit vier Jungen gefunden. "Die sind noch nicht einmal zehn Tage alt und lagen dort im Dreck", sagt die Inhaberin der Tierpension, die keine Sekunde zögerte und auch die Samtpfoten-Familie aufnahm.

Zu tun hat sie jedenfalls genug. "Ich bin hier jeden Tag von 7.30 Uhr bis etwa 18 Uhr im Einsatz", sagt die 70-Jährige. Das alles macht sie ehrenamtlich - genau wie ihre zwei Helfer. Und als würde das nicht schon reichen, gab es auch noch Ärger wegen eines Ofens in dem Flachbau.

"Der alte war kaputt, also haben wir uns übers Internet einen neuen besorgt", erzählt Ute Valentin. Der sei aus Bayern gekommen, aber in Polen hergestellt worden. In Eigenregie haben Familie und Freunde das gute Stück eingebaut und damit auch einen Winter lang geheizt - bis der Schornsteinfeger kam. "Der hat sofort gesagt, dass der zweite Abgaswert nicht stimme und er ihn nicht zulassen könne." Dann ging eine Meldung an die Untere Bauaufsicht. Bis 20. Oktober hat Ute Valentin nun Zeit, alles ordnungsgemäß auszustatten. "Bis dahin muss etwas passieren, ansonsten werde ich wohl schließen müssen", sagt sie. Doch Ute Valentin hätte wohl schon die letzten 17 Jahre nicht mit ihrer Tierpension an der Oderlandstraße überlebt, wenn sie nicht stets neuen Mut schöpfen würde - trotz kleinerer und größerer Rückschläge.

"Ich denke schon, dass wir das alles hinbekommen", erklärt sie zuversichtlich. Auch nach dem Tod ihres Partners vor zwei Jahren hatte sie kurzzeitig ans Aus der Tierpension gedacht, doch übers Herz gebracht hat sie es nicht, ihr Lebenswerk aufzugeben. "Wie lange ich das noch mache? Bis ich umfalle. Ich kann ja nicht einfach aufhören, die Tiere brauchen mich doch. Die haben sich doch an mich gewöhnt", hatte sie damals gesagt. Immerhin hat sie das Objekt und das Grundstück gekauft. "Hier kann uns keiner runterwerfen oder kündigen", meint sie selbstbewusst.

So ein Ofen wirft Ute Valentin erst recht nicht aus der Bahn. Das nicht zugelassene Exemplar ist mittlerweile ausgebaut. Zudem hat ein Bekannter einen gebrauchten Heizofen vorbeigebracht, wieder einer der Holz und Kohle als Futter braucht. "Und der geht laut dem Schornsteinfeger in Ordnung", freut sich die Ehrenamtlerin. "Wir brauchen allerdings noch ein Ausdehnungsgerät und einen Pufferspeicher." Der Heizungsmonteur könnte das besorgen. "Aber das ist ja auch eine Frage des Geldes", betont sie. Doch es naht Hilfe. Unter anderem bestehe Kontakt zu einer Firma aus der Nachbarschaft, die der Tiermama unter die Arme greifen will.

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