Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Barnimer schlafen schlecht

© Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 06.10.2017, 07:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Der Krankenstand im Landkreis ist gesunken. Gleichwohl fällt der Barnimer häufiger aus als ein Brandenburger im Durchschnitt. Pro Tag sind zwischen Ahrensfelde und Oderberg von 1000 Beschäftigten 52 arbeitsunfähig. Dies geht aus dem DAK-Gesundheitsreport hervor.

Für DAK-Chef Heiko Schübler ist es eine durchaus gute Nachricht: Nach dem starken Anstieg 2015 nahmen die Ausfalltage im vorigen Jahr im Barnim wieder ab - um 0,3 Prozentpunkte. Ein positiver Trend, der allerdings in der gesamten Mark zu verzeichnen war. Weshalb der Landkreis leider nach wie vor in puncto Krankenstand mit 5,2 Prozent über dem Brandenburger Durchschnitt (5,0 Prozent) liege. Und erst recht über dem des Bundes (3,9 Prozent), so Schübler.

Regelmäßig wertet die Krankenkasse DAK-Gesundheit Krankschreibungen ihrer Versicherten aus, erfasst Zahlen, Dauer und Diagnosen, differenziert nach Bundesländern und Kreisen. So ergebe sich ein Bild, das Entwicklungen aufzeigt und Vergleiche ermöglicht.

Für den Barnim stellt Schübler in Auswertung der 2016er-Daten fest: "In allen drei Hauptdiagnosen gab es weniger Fehltage." Also bei Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems sowie des Atmungssystems und bei psychischen Erkrankungen. Im Fall der Atemwegserkrankungen fiel der Rückgang besonders deutlich aus. Die Fehltage pro 100 Versicherte gingen von 353 (in 2015) auf 315 (in 2016) zurück. Im vorigen Jahr war eine große Erkältungswelle ausgeblieben, weshalb es eben auch weniger Fälle von Bronchitis und Co. gab, konstatiert Schübler.

Warum der Barnimer trotzdem offenbar anfälliger ist als der Cottbuser (niedrigste Quote in Brandenburg mit nur 4,3 Prozent), darüber kann der DAK-Chef nur Vermutungen anstellen. Ein möglicher Grund für den höheren Krankenstand könnte die Konzentration von Behörden etwa in Eberswalde sein. Denn erfahrungsgemäß sei der Krankenstand in Verwaltungen im Vergleich zu anderen Branchen höher. Das Beispiel Frankfurt (Oder) zeige aber auch, dass es gelingen kann, die Quote binnen Jahresfrist signifikant zu senken. 2015 hatte die Stadt mit 5,8 Prozent gewissermaßen noch die rote Laterne inne, 2016 lag die Rate mit nur noch 4,9 Prozent unter dem Landesdurchschnitt. Zu danken sei diese Reduzierung unter anderem den positiven Effekten des betrieblichen Gesundheitsmanagements, ist Schübler überzeugt. Deshalb empfiehlt er Einrichtungen und Unternehmen, die spezifischen Angebote der Kasse für die Mitarbeiter zu nutzen.

Zurück zu den Barnimer Zahlen: 4,5 Prozent der Krankmeldungen verursachten knapp 43 Prozent der Ausfalltage. Dabei handele es sich, so die Analyse, um Langzeiterkrankungen, also Krankschreibungen mit 43 und mehr Tagen. Und gerade dort spielen solche Diagnosen wie Rückenleiden, Bandscheibenvorfall, Gelenkbeschwerden, Depressionen, Burn-out und Angststörung eine große Rolle, gelten sie doch als langwierig. "Was noch einmal die Bedeutung von Prävention einerseits und eines möglichst raschen Behandlungsbeginns im Krankheitsfall andererseits unterstreicht", sagt Schübler, auf den Service der Kasse in Sachen Facharzt-Termine verweisend. Nach wie vor gebe es vor allem bei MRT-Untersuchungen sowie Psychotherapie in der Region Engpässe, die die DAK mit der Nähe zu Berlin zu überbrücken versucht.

Parallel zur generellen Auswertung der Krankheitsfälle hat die Kasse mit dem aktuellen Gesundheitsreport das Schwerpunktthema Schlafen beleuchtet. Im Vergleich zu 2009, der letzten Untersuchung, hätten Schlafstörungen drastisch zugenommen, so das Ergebnis. Jeder zehnte Bürger klage heute über Schlafstörungen, die diagnostische Kriterien erfüllen. Mehr als 80 Prozent der Brandenburger gaben an, in den letzten vier Wochen Ein- oder Durchschlafprobleme gehabt zu haben. Die wenigsten gingen allerdings zum Arzt.

DAK-Schlaf-Hotline: Tel. 040 325325805 (Ortstarif)

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG