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Wieder Streit um die Marwitzer Straße

Zu spät: Während die Stadtverordneten noch über die Kosten diskutieren, haben die Bauarbeiten längst begonnen.
Zu spät: Während die Stadtverordneten noch über die Kosten diskutieren, haben die Bauarbeiten längst begonnen. © Foto: MZV
Roland Becker / 12.10.2017, 19:55 Uhr
Hennigsdorf (HGA) Zumindest in den Reihen der Opposition steigt das Unbehagen darüber, dass der Ausbau der Marwitzer Straße deutlich teurer wird und damit vor allem die dortigen Grundstücksbesitzer wesentlich höhere Ausbaubeiträge zu zahlen haben. Als im Hauptausschuss am Mittwoch über die finanziellen Veränderungen abgestimmt wurde, waren es allein die SPD und Britta Rostock (Grüne), die dem zustimmten. Die Vertreter von CDU und FDP enthielten sich, die vom Bürgerbündnis, die der Unabhängigen und der Linken stimmten dagegen.

Die schärfsten Worte kamen während der Diskussion von Ursel Degner (Die Linke): "Ich fühle mich betrogen." Sie zweifele es an, dass die Baukosten seit der Planung vor einem Jahr derart gestiegen seien.

Auffällig ist, dass sich die vom Land zu tragenden Kosten für die Straßensanierung gegenüber der Planung sogar verringert haben. Die Arbeiten für die Nebenanlagen inklusive Auffahrten stiegen hingegen um 57 Prozent, und zwar von 659 000 auf 1,038 Millionen Euro. "Mir kommt das ein bisschen seltsam vor, dass sich nur der städtische Anteil massiv verteuert hat", wunderte sich Lutz-Peter Schönrock (Die Unabhängigen). Dirk Asmus, der im Rathaus federführend für diese Baumaßnahme zuständig ist, begründete die konträre Preisentwicklung damit, dass generell im Bausektor "arbeitsintensive Aufgaben wie die Pflasterung extrem im Preis gestiegen sind." Hingegen seien Asphaltarbeiten, für die auch ein Stück Tiefbau nötig ist, nur wenig teurer geworden.

Das schätzen allerdings andere mit der Materie vertraute Fachleute anders ein. So sprach Günter Fredrich, Geschäftsführer des Trink- und Abwasserversorgers OWA, am Donnerstag davon, dass Bauleistungen generell extrem im Preis gestiegen seien und erwähnte dabei auch ausdrücklich Tiefbaumaßnahmen.

Degner merkte auch an, dass der ursprüngliche Beschluss - mit den niedriger veranschlagten Kosten - damals habe in Eile gefasst werden müssen. "Das war plötzlich und ganz schnell nötig, weil uns gesagt wurde, dass die Baumaßnahme dann nicht so teuer wird", erinnerte sich Degner an die damalige Argumentation seitens des Rathauses.

Man habe sich an den sachlichen Gegebenheiten zu orientieren, beschied Bürgermeister Andreas Schulz (SPD). Der Landesbetrieb Straßenwesen habe die Ausschreibung aller Baulose durchgeführt. Da sich die Kosten in ihrere Gesamtheit nur um sechs Prozent erhöht haben, "gab es keinen Grund, die Ausschreibung aufzuheben." Gebaut wird ohnehin schon.

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