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Verein beantragt Betriebskostenzuschuss in Höhe von 16 900 Euro / MTV bedankt sich

SV Jahn braucht mehr Geld

Dankesworte: Die gibt es selten im parlamentarischen Alltag. Sebastian Müller (r.) vom MTV fand diese und bedankte sich stellvertretend bei Peter Glaetzner für die Unterstützung.
Dankesworte: Die gibt es selten im parlamentarischen Alltag. Sebastian Müller (r.) vom MTV fand diese und bedankte sich stellvertretend bei Peter Glaetzner für die Unterstützung. © Foto: MOZ/Heike Jänicke
Heike Jänicke / 12.10.2017, 19:56 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Für Diskussion hat am Dienstag im Finanzausschuss der Antrag des SV Jahn auf Erhöhung des Betriebskostenzuschusses für das nächste Jahr um rund 9000 Euro gesorgt. Die Mitglieder sahen sich außerstande, eine Empfehlung abzugeben.

Ohne die Zuschüsse der Stadt könnte so mancher Verein die Gebäude nicht betreiben beziehungsweise so manche Neuanschaffung wäre nicht machbar. Einer, der das weiß, ist Sebastian Müller. Er ist Vorsitzender des Sportvereins MTV Altglietzen 1897. Dank der Förderung der Stadt in diesem Jahr in Höhe von 4400 Euro und Sponsorengeldern konnte nicht nur unter anderem eine neue Bestuhlung für die Umkleide angeschafft werden, wie der Vorsitzende im Finanzausschuss am Dienstag berichtete. Mit dem Geld kann sich der Verein nun auch den langgehegten Wunsch nach einer Beregnungsanlage für den Platz in Altglietzen erfüllen. Müller bedankte sich bei Bürgermeister Ralf Lehmann (von der CDU unterstützt) und den Stadtverordneten für die Unterstützung.

Darauf setzt ebenfalls weiterhin der SV Jahn Bad Freienwalde, der für die Stadt das Jahn-Stadion bewirtschaftet. Dafür erhält der Verein jährlich einen Zuschuss - sowohl für die Personalkosten des Platzwartes als auch für die Betriebskosten. Doch die bisher aus der Stadtkasse bereit gestellten Mittel reichen nicht mehr, um die Ausgaben unter anderem für Benzin, Wasser, Strom, Telefon und Reparaturkosten zu decken. Deshalb hat der Verein jetzt eine Erhöhung des Betriebskostenzuschusses beantragt - von 7500 auf 16 900 Euro.

Weil der Vorsitzende des Finanzausschusses, Peter Glaetzner (CDU), auch Chef des SV Jahn Bad Freienwalde ist, übernahm seine Stellvertreterin, Bettina Mühlenhaupt (SPD), für diesen Tagesordnungspunkt die Leitung der Sitzung.

Die doch beachtliche Erhöhung des Zuschusses sorgte für Verwunderung. Petra Lunow (WG Inselgemeinden) sah sich angesichts der Tatsache, dass der Punkt als Tischvorlage auf die Tagesordnung kam, außerstande, darüber zu entscheiden. Auch Joachim Fiedler (Linke) wollte sich angesichts des Kostensprungs bis zum Hauptausschuss Zeit für eine Empfehlung nehmen. Bürgermeister Ralf Lehmann erklärte zum weiteren Prozedere, dass die Anträge der Vereine in den Haushalt für 2018 eingestellt werden. "Sie haben dann die Möglichkeit, in Form von Sperrvermerken oder Streichung die Positionen nicht zu befürworten", so das Stadtoberhaupt. Bei der Betrachtung der Vereinsförderung habe sich die Stadt ein Bild davon gemacht, welche Leistungen die Vereine über den Zuschuss der Stadt hinaus erbringen, damit sie die Sportanlage oder wie der Oberbarnimer-Kulturverein die Konzerthalle erhalten, und wie sie dabei an ihre Grenze stoßen. "Deshalb brauchen wir eine grundsätzliche Entscheidung, wie wir in der Vereinsförderung in den Bereichen Kultur, Soziales und Sport umgehen", so Ralf Lehmann. Dem konnte Vera Wesner (Linke) nur zustimmen. "Ich finde deswegen die Zusammenstellung der Vereinsförderung wichtig, weil es hier Unterschiede gibt." Deshalb sei es immer so schwer, aus dem Zusammenhang gerissen beurteilen zu müssen, schätzte sie ein.

Kommentar

Jedem Verein wird es die Stadt nicht recht machen können. Das steht fest. Doch eine klare Linie bei der Verteilung der öffentlichen Gelder, und das sind die Zuschüsse, die die Stadtverordneten für die Vereine gewähren, ist zwingend nötig.Nur mit einer Vereinsförderrichtlinie lassen sich Missverständnisse vermeiden. Wenn klar und transparent für jeden geregelt ist, welcher Verein für welche Leistung, die er für die Stadt erbringt, finanziell unterstützt wird, dann haben Neid und Missgunst keinen Nährboden. Und den Stadtverordneten ist endlich eine klare Entscheidungsgrundlage in die Hand gegeben. Heike Jänicke

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