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Storkower Fachausschuss Bildung und Soziales berät über fehlende Kitaplätze / Drei Varianten werden nun geprüft

Wohin mit all den Kindern?

Elke Lang / 13.10.2017, 05:49 Uhr
Storkow (MOZ) In Storkow fehlen Kitaplätze für Kinder unter sechs Jahren. Niemand kann derzeit sagen, wie viel es sind. Fest steht jedoch: Ob Neubau oder Anbau, es muss etwas geschehen, denn die Stadt rechnet langfristig mit dem Bedarf für zusätzlich 30 Kinder. Am Mittwoch hat der Sozialausschuss über Möglichkeiten diskutiert.

Ein Grund, weshalb die Ermittlung einer genauen Anzahl von fehlenden Kitaplätzen nicht möglich ist, liegt zum Beispiel darin, dass die in der Stadt lebenden Flüchtlingskinder mit Stand vom 1. Juni noch zu etwa 95 Prozent ohne Kita-Betreuung sind, wie Joana Götze, Leiterin des Haupt- und Bürgeramts, berichtete. Auf einen Vorantrag für Neubau oder Anbau beim Landkreis seien 200 000 Euro in Aussicht gestellt worden, wobei der Eigenanteil der Stadt vermutlich zehn Prozent betragen würde. "Benötigt werden eigentlich 600 000 Euro", räumte Joana Götze ein. Nun stehe die Frage an: Kann man die 200 000 Euro umsetzen, und wenn ja, wo?

Die Stadtverwaltung hat dazu schon einige Ideen entwickelt, über die nun im Fachausschuss Bildung und Soziales beraten wurde. An erster Stelle nannte Joana Götze die neueste Überlegung, nämlich auf dem stadteigenen Grundstück im Scheunenviertel, das derzeit zum Verkauf steht, eine Kita einzurichten. Dafür spricht, dass der Standort verkehrsgünstig ist und bereits ein B-Plan vorliegt. Dagegen spricht, dass der Bau wahrscheinlich im Scheunenstil errichtet werden müsste und damit schwer eine Barrierefreiheit zu schaffen wäre.

Obwohl immer wieder als unrentabel zurückgewiesen, ist auch die einstige Kita "Zwergenland" in Küchensee noch nicht vom Tisch. Martina Graef (Die Linke) favorisiert diesen Standort. "Das Grundstück ist da, und das Haus ist da, das Eltern-Kind-Zentrum könnte mit einziehen, und es könnten sich noch andere Interessenten einbringen", argumentiert sie. Die Hauptamtsleiterin erinnerte an die hohen Umbaukosten, besonders Heizung und Elektrik betreffend. Auch die Johanniter, die daran interessiert wären, in Storkow eine Kita zu betreiben, würden diesen Standort ablehnen, weiß Matthias Bradtke (SPD), der Ausschussvorsitzende. Vor langer Zeit seien 680 000 Euro für den Umbau veranschlagt worden. Diese Summe habe sich vermutlich inzwischen stark erhöht. Er brachte eine neue Idee ins Spiel: Das verwilderte ehemalige Helios-Grundstück am Mühlenfließ, Altstadt 31. Es sei zentral gelegen und könne eventuell mit einer Arztpraxis und anderen medizinischen Einrichtungen gekoppelt werden. Allerdings seien dort Abrisse nötig.

Auch an die Nutzung des Gemeindehauses in Alt Stahnsdorf wurde gedacht, aber dagegen spricht, dass es für die Finanzierung des Anbaus an die Darre veräußert werden soll. Ein anderer Vorschlag betraf ein stadteigenes Grundstück in der etwas weiter vom Stadtkern entfernten Wedemarker Straße.

Die Anfrage der Johanniter zwecks Grundstückerwerb für eine Kita, eventuell als Erbbau, wird in der Stadt und im Ausschuss zurückhaltend aufgenommen. "Wir müssen die Kitaplätze bezahlen", gab Joana Götze zu bedenken, während Elmar Darimont (Neues Storkow / Haus und Grund) nicht gern das Bildungskonzept aus der Hand geben möchte.

Letzten Endes kamen am Mittwoch die Standorte ehemaliges Helios-Grundstück, ehemalige Kita "Zwergenland" in Küchensee und ein Neubau im Scheuenviertel in die engere Wahl. Auch wolle man sich umhören, ob etwa große Storkower Firmen oder auch die Bundeswehr den Bedarf hätten, eine Betriebskita einzurichten.

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