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Siebter Unternehmertag der HNE widmet sich der Arbeitswelt von morgen / Großer Bedarf an Erfahrungsaustausch

Die Sorgen regionaler Betriebe

Platz für Forschung: Fatih Böyük stellt mit seinem BioLab einen frei nutzbaren Forschungsraum in Eberswalde zur Verfügung. Hier experimentiert er gerade mit gekochtem Weizen, in dem ein Schimmelpilz wächst.
Platz für Forschung: Fatih Böyük stellt mit seinem BioLab einen frei nutzbaren Forschungsraum in Eberswalde zur Verfügung. Hier experimentiert er gerade mit gekochtem Weizen, in dem ein Schimmelpilz wächst. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Julia Lehmann / 13.10.2017, 06:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Unsere Arbeitswelt von morgen wird von der Digitalisierung geprägt sein. In welchem Maße trifft das auf kleine Unternehmen in Brandenburg zu? In Kurzvorträgen tauschten sich Unternehmen, Verbände und Studenten beim 7. Unternehmertag der HNE über ihre Bedarfe aus.

Gerade im ländlichen Raum haben es kleine und mittlere Unternehmen schwer, sich einen bleibenden Platz auf dem Arbeitsmarkt zu sichern. Beim Unternehmertag der Hochschule für nachhaltige Entwicklung trafen am Mittwoch Prognosen und Strategien seitens der Wissenschaft und der brandenburgischen Landesregierung auf Erfahrungen aus der Wirklichkeit regionaler Unternehmen. In Kurzvorträgen und siebenminütigen Redebeiträgen nach dem Pecha Kucha-System sollten so Bedarfe erkennbar und ein Austausch generiert werden.

Genau dieser Mix aus Unternehmerverbänden wie IHK Ostbrandenburg, Unternehmerverband Barnim und anderen, Vertretern des Landes, Gründer, Hochschulmitarbeitern und Studierenden mache den Reiz aus, findet Kerstin Lehmann. Sie arbeitet für die Transferstelle TIB der HNE, die den Unternehmertag auch in der siebten Auflage organisiert. Sie wünsche sich unter allen Beteiligten Austausch und Aha-Effekte, die sich aus den Erfahrungen anderer ergeben. Gerade Themen wie Digitalisierung, Work-Life-Balance, Familie und Altersstrukturen würden bei kleineren Unternehmen immer wieder Fragen aufwerfen.

Aus Sicht der Landesregierung stehen Bereiche wie der demographische Wandel und der Fachkräftemangel ganz oben auf der Agenda, wie Friederike Haase, Abteilungsleiterin für Arbeit, Qualifikation und Fachkräfte im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie in einem kurzen Vortrag berichtet. Das Land arbeite außerdem an einer Digitalisierungsstrategie und müsse sich über psychische Belastungen am Arbeitsplatz Gedanken machen. "Das sind existenzielle Themen, denn es geht darum, wie man sein gesamtes Arbeitsleben gestaltet", so Friederike Haase.

Im Publikum des Hörsaals in Haus 1 hatten am Mittwochnachmittag nur wenige Gäste Platz genommen. Aus den Zwischenfragen der Unternehmer wurde aber ersichtlich, dass sich viele nicht in den theoretischen Darstellungen wiederfinden und sich fragen, wie sie die Wünsche ihrer Mitarbeiter kompensieren sollen. Besonders von der Wissenschaft erhoffen sich viele Lösungen, wie nach dem Beitrag von Alexandra Wagner, Geschäftsführerin des Forschungsteams Internationaler Arbeitsmarkt aus Berlin, erkennbar wurde. Sie liefere zwar Ausführungen zur Arbeitsmarktforschung, so Wagner, könne aber keine einfachen Lösungen für Unternehmer bieten. "Aber wir können diese gemeinsam erarbeiten", so Alexandra Wagner. Sie bot den Betrieben an, Erhebungen zu ihren Erfahrungen und Bedarfen zu machen. Der Austausch nach diesem Vortrag zeige Kerstin Lehmann, dass der Diskussionsbedarf beim Unternehmertag größer ist, als gedacht. "Vielleicht geben wir Gesprächen an dieser Stelle in Zukunft mehr Raum", sagt sie. Gelegenheit dazu bekommen die Gäste planmäßig immer nach Veranstaltung. Sie erkenne auch, dass beim Thema Digitalisierung Unsicherheit herrscht. Gerade etablierte Unternehmen tun sich mit dieser Entwicklung schwer, hat Kerstin Lehmann beobachtet.

In sechs Redebeiträgen traf die theoretische Sicht auf die Lebensrealität. Referenten wie Jana Einsporn, Kanzlerin der Hochschule, haben sieben Minuten Zeit, um mithilfe von Folien ihr Unternehmen oder Projekt zu erläutern. Einsporn gibt einen Einblick in die Arbeitswelt der HNE, die auf gesunde und soziale Aspekte ausgelegt ist. Unterhaltsam stellte Waldemar Wegner die Arbeit seines Angermünder Unternehmens vor, das virtuelle 360-Grad-Inhalte erstellt. "Für mich spielt das Alter meiner Mitarbeiter keine Rolle", sagt der Geschäftsführer. Demnach ist die Altersdurchmischung in seinem Haus groß. Leo Vermeulen trat stellvertretend für eine Kollegin vom Dual Career Service der Universität Potsdam auf. Dieser Dienst vermittelt Jobs im eigenen Haus an die Partner von Mitarbeitern. "Denn wer entscheidet bei einem Jobwechsel mit? - der Partner", so Vermeulen. Meike Bukowski von pme Familienservice GmbH aus Berlin, Henriette Pflug vom studentischen Projekt "BrezelTheWorld" der HNE spowie Fatih Böyük und Malte Larsen vom BioLab Eberswalde schlossen sich ihnen an.

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