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Schwedter Kinder machen mit Farbspray sichtbar, wo Hundebesitzer die Haufen ihrer Tiere liegen lassen

Farbig markierte Stinkminen

Michael Dietrich / 13.10.2017, 06:00 Uhr
Schwedt (MOZ) Schwedter Kinder haben am Donnerstag Hundehaufen in Schwedt mit Farbspray markiert. Sie fanden erstaunlich viele Hinterlassenschaften von Hunden, deren Besitzer sich nicht an die Pflicht halten, den Hundekot aufzusammeln.

Der kleine Tross von Kindern aus dem Hort der Kita "Friedrich Fröbel" ist keine 300 Meter gelaufen, da hatten die Steppkes bereits 30 Hundehaufen entdeckt und mit gelber, weißer oder roter Farbe markiert. Immer wieder schallten die Ausrufe "Hier!", "Hier ist noch einer!" durch das Wohngebiet im Marchlewskiring. 14 Kinder waren unterwegs, jedes durfte mindestens zwei zum Teil noch stinkende Hundehaufen besprühen. "Das ist schon sehr ärgerlich, wenn Kinder in so einen Haufen treten ", sagt Melanie Grunz, eine der Erzieherinnen. "Sie laufen nun mal nicht nur auf dem Gehweg, sondern rennen auch über den Rasen oder stromern durchs Gebüsch. Wir haben schon oft Schuhe säubern müssen, damit es nicht in der ganzen Kita stinkt."

Das Gebiet, das die Kinder abliefen, war klein. Die markierten Haufen lagen alle nah am Gehweg. "Wenn wir dort drüben, auf dem ehemaligen Verkehrsgarten entlang laufen würden, hätten wir sicher noch viel mehr Funde", weiß Melanie Grunz aus Erfahrung. Wenn man die von den Kindern bestimmte Haufendichte hochrechnet auf die ganze Stadt, dürften es hunderte, wenn nicht tausende Stinkminen sein.

In der Aktionswoche "Für ein sauberes Schwedt" werben die Stadt, Wohnungsvermieter und Vereine auf Plakaten, mit Flyern und kleinen Geschenkpackungen mit Hundekottüten um mehr Verständnis der Hundebesitzer, sich an die Regeln zu halten. Mit Plakaten in allen Hausaufgängen wird die Kampagne beworben und der Stadtordnungsdienst pfeifft eine Woche lang auf seine sicheren Einnahmen aus der Überwachung des ruhenden Verkehrs und geht auf Hunde-Patrouille, spricht Hundebesitzer an, die ihren Liebling unangeleint laufen lassen. Jene zu erreichen, die den Kot ihrer Hunde nicht aufsammeln, ist der Stadt bisher noch nicht gelungen. Die Kinderaktion hat zumindest das Problem deutlich sichtbar gemacht.

Kommentar

Nie hätte ich gedacht, wie einfach es ist, auf das Problem mit den Hundekot in der Stadt hinzuweisen. Eine Gruppe von Kindern macht einen Spaziergang von nicht mal einer halben Stunde und stößt dabei ohne langes Suchen auf 30 Hinterlassenschaften von Hunden, die von ihren Besitzern eben nicht aufgesammelt wurden, wie es vorgeschrieben ist. Mit ihren Farbsprays haben die Kinder nicht nur die buchstäbliche Kacke markiert, so dass vielleicht ein nächster Spaziergänger nicht mehr hineintritt und sich ärgert. Sie haben mit ihrer Signalfarbe auch eine Verhalten von Hundebesitzern sichtbar gemacht, dass oftmals geleugnet oder als vergleichsweise "nicht so schlimm"etwa wie in Berlin heruntergespielt wird. Die 30 leuchtenden Haufen auf 300 Meter Weg sind ein Beweis und ein Alarmsignal.Auf dem Weg der Kinder sagte die kleine Luisa zu ihrer Freundin Leonie: "Das ist einfach nur ekelhaft!" Wie recht sie hat. Michael Dietrich

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Ilona Bormann 13.10.2017 - 18:18:40

Es gibt verantwortungsbewußte Hundehalter

Tolle Idee, die die Kids da umsetzen und somit hoffentlich manchen Hundebesitzer zum Nachdenken und zur Verhaltensänderung anregen.Bei dern Idee des ERSTEN Schwedter Hundewalds war man auch sehr skeptisch, in Bezug auf die Hinterlassenschaften der Vierbeiner. Ich bin mit meinen beiden Fellnasen regelmäßig dort. Dass ich hier noch keine Tretminen gesehen habe zeugt doch davon, dass es auch verantwortungsbewusste Hundehalter gibt. Bleibt zu hoffen, dass alle Aktionen dazu beitragen, die ignoranten Herrchen und Frauchen, die ein schlechtes Licht auf alle werfen, zur Verhaltesnskorrektur zu bewegen!

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