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Historiker Lutz Libert präsentiert neuen Bildband über Angermünde zwischen 1949 und 1989 mit bisher unveröffentlichten Fotos

Zwischen Konsum und Urania

Daniela Windolff / 13.10.2017, 06:20 Uhr
Angermünde (MOZ) "Sichert das Brot - Alle Hände an den Pflug!", ist auf einem Transparent zu lesen, das die Angermünder zu einer öffentlichen Kundgebung in der Reichshalle aufruft. Das Schwarz-Weiß-Foto wurde im Frühjahr 1946 aufgenommen und schlummerte jahrzehntelang im Fundus des Angermünder Museums. Hier stöberte jetzt Museumsmitarbeiter Lutz Libert über 200 alte, bisher unveröffentlichte Fotos aus der DDR auf, die Angermünder Ansichten und Ereignisse zwischen 1946 und 1989 dokumentieren. Daraus entstand in Zusammenarbeit mit dem Sutton-Verlag ein bemerkenswerter Bildband, der nicht nur Zeugnis steinerner Geschichte ablegt, sondern vom Alltag der Menschen erzählt und ein lebendiges Fenster der Zeitgeschichte öffnet. Gegliedert in verschiedene Kapitel, vom schweren Neuanfang nach dem Krieg über Stadtentwicklung und Baugeschehen, Handel und Gastronomie, Bildung und Erziehung bis zu Sport, Kultur und besondere Höhepunkte führt der Bildband durch vier Jahrzehnte Sozialismus in Angermünde und lädt zum Blättern, Stöbern und Erinnern ein. Die Bandbreite reicht von Fotos der Rossschlächterei in der Rosenstraße 18, die für ihre Pferdebuletten bekannt war, über die Eröffnung des Bootsverleihs am Mündesee 1972 bis zum Schneechaos im Winter 1987. Da begegnet man Menschen bei Kundgebungen am 1. Mai oder beim Kindergartenspaziergang, Pioniere beim Altstoffsammeln und Schlittschuhläufer auf dem Mündesee. Da erinnern Fotoimpressionen an die ersten Blasmusiktage und an den Aufbau des Neubaugebietes in der Weststadt, da gibt es Einblicke in die Produktion des Stanz- und Emaillierwerkes oder des Bahnbetriebswerkes. Und so manch ein alter Angermünder wird sich vielleicht auf den historischen Fotografien selbst oder ein anderes bekanntes Gesicht wiedererkennen. Dazu hat Autor Lutz Libert informative kurze Texte verfasst, die geschichtliche Hintergründe erläutern.

Das Buch ist sicher auch für die junge Generation eine spannende, ganz neue Begegnung mit der DDR-Geschichte. Schon die erste öffentliche Präsentation des neuen Bandes "Bilder aus der DDR" mit Lutz Libert und Andreas Ströbel, Marketing- und Vertriebsleiter des Sutton-Verlages im Haus der Generationen, übrigens das ehemalige Pionierhaus, stieß auf überragendes Interesse.

Das Buch ist in der Ehm Welk-Buchhandlung Angermünde erhältlich.

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