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OB-Anwärter Markus Derling spricht bei CDU-Forum über Zukunftsideen - und kritisiert Amtsinhaber Wilke

Derling grenzt sich von Wilke ab

Dezernent Markus Derling bei der CDU-Diskussionsrunde am Mittwochabend im Restaurant Fratelli.
Dezernent Markus Derling bei der CDU-Diskussionsrunde am Mittwochabend im Restaurant Fratelli. © Foto: MOZ/Thomas Gutke
Thomas Gutke / 13.10.2017, 06:31 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Mitte November will sich Markus Derling vom Stadtverband der Christdemokraten als Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl küren lassen. Am Mittwoch bezog der Frankfurter Bau- und Kulturdezernent bei einer CDU-Veranstaltung erstmals inhaltlich Position - und grenzte sich von Amtsinhaber Martin Wilke ab.

Der Vorsitzende des Kreisverbandes Michael Möckel hatte seinen Parteikollegen ins Restaurant Fratelli zur Diskussion eingeladen. Anlass waren der Tag der Deutschen Einheit und natürlich die OB-Wahl im Frühjahr 2018. Vor etwa 30 - ausschließlich männlichen - Zuhörern sprach der 53-Jährige über seinen Lebensweg, der ihn 2002 nach Frankfurt führte, seine Arbeit als Beigeordneter und darüber, wohin sich die Oderstadt entwickeln sollte.

"Wir liegen in der Wachstumsregion rund um die Bundeshauptstadt und müssen uns stärker als Teil des Ballungsraums begreifen", erklärte Derling. Berlin mit seinen Möglichkeiten liege eine Dreiviertelstunde vor der Haustür. Frankfurt biete günstige Wohnungen, einen einzigartigen Naturraum, die Brücke ins Nachbarland. Diese Chancen seien es, die viel stärker betont werden müssten. Zugleich setze er auf eine wachsende Universität und darauf, "dass unsere Kultureinrichtungen auf stabilere Strukturen gestellt werden, um sie überlebensfähig zu halten." Hier sei der Anfang mit dem Brandenburgischen Landesmuseum gemacht. Beim Stadtumbau hält er am Fokus auf die Innenstadt fest. "Ich stehe dazu, dass wir Tausende Platten abgerissen haben. Andernfalls hätten sich unsere Wohnungsunternehmen nicht am Markt halten können."

Er nehme wahr, so Markus Derling, dass viele Frankfurter "die vergangenen Jahre vor allem als Verlustgeschichte erlebt haben". Trotzdem müsse man aufpassen, "dass die Stimmung nicht umkippt in eine Rückwärtsgewandheit". Auch eine Stadt mit 60 000 Einwohnern könne eine attraktive, lebenswerte Stadt sein. Dass das Land in dem Zusammenhang die Kreisfreiheit in Frage stelle, sei "keine Trivialität." Städten wie Frankfurt gehöre die Brandenburger Zukunft. Ihnen Kompetenzen wegzunehmen "finde ich problematisch."

Durchaus kritisch bewertet Derling - auf Nachfrage aus dem Publikum - aber auch die Arbeit seines Mitbewerbers bei der Wahl, Amtsinhaber Martin Wilke. "Er hat es nicht verstanden, die Verwaltung mitzunehmen. Er war vielleicht zu projektorientiert." Sein Ziel sei es, die Stadtverwaltung künftig mehr als Arbeitsinstrument zu begreifen. "Sie muss wieder viel stärker eingebunden werden, sich mit ihrer Arbeit identifizieren. Da grenze ich mich klar von Martin Wilke ab."

Zu René Wilke ließ sich Derling ebenso ein; der Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende der Linken im Stadtparlament hatte in der vorigen Woche seine Oberbürgermeisterkandidatur öffentlich gemacht und dabei die Verwaltungsspitze angegriffen - jetzt würden die gegeneinander antreten, die jahrelang gegeneinander gearbeitet hätten. "Dass René Wilke so tut, als sei er nicht ebenso Teil der Politik der vergangenen acht Jahre gewesen, erstaunt mich schon", entgegnete Derling, und verwies unter anderem auf die von den Linken ins Amt gehobene, später gescheiterte Kämmerin Claudia Possardt. Es sei auch nicht so, "dass hier alles kaputt ist. So schlecht sieht die Bilanz nicht aus."

Dass Bild einer zerstrittenen Stadtspitze, wie in der Öffentlichkeit mitunter gezeichnet, könne er nicht nachvollziehen. Gleichwohl seien Auseinandersetzungen nötig. "Wir müssen doch unterschiedliche Meinungen haben dürfen." Die Aufgabe eines Oberbürgermeisters sei es dann, für Mehrheiten zu sorgen. "Ich fühle mich in der Lage, Interessen zusammenzubinden".

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