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Grundstein zum neuen Wasserwerk am Bardin gelegt / Zweckverband ZWA investiert eine knappe Million Euro

Premiere für Oderbergs Bürgermeisterin

Viola Petersson / 13.10.2017, 06:40 Uhr
Oderberg (MOZ) Die Firmen haben schon gut vorgelegt, die ersten Fundamente sind bereits gegossen. Gleichwohl: Für die Grundsteinlegung fand sich auf der Baustelle ein passender Platz zum obligatorischen Versenken der Kartusche. Der ZWA errichtet am Bardin für 970 000 Euro ein neues Wasserwerk, direkt neben dem alten.

Es gibt nicht viele Möglichkeiten für Grundsteinlegungen in Oderberg. Neubauprojekte sind in ihrer Zahl übersichtlich. Ein Flüchtlingsheim, eine neue Kita. Nun also ein neues Wasserwerk. "Das ist meine erste Grundsteinlegung als Bürgermeisterin überhaupt", erklärte Martina Hähnel am Donnerstag beim offiziellen Baustart. Und mit Unterstützung des Bauherrn hat das ehrenamtliche Stadtoberhaupt denn auch die Zeremonie nach alter Tradition, ihre Premiere, mit Bravour gemeistert. Hähnel versenkte die Kartusche mit Tageszeitung, Münzen und Bauplänen. Und mit einem Hammerschlag wünschte sie dem Eberswalder Zweckverband für Wasserver- und Abwasserentsorgung (ZWA) vor allem eines: Man möge das Vorhaben termingerecht realisieren.

Laut ZWA-Chef Wolfgang Hein soll das neue Wasserwerk Ende 2018 in Betrieb gehen. Der Abschluss aller Arbeiten sei jedoch erst für 2019 geplant. Das neue Werk löst das alte am Standort Bardin ab. Eine Ertüchtigung der jetzigen Anlage erschien aus wirtschaftlicher Sicht als wenig sinnvoll. "Das alte Wasserwerk ist technisch wie baulich verschlissen", erklärte Hein vor der Grundsteinlegung. Die Hülle stamme aus den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts. Deshalb sei mit dem durch die Verbandsversammlung verabschiedeten Wirtschaftsplan 2017 die Entscheidung zugunsten eines Ersatzneubaus gefallen.

Das Investitionsvolumen bezifferte Hein auf knapp eine Million Euro. 744 000 Euro bringe der ZWA aus Eigenmitteln - ohne Kredit - auf. 226 000 Euro erwarte man als Förderung aus dem Umweltministerium in Potsdam, so Hein, gleichzeitig versichernd, dass ein vorzeitiger Maßnahmebeginn genehmigt wurde. Und: "Der Neubau wird nicht zu einer Gebührenerhöhung führen." Nach aktuellen Kalkulationen werden auch 2018 die Preise stabil bleiben, erklärte der ZWA-Chef. Innerhalb Brandenburgs bewege sich der ZWA mit den Trinkwassergebühren "im unteren Drittel", wollte Hein betont wissen.

Das Oderberger Wasserwerk ist im ZWA-Gebiet das viertgrößte, nach Finow, Stadtsee (beide Eberswalde) und Joachimsthal. Die Kapazität liege aktuell bei 110 Kubikmeter je Stunde. Mit dem Neubau werde der ZWA die Kapazität dem Bedarf anpassen: auf etwa 90 Kubikmeter pro Stunde, so Volker Pagel, technischer Leiter. "Eine Reserve ist selbstverständlich berücksichtigt." Oderberg versorgt insgesamt 4600 Verbraucher - in Oderberg selbst, einschließlich Neuendorf, in Parsteinsee, Lunow-Stolzenhagen sowie Hohensaaten. Letzterer Ortsteil war zwar aus dem ZWA ausgetreten und gehört heute dem Verband TAVOB im Oderbruch an, das feuchte Nass beziehen die Hohensaatener aber weiterhin aus Oderberg. "Das ist in langfristigen Verträgen so geregelt", sagte Pagel.

Der Neubau werde in mehreren Bauabschnitten realisiert, erklärte Wolfgang Hein weiter. Bis zum Jahresende soll noch die bauliche Hülle hochgezogen werden. 2018 folgen dann die technologische Ausrüstung sowie die Installation der Elektro- und Steuerungsanlagen. Parallel werde ein neuer Rohwasserbrunnen abgeteuft, also per Bohrung erschlossen. Der Bau eines sogenannten Absatzbeckens sowie die Gestaltung der Außenanlagen komplettieren 2019 das Vorhaben.

Mit dieser Investition verfolge der Verband auch das Ziel, den Energieaufwand zu optimieren sowie den Wartungs- und Instandhaltungsaufwand zu reduzieren, ergänzte Hein. Dieses Bemühen, einerseits die Technik stets auf dem neuesten Stand zu halten, andererseits die Kosten nicht aus dem Blick zu verlieren, dafür gebühre sowohl den Mitarbeitern wie auch den Mitgliedskommunen Dank, erklärte André Nedlin, Amtsdirektor von Biesenthal-Barnim und Vorsitzender der Verbandsversammlung.

Und was wird aus dem alten Wasserwerk, dem idyllisch anmutenden Fachwerk? "Vielleicht findet sich ja ein Liebhaber aus Berlin", meinte Hein. Woraufhin Martina Hähnel sogleich erklärte: "Auf den warten wir auch schon seit Jahren." Wahrscheinlich werde das Haus also abgerissen, so der ZWA-Chef. Parallel zum Neubau in Oderberg bereitet der ZWA die Ertüchtigung des Wasserwerkes in Eichhorst für 2018/19 vor. Insgesamt betreibt der ZWA zehn Wasserwerke - mit einer Kapazität von 6,8 Millionen Kubikmeter im Jahr.

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