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Volles Haus der Generationen beim ersten gemeinsamen Mittagstisch der Neuzeit

Gutes Essen in bester Gesellschaft

Kerstin Unger / 13.10.2017, 06:40 Uhr - Aktualisiert 13.10.2017, 10:54
Angermünde (MOZ) Etwa 40 Senioren sind am Donnerstag der Einladung des Mahlzeitendienstes der Volkssolidarität zum Mittagessen in Gemeinschaft gefolgt. Der Aktionstag "Auf Rädern zum Essen" will ältere Menschen aus dem Haus locken und mobil erhalten.

"Ich komm gerade vom Doktor. Da war es auch so voll", entfuhr es Elfriede Niethe. Sie kam etwas verspätet zum gemeinsamen Mittagstisch ins Haus der Generationen. Da hatten die Gäste den ersten Gang, einen leichten Salat, bereits verputzt. Zuvor konnten sie einen Plausch mit den Tischnachbarn halten und Hintergrundmusik vom Ex-Bürgermeister Wolfgang Krakow genießen.

Andrea Hübeler-Buike, Leiterin des Mahlzeitendienstes der Volkssolidarität, freute sich über die Resonanz auf ihre Einladung zum ersten Aktionstag "Auf Rädern zum Essen". Die meisten Senioren, die sich angemeldet hatten, sind auch gekommen. Einige nahmen den Bus, andere den Rollator. Manche wurden auch von Angehörigen zu ihrer Verabredung zum Essen gebracht. Die Mitarbeiterinnen der Begegnungsstätte hatten die Tische schön eingedeckt und brachten auf Wunsch auch Getränke. Das 3-Gänge-Menü aus Salat, Roulade mit Rotkohl und Quarkspeise war pünktlich fertig. Selbst das Wetter passte bestens. So stand ein paar gemütlichen Stunden nichts mehr im Wege.

Das Essen schmeckt wie selbst gekocht, war von allen Seiten zu hören. "Aber es war ganz schön viel", meinte Vera Senz, die noch regelmäßig mit ihrer früheren Kollegin Edith Muchow aus der Schulküche der Ehm Welk-Schule unterwegs ist und auch Spielnachmittage oder Gesundheitstage des BSV besucht. Edith Muchow, die nächsten Monat 91 Jahre alt wird, kocht ab und zu noch selbst oder bekommt Essen von der Tochter. Das Angebot des gemeinsamen Mittagstisches ab und zu finden sie gut.

Auch Margit Kohn kocht kleinere Gerichte noch selbst. "Ich komme nicht mehr so viel raus", erzählt sie. "Ich drehe mit dem Rollator meine Runden und gehe soweit ich es schaffe, in Geschäfte." Auch ihr hat das Probeessen gemundet. Allerdings hatte sie Probleme mit dem Hören. Ihr machten die vielen Geräusche zu schaffen. Aber vielleicht kommt sie wieder einmal auf ihrem Weg zum Einkaufen zum Essen vorbei.

Für die 93-jährige Elli Damm ist das gar keine Frage. Sie kommt in die Begegnungsstätte, seit es sie gibt, berichtet sie. Seit den 1970er-Jahren hat sie bei der Volkssolidarität immer Mittag gegessen. "Und wenn ich hier alleine sitze", sagt sie. Wenn sie sich einmal nicht so fühlt, ist die Sehnsucht Motivation, schnell wieder auf die Beine zu kommen, wissen die Mitarbeiterinnen des Wohlfahrtsverbandes.

Der Mittagstisch für Rentner ist keine neue Erfindung. Den gab es auch schon zu DDR-Zeiten. Doch mit den wachsenden Mittags- und Imbissangeboten oder dem Essen auf Rädern nahm die Teilnehmerzahl rapide ab. Der Mahlzeitendienst der Volkssolidarität bringt das Essen auf Wunsch auch ins Haus, aber manch ein alter Mensch vereinsamt ohne Gesellschaft und geht nicht mehr aus dem Haus.

"So ein täglicher kleiner Spaziergang ist gesund und förderlich. Ihn mit einem guten Essen zu verbinden, wäre eine gute Idee", meinte die Geschäftsführerin des Verbandsbereiches Angermünde der Volkssolidarität, die am Donnerstag auch am Mittagstisch Platz genommen hatte. Der Aktionstag soll keine Eintagsfliege bleiben, sondern vorerst einmal im Monat stattfinden. Der Nachfolgetermin steht schon, und zwar am 16. November. Einige Gäste des Auftaktessens trugen sich schon in die Liste ein. Weitere können sich telefonisch anmelden. Mehr Informationen zur Aktion "Auf Rädern zum Essen" wird es auch auf der Seniorenbörse am 4. November in der Angermünder Altstadthalle geben.

Anmeldungen für das Mittagsmenü am 16. November, 10.30 Uhr: Telefon 03331 32435 oder E-Mail: uckermark@volkssolidaritaet.de ?

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