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Eichhorn-Hof in Rüdnitz mit Direktvermarktung im Ort / Verkauf auch auf Berliner Märkten

Leidenschaft zum Öko-Anbau

Aus eigenem Anbau: Im Hofladen in der Dorfstraße 22 in Rüdnitz sowie auch auf diversen Märkten in der Region bietet Edith Stöber landwirtschaftliche Produkte an.
Aus eigenem Anbau: Im Hofladen in der Dorfstraße 22 in Rüdnitz sowie auch auf diversen Märkten in der Region bietet Edith Stöber landwirtschaftliche Produkte an. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Olav Schröder / 13.10.2017, 06:40 Uhr
Rüdnitz (MOZ) Seit mehr als 20 Jahren betreibt Edith Stöber in Rüdnitz einen Hofladen zur Direktvermarktung eigener landwirtschaftlicher Produkte. Darüber hinaus ist sie unter anderem auch auf Berliner Märkten vertreten. Die Öko-Landwirtschaft ist allerdings nicht ihr einziges Betätigungsfeld.

Edith Stöber schreckt nicht davor zurück, neue Wege zu beschreiten. "Man kann innerlich spüren, was für Veränderungen anstehen", sagt sie. Zum "Loslassen" eingespielter Strukturen müsse man allerdings auch Mut aufbringen. Wer sich beruflich verändert, gibt Sicherheiten auf.

Ihre Bereitschaft, Neues auszuprobieren und ihre Vorliebe für die Landwirtschaft gehen sicherlich zu einem großen Teil auf ihre Eltern zurück. Sie hatten ein Hotel samt Landwirtschaft im Sauerland in Westfalen betrieben und die Gäste von der eigenen Fleischproduktion bis zum selbstgebackenen Brot versorgt. Ihre Mutter, berichtet sie, hatte sieben Kinder.

Edith Stöber studierte Thologie und Pädagogik, arbeitete in Bremen als Sozialarbeiterin, doch der Wunsch, doch der Antrieb, eigene Produkte anzubauen, ging nicht verloren. 1993 eröffnete sie den Eichhorn-Hof in der Rüdnitzer Dorfstraße. Zuvor hatten sie und ihr Mann Olaf Willert in Berlin-Buch mit dem Anbau auf einer gepachteten Fläche hinter dem Krankenhaus begonnen - eigentlich nur zur Selbstversorgung oder für einige Freunde, wie sie berichtet. Denn in Berlin arbeitete sie als Sozialarbeiterin und hatte mit einer Freundin eine Heilpraktiker-Praxis eröffnet. Auch dafür hatte sie eigenen Wege beschritten, indem sie eine klassische Ausbildung absolvierte.

Olaf Willert widmete sich der Landwirtschaft, insbesondere der Schafzucht. Edith Stöber übernahm Vertriebsaufgaben. Eine Apfelplantage in Elisenau kam hinzu. Als sie ihr Pachtland aufgeben mussten, fanden sie das Haus in Rüdnitz, ihren Eichhof. Am Wald wurden Weideflächen auch für Pferde genutzt, im ausgesprochen weitläufigen Vorgarten des Hofs Gemüse angebaut. Drei Kinder fühlten sich hier wohl. Allerdings war die Arbeit nicht zu unterschätzen. "Der Boden hierfür musste urbar gemacht werden, Unkraut gezupft werden", berichtet Edith Stöber. Das alles geschah in mühsamer Handarbeit. Der Humus zur Bodenverbesserung wurde aus Pflanzenbestandteilen, Holzkohle und Tiermist hergestellt. Saisonhelfer kamen hinzu, zwei, drei Gärtnerinnen. Zu tun gab es immer etwas. Wenn nicht in Rüdnitz, dann auf Berliner Märkten. Um 2000 und in den folgenden Jahren wurden im Abo-System rund 120 bis 130 Familien in Berlin mit Gemüsekisten versorgt. Vor zehn Jahren wurde der Umfang verkleinert. Olaf Willert und Edith Stöber widmeten sich allein dem Obst- und Pflanzenanbau sowie der Schafherde 2008 kam jedoch wieder eine Auszubildende als Gärtnerin dazu. Die Direktvermarktung in Berlin steht weiterhin auf dem Programm. Im Hofladen - vom Herbst bis zum Frühjahr ist er immer freitags von 14 bis 19 Uhr geöffnet - gibt es erntefrisches Gemüse, Obst und Kräuter, Lammfleisch als Spezialität, Salate, Zwiebeln, Bohnen, Apfel- und Rote-Beete-Saft frisch gepresst und vieles mehr.

Bei der Öko-Landwirtschaft allein blieb es allerdings nicht. Auf der Grundlage ihrer Ausbildung an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin arbeitet Edith Stöber seit wenigen Jahren als Homöopathin. "Vieles ist nicht planbar, man muss Vertrauen haben", sagt Edith Stöber. Die Zahl der Patienten habe zugenommen, wenn sie auf die zurückliegenden Jahrzehnte blickt. Auch wenn immer etwas zu tun war, an einer liebgewordenen Tradition hielt und hält sie fest: Am Morgen oder Abend nimmt sie sich Zeit, um die Gedanken schweifen zu lassen und eine innerliche Orientierung zu erhalten.

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