Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Mitglieder der Schützengilde Spreenhagen kümmern sich um die Werterhaltung / Videoüberwachung beschert mehr Sicherheit

Neuer Kugelfang für den Schießstand

Anke Beißer / 13.10.2017, 06:40 Uhr
Spreenhagen (MOZ) Am Domizil der Spreenhagener Schützengilde gibt es immer etwas zu tun. Derzeit allerdings kommen die Vereinsmitglieder besonders ins Schwitzen: Die Kugelfänge - hoch aufgeschichtete Baumstämme - müssen erneuert werden. Und dann steht auch noch eine Sicherheitskontrolle ins Haus.

Es staubt mächtig am Kopfende der 25-Meter-Bahn auf der Schießanlage der Spreenhagner Schützengilde. Oliver Tölle kniet in einem guten Meter Höhe auf arg verrotteten Baumstämmen und befreit diese aus einem Bett aus Sägemehl. Christian Scheel geht ihm mit Kiepen zur Hand, bugsiert das Material beiseite und hebt die Hölzer zum Abtransport in eine Schubkarre.

Alle zehn bis 12 Jahre steht diese Sisyphusarbeit an. Je nach Länge der Bahn sind die Fänge zwei bis vier Meter tief, werden in der jeweiligen Kammer die auf die gewünschte Länge zurecht gesägten Eichen- und Kiefernstämme 2,5 Meter hoch aufgeschichtet. "Drei bis vier Leute haben damit eine Woche zu tun", weiß Vereinsvorsitzender Klaus-Dieter Müller. Das erfordert neben den sonst üblichen Mittwochs-Einsätzen noch zusätzliche Treffen.

Im November steht die alle fünf bis sechs Jahre notwendige Kontrolle durch Mitarbeiter des Sachgebietes Waffenrecht der Polizeidirektion Ost an. Am Donnerstag gab es schon mal einen Vorab-Check. "Wir halten den Stand ja in Ordnung, aber es besteht immer die Gefahr betriebsblind zu werden", sagt Müller. In den 27 Jahren, die sich der Verein um die Anlage kümmert, habe es keinen Unfall, keine Verletzung bei Schießübungen gegeben. "Da hat sich höchstens mal jemand den Kopf gestoßen, beim Arbeiten." Die Werterhaltung auf dem Gelände habe ein immenses Ausmaß.

In diesem Jahr haben sich die Vereinsmitglieder den Flachbau neben dem Eingang vorgenommen. Dort wurde eine neue Küche eingebaut. In dem Zuge wurden die Wände gedämmt, es wurde renoviert und das Dach von der Holzkonstruktion über die Dämmung bis hin zu abschließenden Blech hergerichtet.

Ebenfalls neu ist ein großflächiges Wandbild an der überdachten Sitzecke. Und dann fällt im Aufenthaltsraum ein großer Flachbildschirm ins Auge. "Das Objekt ist jetzt videoüberwacht", erläutert Müller. Neun Kameras haben alle Stände, die Gebäude und den Eingangsbereich sowie den Parkplatz davor im Visier. "Alles wird aufgezeichnet und sechs bis acht Wochen gespeichert."

Um das Domizil in Schuss zu halten, sind die 180 Mitglieder gefragt. Allerdings, sagt Müller, seien nur wenige tatsächlich dazu im Stande und könnten die notwendige Zeit aufbringen. "In der Regel sind das wir Rentner." 15 Stunden muss jedes Mitglied im Jahr leisten. Wer das nicht schafft, zahlt 240 Euro in die Kasse der Schützengilde. "Förderung von der Gemeinde haben wir bisher nicht erhalten, weil wir nur eine Handvoll Jugendliche haben und viele Mitstreiter nicht aus der Gemeinde kommen." Deshalb sei die Gilde umso mehr auf das Engagement seiner Schützen angewiesen.

Die wollen neben der Arbeit natürlich ihrem Sport frönen und machen das zum Teil auch sehr erfolgreich. Bei deutschen Meisterschaften stellten die Spreenhagener in diesem Jahr drei Teilnehmer. Werner Last schnitt am besten ab: als Zweitplatzierter in der Klasse Kleinkaliber ohne Visierung (50 Meter) bei den Supersenioren.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG