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Daniel Best sorgte schon in den 90ern für den Viadrina-Soundtrack / Heute legt er beim Alumni-Treffen auf

Der DJ kehrt zurück

Denkt gern an Frankfurt zurück: Daniel Best kam 1992 zum Studium aus Reutlingen nach Frankfurt. Bis 1998 studierte er Kulturwissenschaften und organisierte Partys unter anderem in der Grotte und im Easy.
Denkt gern an Frankfurt zurück: Daniel Best kam 1992 zum Studium aus Reutlingen nach Frankfurt. Bis 1998 studierte er Kulturwissenschaften und organisierte Partys unter anderem in der Grotte und im Easy. © Foto: Claudia Araujo
Frauke Adesiyan / 13.10.2017, 06:43 Uhr - Aktualisiert 23.10.2017, 14:52
Frankfurt (Oder) (MOZ) Mehr als 13 000 Alumni haben ihr Studium an der Viadrina abgeschlossen. Vor 25 Jahren startete das erste Studienjahr. Zur Feier des Tages kommt mit Daniel Best heute ein Student der ersten Stunde nach Frankfurt und legt für seine früheren Kommilitonen auf.

Es wird eine Premiere für den Berliner DJ Daniel W. Best heute Abend. Nicht, dass er Platten auflegt, das macht der Unternehmer regelmäßig. Auch Frankfurter zum Tanzen bringen kann er. Er hat es regelmäßig während seiner Frankfurter Jahre bewiesen. Aber in der Mensa im Gräfin-Dönhoff-Gebäude, da hat er noch nie seine Platten auf den Teller gelegt. In der Grotte hat er gespielt und im Easy, hat Künstler engagiert und Partys organisiert. Heute Abend wird er mit seinem mitgebrachten Soul, Funk, Jazz, Brazil und Afro-Sound die Alumni zum Tanzen bringen - als einer von ihnen.

Zwischen 1992 und 1998 hat Best in Frankfurt studiert, zunächst Betriebswirtschaftslehre, dann Kulturwissenschaften, sobald der Studiengang 1993 eröffnet wurde. Mit seiner Matrikelnummer 78 war er einer der hundert ersten Studenten der neu gegründeten Viadrina.

In seiner damaligen Heimat Reutlingen bei Stuttgart hatte er von der neuen, knapp 750 Kilometer entfernten Europa-Universität an der polnischen Grenze gehört und gemeint: "Das muss ich mir mal anschauen." Westdeutschland sei damals "schrecklich langweilig" gewesen, der Aufbruch in den Osten auch ein Abenteuer. Noch immer hat er Bilder im Kopf von der ersten Fahrt nach Frankfurt. Schon beim Fahrkartenkauf enttarnte man ihn als "Schwäbele", erinnert er sich belustigt. Frankfurt sei ihm zunächst kalt und dunkel vorgekommen, die tschechischen Straßenbahnen hat er vor Augen und seinen Einzug in einen Plattenbau in Neuberesinchen.

Dort angekommen ging es dann aber schon mit dem Feiern los. Mit deutschen und polnischen Kommilitonen wurden im Studentenwohnheim Partys organisiert. Schnell begann Best nicht nur Konzerte und Partys zu besuchen sondern auch selbst welche zu veranstalten und aufzulegen. "Ich habe Musiker engagiert, die Tickets selbst gedruckt und verkauft", erinnert sich Best. Er hat mit dem Musiker und Produzenten Sven Helbig aus Eisenhüttenstadt gearbeitet, viele Künstler kennengelernt. "Viele Kontakte, die mir heute noch nützen, habe ich damals geknüpft." Gegen Ende seines Studiums zog Best nach Berlin, er organisierte Clubabende in angesagten Läden wie dem Cookies und dem Weekend. Heute führt er seine eigene Firma Best Works, die Musiker wir Fetsum, Martha Wainwright und Jazzanova unter Vertrag hat.

An sein Studium denkt er durchweg positiv zurück. "Ich habe viele meiner Interessen eingebaut", erzählt er. So habe er Referate über den Begriffs des Ghettos in der Soulmusik gehalten und zu Subkulturen geforscht. "Polnisch gelernt habe ich auch ein bisschen, natürlich habe ich auch mal polnische Freundinnen gehabt", sagt er.

Überhaupt seien die Frankfurter ihm immer freundlich begegnet, erzählt der gebürtige Amerikaner. Bis zu seinem 14. Lebensjahr hat er mit seinen deutschen Eltern und einem Zwillingsbruder in den USA gelebt, sein Vater war dort Professor an der Universität von Maryland. "Von dort habe ich die Einstellung, immer offen zu sein. Dann kommt das auch zurück." Eine Einstellung, die ihn offensichtlich weit gebracht hat.

Das Alumnitreffen beginnt heute mit der Verleihung der Ehrensenatorwürde und einem Podiumsgespräch zum Thema "Quo vadis Europa?" um 15 Uhr im Audimax.

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