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Gesundheitskonferenz des Landkreises in Kruge konzentriert sich auf Erziehung und Senioren

Familie steht im Vordergrund

Konferenz: Olaf Görg (AOK), Dieter Schäfer (Kreissportbund) und Friedemann Hanke (Landkreis, vorn v. l.)
Konferenz: Olaf Görg (AOK), Dieter Schäfer (Kreissportbund) und Friedemann Hanke (Landkreis, vorn v. l.) © Foto: MOZ/Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 13.10.2017, 07:07 Uhr
Kruge (MOZ) Bei der nunmehr vierten Gesundheitskonferenz des Landkreises Märkisch-Oderland am Donnerstag im Kulturhaus Kruge ging es um die Stärkung der Familien sowie darum, pflegebedürftigen Senioren den Lebensabend so angenehm wie möglich zu gestalten.

Die Gesundheitskonferenz beschäftigt sich mit dem Nordosten des Landkreises einschließlich der Gemeinde Letschin. In Kruge kamen etwa 40 Sitzungsteilnehmer, darunter Vertreter des Kreissportbundes, des Krankenhauses Märkisch-Oderland, der Kassen, die Bürgermeister von Bad Freienwalde und Wriezen sowie Kreistagsabgeordnete, zusammen.

Holger Horneffer, Amtsdirektor von Falkenberg-Höhe, wies als Gastgeber auf die Bedeutung des Kulturhauses Kruge und die Ambitionen der Gemeinde Falkenberg und vieler Vereine hin, das Haus zu sanieren und damit zu retten. "Ich finde es gut, dass wir hier in Kruge sind", sagte Landrat Gernot Schmidt (SPD) in seiner Begrüßung. Viele Menschen würden wieder in die Dörfer ziehen und sie zum Leben erwecken. Der Landrat hob die steigenden Geburten hervor. Dennoch präge der Verlust an Einwohnern die Region. Deshalb habe der Landkreis die Gesundheitsvorsorge in der Nordregion, einschließlich Letschin, übernommen. Als Träger des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) musste er jedoch den Ausbau selbst in die Hand nehmen, nachdem das Landwirtschaftsministerium die Förderung versagt hatte. Er hoffe, dass jetzt eine Bundesförderung neue Impulse gebe, sagte Schmidt.

Das MVZ trage zur Sicherung der Gesundheitsversorgung der Region bei. "Wir sind als kommunaler Krankenhausträger einer der aktiven Partner", so der Landrat. In der Debatte um die Hebammen, deren Schwierigkeiten im Mittelpunkt der dritten Gesundheitskonferenz in Wriezen standen, sei die Politik dabei, Rahmenbedingungen zu schaffen, die auch nach unten strahlen.

Den ersten Teil der von Amtsarzt Steffen Hampel und seiner Mitarbeiterin Lisa Hoffmann organisierten Konferenz bezog sich auf Programme für Kita-Kinder und deren Eltern. Lisa Hoffmann informierte, dass die vorwiegend im Raum Bad Freienwalde aktiven Gremien Bündnis für Familie, Netzwerk Frühe Hilfen und Präventionskette zu einem Gremium vereint worden seien, das sich für Familienfreundlichkeit, Stärkung der Kompetenzen der Familie und Gesundheitsförderung einsetze.

Jennifer Nickel von Verein Gesundheit Berlin-Brandenburg stellte das Weiterbildungsprogramm "Schatzsuche" für Kitas vor. Es handele sich um ein Programm zur Förderung des seelischen Wohlbefindens von Kindern in der Kita. "Dabei werden besonders die Stärken und Schutzfaktoren der Kinder als ,Schätze' in den Blick der Erwachsenen gerückt", erläuterte Jennifer Nickel. Freude und Spaß an Erziehungsaufgaben werden vermittelt und die vertrauensvolle Kommunikation zwischen Eltern und Erziehern gestärkt. Zwei Weiterbildungslehrgänge gebe es in Märkisch-Oderland. Der Erste beginne jetzt, für den Zweiten, der im Februar 2018 beginnt, könnten sich Einrichtungen noch im Internet unter www.schatzsuche-kita.de bewerben. Pro Kita nehmen zwei Erzieherinnen teil. Die AOK Nordost finanziere den Kurs, weshalb die Teilnahme kostenlos sei.

Wenig Interesse zeigten Kitas am Weiterbildungsprogramm "Papilio", das von der Barmer gefördert werde, sagte Amtsarzt Steffen Hampel. Es beuge Gewalt und Sucht vor und fördere sozial-emotionale Kompetenz. "Die Wurzeln sind in dieser Altersgruppe angelegt", sagte Steffen Hampel. Die Schulung sei aber sehr umfangreich und verlaufe über einen längeren Zeitraum. Die Kitas wünschten eher Tagesschulungen.

Die Kitas könnten solche Weiterbildungsmaßnahmen mit einem Personalschlüssel von 1:11 nicht leisten, sagte Friedemann Hanke (CDU), Erster Beigeordneter des Landkreises. Statt der Beitragsfreiheit sollte die Landesregierung lieber den Personalschlüssel und damit die Qualität in den Kitas verbessern.

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