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Anwohner des Reitweiner Weges in Podelzig fordern Entwässerungslösung / Gemeindevertreter wollen Gesamtkonzept fürs Dorf

Angst vor dem nächsten Starkregen

Ines Weber-Rath / 13.10.2017, 07:23 Uhr
Podelzig (MOZ) Die Sorge um ihre nach Starkregen immer wieder überfluteten Häuser und Grundstücke hat etwa 20 Anwohner des Reitweiner Weges in dieser Woche in die Beratung des Bau- und Ordnungsausschusses der Gemeinde kommen lassen. In der ging es um Entwässerungslösungen.

Der Muttertag und der Pfingstmontag waren Michaela Sader in diesem Jahr im sprichwörtlich Sinne verhagelt. Tatsächlich waren es Regenfluten, die der Podelzigerin und ihren Nachbarn aus dem Reitweiner Weg das Leben schwer machten: Am 14. Mai ergossen sie sich zum erstem Mal über das Oderbruchdorf. Die Felder am Ortsrand konnten die Wassermengen nicht aufnehmen. Von der Bergkuppe hinter den neuen Häusern an der rechten Straßenseite schoss eine Schlammlawine auf den teils unbefestigten Weg, über Grundstückszufahrten und durch Kellerschächte in die Häuser. Doch der nächste "Jahrhundert-Regen" ließ nur 14 Tage auf sich warten.

"Am 30. Mai kam es noch schlimmer", erinnert sich Michaela Sader. Nach dem sintflutartigen Regen an dem Tag stand das schlammige Wasser in ihrem Keller hüfthoch. Die Podelzigerin und ihre Nachbarn wollen die Angst, dass so etwas jederzeit wieder passieren kann, los werden. Deshalb waren viele von ihnen in die jüngste Beratung des Bau- und Ordnungsausschusses der Gemeinde gekommen.

"Welche Pflichten haben in dem Zusammenhang eigentlich die Eigentümer bzw. Nutzer der landwirtschaftlichen Flächen an unserem Weg?" Das wollte Anwohner René Hopke in der Beratung unter anderem wissen. Schließlich kommt das Wasser ja vom Feld angeschossen. Verpflichten könne man die Landwirte zu nichts, erklärte Bürgermeisterin Angelika Knispel. Der Rechtsanwalt des Amtes Lebus sehe nach Auskunft von Amtsdirektor Heiko Friedemann die Gemeinde für eine Entwässerungslösung in der Verantwortung, so die Bürgermeisterin, die sich mit den Antworten aus der Verwaltung zu der Problematik "nicht zufrieden" erklärte.

Angelika Knispel informierte über ein Treffen von Vertretern der Gemeinde mit den am Reitweiner Weg ackernden Landwirten. Letztere hätten der Kommune Unterstützung zugesichert. Sie wollen nach dem Abschluss der Maisernte neue Entwässerungsmulden an der Straße ziehen und Zwischenfrüchte einsäen, um die Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens zu erhöhen, berichtete die Bürgermeisterin. Sie dankte Georg Wihan und Frank Tiggemann ausdrücklich für dieses Entgegenkommen.

Doch den Anwohnern des Reitweiner Weges ist das nicht genug. Sie wollen eine geordnete Entwässerungslösung, zum Beispiel unter Einbeziehung des Regenwasserbeckens an der sanierten Ortsdurchfahrt der B112 am Wuhdener Weg.

Das Becken sei vom Landesbetrieb Straßenwesen nur für die Straßenentwässerung konzipiert worden, wusste Bauausschussvorsitzender Maik Wissmann. "Wir werden wohl keine Einleitungserlaubnis bekommen", vermutet er. Nachgefragt habe die Amtsverwaltung seines Wissens nach noch nicht. Fakt sei, dass die Gemeinde selbst keine Flächen im Oberdorf besitze, auf denen ein weiteres Regenbecken gebaut werden könnte, so Wissmann.

Sowohl er als auch die Bürgermeisterin nahmen den Gästen die Hoffnung auf eine schnelle Lösung. "Wir brauchen ein Entwässerungskonzept fürs ganze Dorf. Denn bei einer Lösung nur für den Reitweiner Weg kommt das Wasser-Problem bei uns im Unterdorf an", erklärte Angelika Knispel. Die Kosten für das Erstellen eines Entwässerungskonzeptes sollen in den Gemeindehaushalt 2018 eingestellt werden, sicherten die Abgeordneten zu. Doch bis zur sehr, sehr teuren Realisierung werde noch einige Zeit vergehen. Denn die Haushaltslage der Gemeinde ist angespannt, verdeutlichte die Bürgermeisterin.

Die Schäden am Weg sollen im kommenden Frühjahr repariert werden, versicherte Maik Wissmann auf Nachfrage eines Anwohners. René Hopkes Vorschlag, die Entwässerungsgräben am ehemaligen Reitweiner Weg, vom Wäldchen her, zu reaktivieren, soll geprüft werden.

Eines jedoch wollen die Gemeindevertreter nicht: dass alle Anwohner des Weges Wälle um ihre Grundstücke bauen. "Dann schießt das Wasser über die Straße ins Unterdorf", befürchtet Maik Wissmann.

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