Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Eberswalder Bauhof schlägt moderate Erhöhung vor / Stadtpolitik entscheidet zwischen drei Varianten

Grabgebühren sollen teurer werden

Teure.letzte Ruhestätte: Auch der Friedhof in Spechthausen wird vom Eberswalder Bauhof bewirtschaftet.
Teure.letzte Ruhestätte: Auch der Friedhof in Spechthausen wird vom Eberswalder Bauhof bewirtschaftet. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Sven Klamann / 13.10.2017, 07:30 Uhr
Eberswalde (MOZ) Zum Jahreswechsel könnten die Grabnutzungsgebühren für Eberswalde leicht angehoben werden. Die Entscheidung darüber trifft die Stadtpolitik, die von der Rathausspitze den Auftrag bekommen hat, möglichst bis Anfang November über das weitere Vorgehen nachzudenken.

Alles in allem 268 Beisetzungen hat es im vorigen Jahr auf den stadteigenen Friedhöfen gegeben, zu denen der Waldfriedhof, der Messingwerkfriedhof sowie die Begräbnisstätten in Finow, Kupferhammer, Spechthausen, Sommerfelde und Tornow gehören. Der privat geführte Ruheforst fällt nicht in diese Statistik. Im Jahr davor waren 293 Grabnutzungsrechte abgeschlossen worden, in diesem Jahr bis Ende September bereits 268.

"Was die Fallzahlen betrifft, haben wir Konstanz erreicht", hat Katrin Heidenfelder, die Leiterin des mit der Friedhofsbewirtschaftung befassten Bauhofes, im Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt gesagt.

Die Zahl der Todesfälle sei durch die Friedhofsverwaltung nicht beeinflussbar, die Wahl der Begräbnisstätte schon. "Für die Angehörigen wird die Frage nach den Kosten immer entscheidender", betonte die Amtsleiterin. Zur Konstanz habe daher auf jeden Fall beigetragen, dass die Grabnutzungsgebühren schon seit 2012 unangetastet geblieben sind, obwohl sie mindestens alle zwei Jahre kalkuliert werden.

Nach der Gebührenkalkulation für 2018/2019 müssten die Angehörigen deutlich mehr bezahlen als heute, wenn auf den Friedhöfen kostendeckend gearbeitet werden müsste. "Doch auch nach der aktuellen Rechtssprechung sind wir dazu nicht verpflichtet", betonte Katrin Heidenfelder. Die Stadtverwaltung bleibe lieber auf dem eingeschlagenen Weg, der vorsehe, die Nachfrage und die Wirtschaftlichkeit zu stärken. Daher favorisiere der Bauhof eine "moderate Gebührenanpassung". Alternativ stünden die Volksvertreter vor der Entscheidung, die Gebührensatzung unangetastet zu lassen oder so zu überarbeiten, dass fortan kostendeckende Einnahmen erzielt werden.

Zwei Beispiele zum Verständnis: Ein Urnenreihengrab, die preiswerteste Variante, schlägt derzeit mit 840 Euro zu Buche. Der Bauhof schlägt vor, die Gebühr auf 880 Euro anzuheben. Kostendeckend wären 1090 Euro. Beim Erdwahlgrab für vier Personen, der teuersten Position, beträgt die Gebühr noch 2206 Euro, würde nach der Empfehlung des Bauhofes ab Januar auf 2280 Euro steigen und läge kostendeckend bei 2834 Euro.

Sollten die Grabnutzungsgebühren unverändert bleiben, würden die Einnahmen 2018 und 2019 ausreichen, 78,58 Prozent der Kosten einzuspielen. Im vorigen Jahr waren durch die Grabnutzungen Kosten in Höhe von 468 300 Euro entstanden und die Gebühren hatten zu Erlösen von 379 600 Euro geführt. Aus der Stadtkasse waren also 88 700 Euro beizusteuern.

Über die zukünftige Gebührensatzung wird spätestens im Dezember entschieden.

Kommentar: Vorstoß mit Augenmaß

Wer den Verlust eines Angehörigen zu verkraften hat, muss nicht nur mit seiner Trauer fertig werden. Jeder Todesfall ist auch finanziell eine Herausforderung.Deshalb ist der Eberswalder Rathausspitze nur dazu zu gratulieren, dass sie nicht vordergründig eine Kostendeckung anstrebt. Die Volksvertreter denken darüber hoffentlich genauso bürgerfreundlich. Sven Klamann

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG