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Grünheider Median-Klinik investiert knapp eine Million Euro in neue Ausstattung

Roboter verbessern Therapien

Im Zimmer durch eine virtuelle Landschaft radeln: So könnte eine Gruppen-Therapie in der Median-Klinik Grünheide bald aussehen.
Im Zimmer durch eine virtuelle Landschaft radeln: So könnte eine Gruppen-Therapie in der Median-Klinik Grünheide bald aussehen. © Foto: promo
Manja Wilde / 13.10.2017, 07:48 Uhr
Grünheide (MOZ) Therapie-Roboter sollen ab Mitte November in der Grünheider Median-Klinik zum Einsatz kommen. "Bislang können schwer geschädigte Hirn- und Wachkoma-Patienten, die zum Teil beatmet werden, schwer mobilisiert werden, wenn sie nicht wach sind", benennt Michael Redel, der Geschäftsbereichsleiter Nord-Ost der Klinik, ein Problem. Wenn die Betroffenen dann zu sich kommen, sei es nach langer Liegezeit schwierig, ihren Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.

Das ist ein Ansatzpunkt für die Roboter, denn diese sind mobil und können zum Patienten gefahren werden. Ein Modell sieht aus wie ein Bett. "Der Patient kann an allen Geräten angeschlossen bleiben und muss nur darauf gelegt werden", beschreibt Redel. Das "Bett" könne dann auf und nieder fahren und den Patienten sogar bis zum Stand aufrichten. "Dabei wird das Herz-Kreislauf-System trainiert", erklärt der Geschäftsbereichsleiter. Der Roboter bewege den Patienten sogar so, als würde dieser Rad fahren. Sei der Kranke so weit genesen, dass er keine Beatmung mehr brauche, könne er gleich mit einem Gang-Roboter gehen, was die Therapie entscheidend verkürze. Bei allen Maßnahmen überwache die Maschine die Funktionen des Kranken, seine Fortschritte. Die Daten können dann auf die Handys und I-Pads der Ärzte übertragen werden, so dass diese sie bei der Chefarzt-Visite vorliegen haben.

Die Roboter können ganz unterschiedlich aussehen, mal für den ganzen Körper, mal nur für Beine oder Arme Übungen bieten. "Insgesamt schaffen wir sieben Geräte an", sagt Redel. Kosten: 890 000 Euro. Hinzu kommen rund 50 000 Euro für den Umbau der Räume. Sobald die Geräte eintreffen, werde es intensive Schulungen geben. Die Hoffnung, mit der Technik zum Teil die nur noch schwer zu bekommenden Fachkräfte zu ersetzen, habe sich aber zerschlagen, sagt Redel. "Es wird nicht ein Therapeut ersetzt, aber deren Arbeit wird leichter."

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