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Mit Hallervorden lachen und nachdenken

"Honig im Kopf" mit Dieter Hallervorden in der Hauptrolle war am Donnerstag in Nennhausen zu sehen.
"Honig im Kopf" mit Dieter Hallervorden in der Hauptrolle war am Donnerstag in Nennhausen zu sehen. © Foto: Ohlwein
Jürgen Ohlwein / 13.10.2017, 12:53 Uhr
Nennhausen (MOZ) Die sogenannte Mieterinsel in der Nennhausener Fontanestraße 24 ist eigentlich mal eine Wohnung gewesen. Nicht sonderlich groß, aber geräumig genug, um heute ein Treffpunkt vornehmlich älterer Leute zu sein. Am Donnerstagnachmittag sollte in der Mieterinsel erstmals ein Spielfilm zu sehen sein. Doch wegen des durchaus großen Interesses in Dorf, Gemeinde und Amt Nennhausen lief "Honig im Kopf" in der Aula der Grundschule. Nennhausen war somit erstmals Veranstaltungsort beim "Filmfestival der Generationen".

Allerdings ist es für den gesamten Landkreis Havelland eine Premiere. Im Rahmen seines Demografie-Projekts beteiligt sich der Landkreis am Festival. Los ging es am Donnerstag im Haveltorkino in der Kreisstadt Rathenow sowie im Cineplex Ala-Kino in Falkensee. Noch heute und morgen sind dort größtenteils amüsante Filme über das Älterwerden zu sehen. Für Nennhausen war nur "Honig im Kopf" (D/2014) vorgesehen.

Neben dem thematischen Anspruch des Filmfestivals sollte der Kinonachmittag für Nennhausen ein besonderes Ereignis werden. Da es ja kein Kino im Ort gibt. Deshalb freuten sich auch Amtsdirektorin Ilka Lenke und die Leiterin der Mieterinsel, Ronny Blockus, auf die Vorführung.

"Im Rahmen des Demografie-Projekts Havelland entstand vor einigen Jahren unser Bürgertreffpunkt", so die Amtsdirektorin. "Inzwischen hat sich die Mieterinsel zu einem belebten Treffpunkt der Gemeinde, insbesondere für ältere Mitbürger entwickelt." Spielstätte im Rahmen des Filmfestivals der Generationen im Landkreis Havelland zu sein, mache sie stolz und unterstütz das dauerhafte Engagement, das Gemeindeleben attraktiv zu gestalten.

Da 25 Besucher, war die Aula der Grundschule die eindeutig bessere Wahl als Veranstaltungsort. Bei "Honig im Kopf" mit Dieter Hallervorden in der Hauptrolle geht es ums Älterwerden mit Alzheimer. Die Tragikomödie hat zwar viele komische Momente, doch regt der Film stark zum Nachdenken an. So offenbarten Minen der Zuschauer teils Heiterkeit, teils Nachdenklichkeit. Zum Großteil waren es ältere Leute, die zur Filmvorführung in der Aula saßen. Viele von ihnen sind Stammgäste der Mieterinsel. Wie Ronny Blockus aus Gesprächen erfahren habe, waren alle begeistert. "Viele haben gesagt, sie würden sich freuen, wenn Nennhausen auch im nächsten Jahr wieder an dem Festival teilnehmen würde."

Das könnte der Fall sein. Der havelländische Sozialdezernent Wolfgang Gall erklärte: "Das Festival ist gut angelaufen, und wir könnten uns durchaus vorstellen, dass sich der Landkreis Havelland auch im nächsten Jahr wieder an dem Festival beteiligt. Gerade für den ländlichen Raum ist es wichtig, dass Angebote gemacht werden. Mit dem Festival wolle man alle Generationen, von jung bis alt, auf kulturelle Weise über das Älterwerden informieren und für das Thema sensibilisieren. "Deshalb freuen wir uns sehr, dass neben den größeren Städten Rathenow und Falkensee auch Nennhausen im ländlichen Raum an dem Filmfestival teilgenommen hat", so Gall.

Bei aller Zustimmung, scheint es doch, dass der Termin um 14.30 Uhr am Donnerstag in Nennhausen für Generationen übergreifende Zwecke nicht allzu glücklich gewählt war. Denn zu diesem Zeitpunkt können berufstätige Nennhausener nicht ins Kino. Etwas später am Abend wäre die Aula womöglich auch mit Vertretern jüngerer Altersgruppen gefüllt gewesen.

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