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Krankenstand im Landkreis Oder-Spree hat abgenommen / Rückenprobleme sorgen für die meisten Ausfälle

Psychische Leiden auf Vormarsch

Janet Neiser / 13.10.2017, 19:00 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Die Arbeitnehmer im Landkreis Oder-Spree waren im vergangenen Jahr weniger krank. Das hat der jüngste Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK-Gesundheit ergeben. Die meisten Fehltage gibt es weiterhin durch Rückenprobleme. Psychische Erkrankungen und Schlafstörungen haben zugenommen.

Die gute Nachricht vorweg: Der Krankenstand im Landkreis Oder-Spree ist gesunken - und liegt damit im Landes- und Bundestrend. Die Ausfalltage im Jahr 2016 nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte ab. Laut Report der Krankenkasse DAK-Gesundheit, in dem die Daten der eigenen Versicherten ausgewertet wurden, waren damit an jedem Tag des Jahres 49 von 1000 Arbeitnehmern krankgeschrieben. Mit 4,9 Prozent wurde der Landesdurchschnitt von 5,0 Prozent leicht unterschritten. Den niedrigsten Krankenstand hatte Cottbus mit 4,3 Prozent, den höchsten gab es im Kreis Oberhavel mit 5,5 Prozent. Bundesweit ist der Krankenstand niedriger, liegt bei 3,9 Prozent.

"Wir informieren nicht nur regelmäßig über den Krankenstand im Landkreis Oder-Spree, sondern schauen darüber hinaus auf wichtige Einflussfaktoren für Erkrankungen", sagt Sven Breitmann von der DAK-Gesundheit in Frankfurt (Oder). "Diese Analysen helfen uns, noch gezielter beim betrieblichen Gesundheitsmanagement ansetzen zu können und Arbeitgebern konkret Hilfe anzubieten. So wird beispielsweise längeren Ausfallzeiten durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorgebeugt."

Denn in Oder-Spree haben die Muskel-Skelett-Erkrankungen, zu denen Rückenleiden gehören, mit 21,7 Prozent weiterhin den größten Anteil am Krankenstand. Dahinter folgen Atemwegsprobleme (18,3 Prozent) wie Bronchitis und psychische Erkrankungen (17 Prozent) wie Depressionen. Ausfalltage durch Verletzungen rangieren mit knapp 12 Prozent auf Platz 4.

Während sowohl die Krankschreibungen wegen Rückenschmerzen und Atemwegsproblemen im Vergleich zum Vorjahr um 17 beziehungsweise zwölf Prozentpunkte abgenommen haben, stiegen die aufgrund von psychischen Erkrankungen um sieben Prozent an. Damit liegt der Kreis bei der Diagnose von Depressionen und Angstzuständen über dem Landesschnitt. Wie übrigens auch bei den Erkältungskrankheiten - und das obwohl eine echte Erkältungswelle 2016 laut DAK weitestgehend ausgeblieben war.

Noch etwas ist interessant: Vier Prozent der Erkrankungsfälle im Landkreis sind für 38,5 Prozent der Fehltage verantwortlich. Das sind dann die sogenannten Langzeitkranken.

Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunktthema "Schlafstörungen" auch, wie es um die nächtliche Erholung der Arbeitnehmer steht. Ein Fazit: Mehr als 80 Prozent der Erwerbstätigen in Brandenburg berichten von Schlafproblemen. Seit 2010 stieg der Anteil der von Ein- und Durchschlafproblemen betroffenen 35- bis 65-jährigen Arbeitnehmer um 64 Prozent an, teilt die DAK-Gesundheit mit. Schwere Schlafstörungen haben sich seit 2010 sogar mehr als verdoppelt. In dem Gesundheitsreport ist von einem unterschätzten Problem die Rede. Denn die Folgen sind unter anderem Tagesmüdigkeit und Erschöpfung.

In einer Befragung wurden Arbeitsbedingungen und Beschäftigungssituation abgefragt. Umfang und Arbeitszeit können nämlich auch den Schlaf beeinträchtigen. So erweise sich Schichtarbeit beispielsweise als Risikofaktor für Schlafstörungen, genau wie Überstunden, fehlende Pausen und ein hohes Maß an Erreichbarkeit.

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