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Langjährige Geschäftsführerin der Stephanus-Werkstätten geht in Ruhestand und erhält höchste Auszeichnung der Diakonie

Goldenes Kronenkreuz für Christine Marx

Geht in den Ruhestand: Christine Marx, Geschäftsführerin der Stephanus-Werkstätten gGmbH, übergibt in der Nikolaikirche in Bad Freienwalde den symbolischen Schlüssel an ihren Nachfolger Roman Bourwieg.
Geht in den Ruhestand: Christine Marx, Geschäftsführerin der Stephanus-Werkstätten gGmbH, übergibt in der Nikolaikirche in Bad Freienwalde den symbolischen Schlüssel an ihren Nachfolger Roman Bourwieg. © Foto: MOZ/Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 13.10.2017, 19:35 Uhr - Aktualisiert 17.10.2017, 12:11
Bad Freienwalde (MOZ) Christine Marx (63), Geschäftsführerin der Stephanus-Werkstätten gGmbH, ist am Freitag mit einem Gottesdienst in der Nikolaikirche in den Ruhestand verabschiedet worden. Pastor Torsten Silberbach verlieh ihr das Goldene Kronenkreuz.

Christine Marx hat die Stephanus-Werkstätten mit 70 Mitarbeitern und mehr als 360 behinderten Beschäftigten zum größten Arbeitgeber der Stadt Bad Freienwalde aufgebaut. Am 1. März 1993 fing sie als Gruppenleiterin in den Stephanus-Werkstätten an, zwei Jahre später übernahm sie die Leitung der Werkstatt - mit zwölf Mitarbeitern und 24 Beschäftigten. Unter ihrer Leitung baute die gemeinnützige GmbH die Hauptwerkstatt in Altranft neu, eröffnete den Betriebsteil in der Beethovenstraße, baute die Waldgaststätte in der Köhlerei und errichtete den Neubau in der Falkenberger Gärtnerei. Am Freitag übergab sie den symbolischen Schlüssel an ihren Nachfolger Roman Bourwieg.

Christine Marx, seit 1993 Geschäftsführerin der Stephanus-Werkstätten gGmbH in Bad Freienwalde, ist mit einem feierlichen Gottensdienst im der Nikolaikirche in den Ruhestand veranschiedet worden. Pastor Torsten Silberbach, Vorstandvorsitzender der Stephanus-Stiftung, überreichte ihr zum Dank das Goldene Kronenkreuz der Diakonie Deutschland. Die Werkstätten sind mit 70 Mitarbeitern und mehr als 360 behinderten Beschäftigten der größte Arbeitgeber der Stadt.
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Leiterin der Stephanus-Werkstätten geht in den Ruhestand

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Pastor Torsten Silberbach, Vorstandsvorsitzender der Stephanus-Stiftung, strich ihre Verdienste heraus. "Christine Marx hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Stephanus-Stiftung nicht nur in Bad Freienwalde so gut dasteht", betonte Silberbach. "Als Leiterin der Werkstätten haben Sie eine bedeutende Rolle gespielt." Sie habe einfach nie still sitzen können und immer wieder neue Ideen entwickelt, was sie tun könne.

Der Vorstandsvorsitzende schrieb ihr fünf Eigenschaften zu: Leidenschaft für die Menschen, mit denen sie arbeitet, Mut, Ausdauer und Beharrlichkeit und Enthusiasmus für ihre Arbeit.

Zudem habe er ihr immer Vertrauen können, sagte Silberbach. "Auch wenn ich mit ihr nicht einer Meinung war, konnte ich ihr immer vertrauen, weil sie ehrlich war in der Sache", betonte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung. Dafür sprach er Christine Marx seinen Dank aus und überreichte ihr das Goldene Kronenkreuz der Diakonie Deutschland, die höchste Auszeichnung des Diakonischen Werkes. Es handelt sich um das Emblem der Diakonie in der Größe eines Stickers, das er ihr ans Revers heftete. "Das ist ganz bewusst ein Zeichen des Dankes, man bekommt es nicht für lange Ausdauer", unterstrich Silberbach. Anschließend entpflichteten Torsten Silberbach und Hans-Wolfgang Michael, Leiter aller Werkstätten, in einem feierlichen Akt Christine Marx von ihrer Arbeit bei der Stephanus-Stiftung und entließen sie in den Ruhestand. Ein feierlicher Gottesdienst, an dem auch die Bürgermeister Ralf Lehmann und Uwe Siebert teilnahmen, diente als Rahmen der Verabschiedung.

Pfarrer Björn Ferch hielt eine unterhaltsame Predigt, in der es auch um Schlüssel ging, die er der scheidenden Geschäftsführerin überreichte. Denn mit ihrem Abschied gebe sie viele Schlüssel ab, unter anderem den zu den Werkstätten und den zu ihrem Büro, die ihren Alltag vom frühen Morgen bis zum späten Abend begleiteten. Ferch gab ihr neue symbolische Schlüssel, die er selbst aus farbigem Papier ausgeschnitten hatte. Den roten Schlüssel der Liebe, weil sie nun mehr Zeit für ihre Beziehung und ihre Familie habe. Den grünen Schlüssel zu Neuem, der ihr Zugang zu neuen Dingen verschaffe, für die sie bisher keine Zeit hatte: "Berlin-Marathon oder Mount-Everest-Besteigung". Zuletzt widmete ihr Ferch den blauen Himmelschlüssel, der sie in unendliche Räume führt. "Ich will Dir den Schlüssel des Himmels geben", habe Jesus zu Petrus gesagt.

"Da viele Jahre die Arbeit im Mittelpunkt meines Lebens stand, bietet sich jetzt die Möglichkeit, das Leben neu zu gestalten und mich mehr meiner Familie zu widmen", sagte Christine Marx wenige Tage vor ihrer Verabschiedung. Sie wolle bewusster leben, aktiv sein, Sport treiben und sich vielleicht künstlerisch beim Malen ausdrücken. Sie spiele mit dem Gedanken, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben.

Christine Marx' Nachfolger ist Roman Bourwieg (49), der vor zwei Jahren als Qualitätsmanager zu den Stephanus-Werkstätten kam. Der verheiratete Vater zweier Töchter wohnt in Altlewin und ist in Bad Freienwalde durch die Theatergruppe "Märkisch-Hoffnungsland" bekannt, die er 2003 mitgegründet hat.

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