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SV Woltersdorf zahlt ausstehende Rechnung / Karate-Abteilung geht eigene Wege

Sportbetrieb geht weiter

Joachim Eggers / 13.10.2017, 19:39 Uhr - Aktualisiert 13.10.2017, 19:42
Woltersdorf (MOZ) Im Konflikt zwischen dem SV Woltersdorf und der Gemeinde um die künftige Sportstätten-Nutzung gibt es Entspannung: Der Verein hat zunächst die offene Rechnung bezahlt. Allerdings haben die Querelen Folgen. Die Karate-Abteilung spaltet sich ab.

11084,70 Euro Nachzahlung - das war das Ergebnis einer Abrechnung, die die Werkleiterin des Woltersdorfer Eigenbetriebs Sport- und Freizeitanlagen, Synke Altmann, ausgearbeitet hatte, nachdem der Verein seinen Nutzungsvertrag per Ende Juli gekündigt hatte. Ohne Kündigung wäre er bis Ende August gelaufen. Erklärtes Ziel der Kündigung war, Geld zu sparen. Der Verein hatte wiederholt beantragt, 8000 Euro mehr Förderung von der Gemeinde zu bekommen, um die Nutzungsentgelte an den kommunalen Eigenbetrieb zahlen zu können. Aber nach langen Debatten hatten mehrere Gremien mehrheitlich dafür plädiert, dass es bei 50 000 Euro Förderung bleiben, also keinen Zuschlag geben sollte.

Mit dem Verzicht auf den Sportbetrieb im August sollte die fehlende Summe hereingeholt werden. Das klappte nicht - weil nach Abrechnung des Eigenbetriebs in elf Monaten schon mehr Nutzungsstunden aufgelaufen waren, kam stattdessen die Nachforderung von mehr als 11 000 Euro heraus. Und solange dieser Betrag nicht bezahlt war, wollte die Gemeinde keine neuen Verträge abschließen, sondern ließ den Sportbetrieb nur provisorisch zu. Die angestrebte Einigung mit dem Verein ist jetzt zu Stande gekommen - weil der SV bezahlt hat, wenn auch unter Vorbehalt, wie Synke Altmann erklärte. Das bestätigt der Verein selbst auch auf seiner Homepage. Vorsitzender Stefan Richter lehnte ein Gespräch mit der MOZ ab. Dem Abschluss neuer Verträge steht jetzt aus Sicht von Synke Altmann nichts entgegen.

Die werden voraussichtlich aber anders aussehen als die bisherigen, und zwar unter anderem deshalb, weil die Karate-Abteilung sich vom Sportverein trennen will. Das hat Sozialamtsleiterin Jenny Loponen im Sozialausschuss mitgeteilt. Der Vorsitzende der Abteilung, Thomas Züllich, bestätigte diese Absicht. Der Druck gehe von Mitgliedern bzw. von deren Eltern aus, die einfach reguläres Training wollten. "Wenn die hören, dass es nur eine provisorische Nutzungserlaubnis gibt, ist denen das zu unsicher." Mehrere Eltern hätten angedeutet, ihre Kinder abzumelden. Mit seinem Trainerstamm habe er entschieden, den jetzt vorgezeichneten Weg zu gehen. Der wird erheblich erleichtert durch die Tatsache, dass Züllich die Karate-Sportler, die ihn begleiten wollen, in einen schon vorhandenen Verein überführen kann, den Wolterdorfer Nikko-Dojo e. V. Dem steht Züllich auch vor. Den Verein gibt es schon seit 1996, er ist nach Angaben Züllichs aber bisher vor allem national und international tätig.

Züllich berichtete von "sehr positiven Gesprächen" mit der Gemeindeverwaltung. Sein Ziel sei, dass es für die Karate-Sportler einfach so weitergeht wie bisher. Auch Synke Altmann bestätigte, dass es Gespräche über Nutzungszeiten für die Karate-Sportler ab dem 1. Januar 2018 gegeben hat. Die Verträge, die da abzuschließen sind, seien aber ebenso wenig fertig und abgeschlossen wie die mit dem SV Woltersdorf, die zum 1. November in Kraft treten sollen. Dann läuft die vor der Bezahlung der offenen Rechnung vereinbarte vorläufige Nutzung aus.

Wie viele Sportler dann den Verein wechseln könnten, ist unklar. Jenny Loponen sprach von etwa 100 Mitgliedern der Karate-Abteilung, Züllich äußerte sich da vorsichtiger. Ihm lägen derzeit keine genauen Zahlen vor. Offen ist auch, was gegebenenfalls aus Mitgliedern wird, die Karate und eine weitere Sportart treiben. Nach Angaben der Gemeinde ist nächste Woche ein weiterer Gesprächstermin mit dem SV anberaumt; das deckt sich mit den Angaben des Vorstands auf der Homepage.

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