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Auf eine Tunnelverlängerung müssen Fahrgäste noch Jahre warten

Tristesse in Grau: Am Tunnelblick im Bahnhof Oranienburg wird sich auf absehbare Zeit nicht viel ändern.
Tristesse in Grau: Am Tunnelblick im Bahnhof Oranienburg wird sich auf absehbare Zeit nicht viel ändern. © Foto: Klaus D. Grote/MOZ
Klaus D. Grote / 13.10.2017, 19:52 Uhr
Oranienburg (OGA) Fast haben sich die Fahrgäste an den hässlichen Anblick der mit grauen Stoffbahnen verhängten Wände im Bahnhof Oranienburg gewohnt. Die Wiederherstellung des Fußgängertunnels, dessen Fliesen im Frühjahr 2016 abgeschlagen wurden, lässt weiter auf sich warten. Bahnsprecher Gisbert Gahler hatte zuletzt mitgeteilt, dass die Bauarbeiten Ende September oder Anfang Oktober starten sollen. Doch daraus wurde nichts.

Möglicherweise wird bis zu einer Sanierung noch viel mehr Zeit vergehen. Denn die Schäden am Bauwerk hatten statische Gründe. Nun wird geprüft, ob das Gebäude einer größeren Belastung überhaupt standhält. Denn die Bahnstrecke Berlin-Rostock ist für Tempo 160 und eine höhere Belastung mit schwereren Güterzügen vorgesehen. Dafür war die Statik des Bahnhofsgebäudes bislang offenbar nicht ausreichend berücksichtigt worden. Deshalb laufen derzeit noch statische Berechnungen.

Die Hoffnung, dass durch die Verzögerung die von vielen Bahnkunden und der Stadt Oranienburg seit Jahren herbeigesehnte Tunnelverlängerung zur Neustadt damit möglich wird, erfüllt sich in absehbarer Zeit dennoch nicht. Die Bahn hat die Gleissanierung zwischen Oranienburg und Nassenheide verschoben. Der Umbau, der für die Tunnelverlängerung genutzt werden könnte, findet in den kommenden zwei Jahren nicht statt. Damit würde das drei bis fünf Millionen Euro teure Projekt, das von der Bahn geplant, aber von der Stadt bezahlt würde, erst in die nächste, ab 2020 geltende Förderperiode fallen, sagt Baudezernent Frank Oltersdorf.

Offenbar sieht die Bahn aber auch keinen Bedarf. Dabei nutzen neben täglich Tausenden Berufspendlern im Jahr bis zu 270 000 Besucher der Gedenkstätte Sachsenhausen den Bahnhof - sie würden sich über kürzere Wege freuen. Die Stadt verfolgt ein anderes Interesse: Flächen an der Ladestraße könnten für die dringende Erweiterung der Park&Ride-Stellflächen genutzt werden. Daran könnte auch die Bahn ein Interesse haben, sagt Oltersdorf. Allerdings ist die Bahn mit ihren vielen Abteilungen ohnehin ein schwieriger Verhandlungspartner für die Kommunen. Und Eile besteht für den Oranienburger Verschiebebahnhof bei der Bahn offenbar nicht.

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