Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Kita Regenbogen startet Kleinkind-Projekt / Brandenburger Unfallkasse sponsert neue Spielgeräte

"Lass dir Zeit!" - Spielen auf Augenhöhe

Freies Spiel und Eigeninitiative: Die Kinder haben Spaß am Turnen und Ausprobieren der neuen Spielgeräte.
Freies Spiel und Eigeninitiative: Die Kinder haben Spaß am Turnen und Ausprobieren der neuen Spielgeräte. © Foto: MOZ/Jana Reimann-Grohs
Jana Reimann-Grohs / 25.10.2017, 06:10 Uhr
Eberswalde (MOZ) Wie wäre es denn, wenn Mama oder Papa beim Balancieren einmal nicht direkt zur Seite stehen oder mit Abstand beobachten wie es gelingt, das Hindernis zu überwinden?

Der Impuls, seine Kleinen beim Laufenlernen zu unterstützen oder Hilfestellung beim Klettern zu geben, ist bei Eltern etwas ganz Natürliches. Doch nach Emilie Pikler (1902-1984) - einer ungarischen Kinderärztin, die sich mit der Bewegungsentwicklung von Kleinkindern beschäftigte - ist es nicht immer nötig, einzugreifen. Vielmehr sollten Kinder optimale Voraussetzungen zum freien Spiel sowie eine achtsame Begleitung erfahren. Die engagierte Pädagogin studierte eingehend kindliche Bewegungsphasen und entwickelte ein Konzept zur Förderung im Kleinkindalter. Demnach sei die selbständige motorische Entfaltung auch Grundlage für eine spätere gesunde Persönlichkeitsentwicklung.

In der Kita Regenbogen wurden jetzt spezielle Spielgeräte angeschafft, um diesen pädagogischen Ansatz nachzuvollziehen und unter Dreijährige noch optimaler zu fördern. Die Einrichtung der Volkssolidarität nimmt zusammen mit der Kita Sonnenschein aus Bad Freienwalde am Kleinkind-Projekt "Lass dir Zeit!" teil, das von der Unfallkasse Brandenburg initiiert wurde. Peter Fuchs wird die Arbeit der Erzieher und Erzieherinnen als pädagogischer Berater für ein Jahr betreuen: "Wir erhoffen uns davon, dass die Kinder ihre Selbständigkeit, aber auch ihre Grenzen erkennen."

Im Anschluss an eine theoretische Einführung im April dieses Jahres begann nun am Montag in Eberswalde mit der unterschriebenen Kooperationsvereinbarung die erste Testphase mit dem neuen Spielmaterial. Diese Gelegenheit ließen sich die Kleinsten auch nicht nehmen und turnten schon einmal neugierig auf der Wippe, dem Tunnel und anderen Holzgeräten herum. Ein ganzes Jahr lang werden sie sich dabei frei entfalten und lernen können - so vertrauensvoll von den Erwachsenen begleitet, wie "Emmi" Pikler sich es einst für alle Kinder wünschte. Die Pädagogen der Kita Regenbogen werden den Umgang mit den verschiedenen Elementen sorgfältig beobachten und ihre Erfahrungen dokumentieren. Kitaleiterin Astrid Neick ist von der Wirksamkeit dieser Methode überzeugt: "Mit diesem Projekt können wir familienbegleitend noch intensiver Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung der uns anvertrauten Kinder schaffen."

Es bedarf weit mehr als die Bereitstellung geeigneten Spielmaterials, erläutert Katja Richter von der Unfallkasse: "Beim Übergang von der Kita in die Schule sind viele überfordert". Ihr Ansatz sei es, frühzeitig zu stärken: "Schon in der Kitazeit müssen Kinder lernen können, wie man hinfällt und wieder aufsteht."

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG