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Jugendfeuerwehr Altkünkendorf probt im Kreativzentrum der MAQT einen Brandeinsatz

Teddy gerettet

Erfolgreicher Einsatz: Die Kinder der Jugendfeuerwehr Altkünkendorf gingen am Donnerstag mit selbstgebauten Atemschutzgeräten in das Haus und bargen die vermisste Person.
Erfolgreicher Einsatz: Die Kinder der Jugendfeuerwehr Altkünkendorf gingen am Donnerstag mit selbstgebauten Atemschutzgeräten in das Haus und bargen die vermisste Person. © Foto: MOZ/Kerstin Unger
Kerstin Unger / 26.10.2017, 20:11 Uhr
Angermünde (MOZ) Die Jugendfeuerwehr Altkünkendorf hat sich bei einer Brandschutzübung am Donnerstag in Angermünde großartig geschlagen. Die Kinder bargen nach den gelernten Regeln eine vermisste Person aus einem brennenden Haus.

Am Vormittag liefen zwei Integrationskurse für Flüchtlinge im Kreativzentrum der MAQT. Die Seniorenbetreuerinnen bereiteten sich gerade auf den Seniorennachmittag vor. In der dritten Etage arbeiteten die Frauen vom Seniorenbeirat und des Projektes "Klick mal". Nur die Frauen und Männer aus dem Projekt "Teilzeit aktiv" waren als Helfer der Brandschutzübung eingeweiht und wussten folglich, wann der Alarm losgehen wird.

Die Kinder der Altkünkendorfer Jugendfeuerwehr trafen sich im Grundmühlenweg und warteten auf das Löschfahrzeug der Angermünder Feuerwehr. Da dachten sie noch, es ist die übliche 14-tägige Ausbildung. Doch dann wurden sie von Yvonne Mercier ins Haus der MAQT zu Hilfe gerufen, wo kurz zuvor die Sirenen Alarm schlugen.

"Für die Kinder bietet eine solche Übung die Möglichkeit, in der Praxis anzuwenden, was sie gelernt haben. Und wir können testen, wie lange es dauert, bis das Haus im Ernstfall geräumt ist", sagte Yvonne Mercier, die selbst seit vielen Jahren Feuerwehrfrau ist.

Nur zweieinhalb Minuten nach dem Alarm waren alle Leute aus dem Haus raus und auf den Sammelplatz hinter dem Haus gegangen. Die Pause wurde damit an diesem Tag etwas vorgezogen. Gespannt beobachteten die Frauen und Männer dann die sieben Kinder der Jugendfeuerwehr bei ihrem Einsatz. Was ein Retter bei einem Hausbrand zu beachten hat, haben sie schon gelernt. Nun musste dies auch beachtet werden, also sich bei Rauchentwicklung kriechend fortzubewegen und den Atemschutz anzulegen. Das waren hier selbstgebastelte Geräte.

Die beiden Gruppenleiter, der achtjährige Tobias Rohloff und der zehnjährige Adrian Pöschl, informierten sich über die Lage. Eine Person aus dem Bereich "Klick mal" wurde vermisst und musste aus dem obersten Geschoss geholt werden. Dafür musste am Donnerstag ein großer Teddy herhalten. Die Kinder brachten ihn mit einer Trage ins Freie. Von den Anwesenden auf dem Sammelplatz wurden sie mit Beifall begrüßt und beobachtet, wie sie Erste Hilfe leisteten.

Zum Glück war der Patient unverletzt, ihm war nur schwindlig. Großes Interesse zeigten die Teilnehmer der Integrationskurse, als das Urgestein der Altkünkendorfer Feuerwehr, Werner Kötz, mehr über die Arbeit der Jugendfeuerwehr erzählte. Seine Frau Monika ist Leiterin der Jugendgruppe. Die Asylsuchenden hätten gerne noch weiter zugehört, als das Haus wieder freigegeben wurde und sie mit dem Unterricht fortfahren konnten.

Einen Kritikpunkt brachte die Brandschutzübung jedoch zutage: Der Alarm war viel zu leise, berichtete die Dozentin des einen Kurses. "Wir hatten die Tür zu. Wenn wir Kopfhörer benutzt hätten, wäre der Alarm nicht zu hören gewesen", meinte sie.

Dass die Übung nicht so weit hergeholt war, berichtete ihre Kollegin. "Vor drei bis vier Jahren hatten wir im Haus tatsächlich einen Küchenbrand. Da schlugen die Flammen am Fenster hoch und der untere Flur war voller Rauch. Der Löscheinsatz hat damals auch gut geklappt", sagte Sabine Krienke.

Während die Kurse im Haus weiterliefen, wurden die Retter für ihren Einsatz belohnt. Es gab Bratwürste vom Grill und Stockbrot am Lagerfeuer. Wenn der Brand auch nur simuliert war, durften die Mädchen und Jungen zum Schluss zumindest das Lagerfeuer löschen.

Für die Kinder war das nicht der erste Übungseinsatz. Im Sommer feierten die Kinder mit ihren Betreuern das 20-jährige Bestehen der Altkünkendorfer Jugendfeuerwehr. Nach der Übernachtung im Gerätehaus gab es zwei simulierte Überraschungseinsätze. "Beim ersten war eine Frau mit dem Fahrrad gestürzt, nachdem ein Ast von einem Baum heruntergefallen war. Beim zweiten war eine Ölspur zu beseitigen", erinnerte sich die stellvertretende Jugendgruppenleiterin Sandra Rohloff. Wie der Sturm gerade zeigte, war die Sache mit dem Ast gar nicht weit hergeholt.

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