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Durchgehender Zugverkehr nach Rheinsberg durch 400Millionen-Euro-Zusage zum Greifen nahe

Landrat fordert Ganzjahresbetrieb

Fährt nur im Sommer: Die Regionalbahn zwischen Rheinsberg und Löwenberg.
Fährt nur im Sommer: Die Regionalbahn zwischen Rheinsberg und Löwenberg. © Foto: RA/Daniel Dzienian
Christian Schönberg / 08.11.2017, 22:05 Uhr
Rheinsberg/Lindow (RA) Der ganzjährige Bahnbetrieb zwischen Löwenberg und Rheinsberg ist wieder ein Stück näher gerückt.

Grund sind die 400Millionen Euro, die das Land nach dem Aussetzen der Kreisreform für den ländlichen Raum versprochen hat. Ende 2006 wurde auf der Regionalbahn-Linie 54 der Ganzjahresverkehr eingestellt. Züge fuhren nur noch saisonal von Ostern bis Oktober. Seitdem war laut Landrat Ralf Reinhardt(SPD) "noch nie die Gelegenheit so günstig wie jetzt", den Zwölfmonatsbetrieb wieder einzufordern.

Reinhardt zufolge lässt sich der Herbst- und Winterbetrieb sogar rascher realisieren als die ebenso jüngst aufgestellte Forderung nach der Direktverbindung des Prignitz-Expresses RE 6. "Es gibt ja Betrieb auf der Strecke, da wird nichts aus dem Nichts kommen müssen", sagte er am Mittwoch.

Bestellt wurde der Betrieb vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Bis mindestens Dezember 2024 hat die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) für den Zugverkehr den Zuschlag erhalten - aber eben nur für das Frühjahr und den Sommer. Im Rahmen einer Teilausschreibung müsste der ergänzende Zugverkehr in den anderen Monaten möglich sein, schätzt Reinhardt. "Da sitzen Vergabeprofis in Berlin, die das schon in die Wege leiten könnten."

Dem Landrat zufolge wäre das Bestellen eines Ganzjahresbetriebs bestens angelegtes Landesgeld, das auch nachhaltig der ländlichen Region wirtschaftliche Impulse verleihen kann. Schließlich gebe es viele Hotels, die mit Wellness- oder Reha-Angeboten Berliner nach Rheinsberg locken wollen. "Das wird erschwert, wenn es die ganzjährige Anbindung nicht gibt", so Reinhardt. Denn im stark mit U-, S- und Straßenbahnverkehr vernetzten Berlin haben mehr als die Hälfte gar kein Auto, um aufs Land hinaus zu fahren. Und Busverkehr könne aufgrund der Fahrzeiten ein Bahnangebot nicht gleichwertig ersetzen. Auch für potenzielle Pendler sei "ganzjährige Verlässlichkeit wichtig", so Reinhardt. (Seite 2)

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