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Hans-Joachim Aschenbrenner stellte in Heinersdorf sein neues Buch "Schlimme Geschichten" vor

Tod im Backofen und anderes Unheil

Haben am Buch mitgewirkt: Christel Fielauf, Hans-Joachim Aschenbrenner, Klaus Ziedler und Franz Hunka.
Haben am Buch mitgewirkt: Christel Fielauf, Hans-Joachim Aschenbrenner, Klaus Ziedler und Franz Hunka. © Foto: MOZ/Annemarie Diehr
Annemarie Diehr / 09.11.2017, 06:37 Uhr
Heinersdorf (MOZ) 1723 wurde in Jänickendorf "ein Hurensohn, der im Backofen gestorben", begraben; 1824 fanden Beerfelder den Bauernsohn Christoph Lange tot auf einem Feld. Die Todesursache ist bis heute unklar - "wahrscheinlich ist er im Schneesturm gestorben", sagt Hans-Joachim Aschenbrenner. Er hat ein Buch herausgebracht, das Unglücksfälle, Betrügereien, ungeklärte Vorkommnisse und Begebenheiten aus dem Krieg zusammenfasst. Abgespielt haben sich eben jene "Schlimme Geschichten" zwischen Spreenhagen und Markgrafpieske, Heinersdorf und Jänickendorf.

"Ach du meine Güte", entfährt es einer Seniorin aus Heinersdorf. In den Räumen der Freiwilligen Feuerwehr hört sie etwa von der historisch belegten "Messerstecherei im Personenzug bei Jacobsdorf" oder den "Gefährlichen Liebschaften in Buchholz". Hans-Joachim Aschenbrenner stellte dort am Mittwoch sein neues Buch vor.

Entstanden ist es - wie schon sein Erstling "Weites Feld" - im Rahmen der offenen Schreibwerkstatt Beerfelde. "Ich habe in Kirchenbüchern und Zeitungen recherchiert und zusammengetragen, was ich dort an Unheilvollem finden konnte", sagt Klaus Ziedler. Der Frankfurter ist in Beerfelde aufgewachsen, recherchiert wie die anderen Autoren des Buches seit Jahren zur Regionalgeschichte. Christel Fielauf und Franz Hunka, Ortschronisten aus Tempelberg und Heinersdorf, sind mit ihren Geschichten ebenso vertreten wie Hans-Joachim Aschenbrenner selbst und Beatrix Oppermann vom Demnitzer Heimatverein.

"Wer den Wind sät", ist ein Abschnitt im Buch überschrieben. Mit Hilfe von Zeitzeugenberichten und Auszügen aus der Dorfchronik berichtet Franz Hunka darin über den Zweiten Weltkrieg. Hinrichtungen gab es auch in Heinersdorf - im Ort war eine Kompanie der Waffen-SS stationiert; im Pfarrgarten ließ sich einer ihrer Generäle einen Bungalow bauen. "Auch Krankheiten, die damals existierten, wie der Hungertyphus, werden thematisiert", sagt Hans-Joachim Aschenbrenner.

Er selbst hat die Geschichte aufgeschrieben, die sich um den falschen Waldemar rankt - Namensgeber für das Steinhöfeler Gemeindeblatt. Im Sommer 1348 habe dieser sich als Pilger dem Erzbischof von Magdeburg Otto als der alte brandenburgische Markgraf Woldemar vorgestellt, den man 29 Jahre zuvor bestattet hatte. Erst zwei Jahre später sei er als Hochstapler entlarvt worden. "Bis heute", sagt Aschenbrenner, "gibt seine Person Rätsel auf."

Brandstiftung, Mord und Betrug - zwischen den "Schlimmen Geschichten" findet sich auch Heiteres: "Drei Überfälle in 80 Minuten" habe die MOZ am 18. März 1993 laut Aschenbrenner getitelt. "In Rekord-Zeit wurden in Wulkow, Heinersdorf und Buckow nacheinander drei Poststellen überfallen."

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