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Bianka Bullack, Frau des leukämiekranken Familienvaters, dankt Helfern / 1153 Bürger bei Registrierung

"Eine überwältigende Resonanz"

Hilfsbereitschaft: Großer Andrang herrschte am Sonnabend in der Turnhalle in der Gartengasse in Lübben. 1153 Menschen haben sich als Stammzellenspender dort registrieren lassen. Die Anteilnahme mit der Familie Bullack ist riesengroß.
Hilfsbereitschaft: Großer Andrang herrschte am Sonnabend in der Turnhalle in der Gartengasse in Lübben. 1153 Menschen haben sich als Stammzellenspender dort registrieren lassen. Die Anteilnahme mit der Familie Bullack ist riesengroß. © Foto: Andreas Staindl
Andreas Staindl / 14.11.2017, 09:46 Uhr - Aktualisiert 14.11.2017, 09:58
Lübben/Plattkow (MOZ) 1153 Menschen haben sich in Lübben als Stammzellenspender registrieren lassen. Das sind deutlich mehr als erhofft. Die Resonanz zeigt: Das Schicksal der Familie Bullack aus Plattkow (Märkische Heide) bewegt die Menschen - nicht nur aus dem Spreewald.

Vater Patrick Bullack (30) aus Plattkow ist an einer besonders aggressiven Form von Blutkrebs erkrankt. Nur eine Stammzellenspende kann sein Leben retten. Familie und Freunde hatten deshalb gemeinsam mit der Gemeinde Märkische Heide, der Stadt Lübben und der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) eine Registrierungsaktion in Lübben organisiert. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) hatte Platz, Logistik und Personal zur Verfügung gestellt.

120 ehrenamtliche Helfer haben die Aktion am Sonnabend in der Turnhalle in der Gartengasse unterstützt, inklusive eines attraktiven Rahmenprogramms.

Diese große Bereitschaft hat selbst die erfahrenen Organisatoren Ilka Paulick und Jens Galkow von der Initiativgruppe überrascht. Noch glücklicher waren sie über die vielen Menschen, die sich als Stammzellenspender registrieren ließen.

Die Schlange am Eingang der Turnhalle riss quasi nie ab. Die Turnhalle war ganztägig rappelvoll. Lübbens Bürgermeister Lars Kolan (SPD) hatte die Halle zur Verfügung gestellt. Für ihn "selbstverständlich". Bürgermeisterin Annett Lehmann (parteilos) aus der Märkischen Heide ist dankbar dafür: "Ohne die Unterstützung aus Lübben wäre die Aktion so für uns nicht möglich gewesen. Es ist überwältigend, wie viele Menschen dem Aufruf gefolgt sind." Sie und Lars Kolan haben sich ebenfalls registrieren lassen.

Das Schicksal von Patrick Bullack berührt auch Anja Rösel aus Zaue am Schwielochsee: "Jeder kann in eine solche Situation kommen." Sie war gemeinsam mit Doreen Krüger zur Registrierung gekommen. "Als ich davon gehört hatte, dachte ich mir: Warum eigentlich nicht?", sagt diese. "Gut, dass das Thema öffentlich gemacht wurde. Dadurch wurden viele Leute erreicht."

35 Euro kostet jede Neuaufnahme inklusive Typisierung. Diese Kosten werden von der DKMS getragen, denn nicht jeder kann und will dieses Geld aufbringen. Deshalb wurde am Sonnabend auch um Spenden gebeten. Julia Scheinpflug hat sogar mehr als die benötigten 35 Euro gespendet: "Es geht mir gut, also helfe ich", begründet sie ihre Spende.

Die Chance, dass einer der mehr als tausend Menschen vom Sonnabend tatsächlich als Spender infrage kommt, ist da. "Je mehr Leute sich im Umfeld des Betroffenen registrieren lassen, umso höher die Wahrscheinlichkeit genetischer Übereinstimmungen", sagt Kathrin Grothe von der DKMS. Ihr zufolge gibt es unter hundert registrierten Spendern einen Treffer in der weltweiten Datenbank. Demnach dürfte die Aktion am Sonnabend etwa zehn Menschen das Leben retten.

Auch finanziell ist einiges zusammengekommen. Helfer waren mit Spendenbüchsen im Stadtgebiet Lübbens unterwegs. Firmen haben großzügig gespendet, um die Arbeit der DKMS zu unterstützen. Der ASB etwa zahle für jeden seiner Mitarbeiter, der sich registrieren ließ, die Kosten, wie Sven Meier sagt. "Viele Unternehmen und Privatpersonen haben geholfen, sich mit Geld und Sachleistungen eingebracht", erzählt Ilka Paulick. "Wir sind sehr dankbar dafür." Der enorme Aufwand der Initiativgruppe hat sich also auf jeden Fall gelohnt, zumal das Thema Stammzellenspende jetzt noch mehr ins Bewusstsein der Menschen gerückt ist.

"Das sieht Patrick auch so", sagt seine Frau Bianka. Sie war von der großen Resonanz am Sonnabend "völlig überwältigt", hatte Tränen in den Augen und sagte: "Wahnsinn, was hier los. Es tut sehr gut, so viel Solidarität zu erfahren."

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