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Münzräuber versuchten Spuren zu beseitigen

Eine Woche nach diesem Vorfall hatte die Polizei bei einer Razzia im Zusammenhang mit dem Münzdiebstahl mehrere Männer festgenommen.
Eine Woche nach diesem Vorfall hatte die Polizei bei einer Razzia im Zusammenhang mit dem Münzdiebstahl mehrere Männer festgenommen. © Foto: dpa
neu/dpa / 14.11.2017, 12:13 Uhr - Aktualisiert 14.11.2017, 20:19
Berlin (dpa) Wieder eine Panne bei der Berliner Polizei? Nach dem Diebstahl einer riesigen Goldmünze aus dem Bode-Museum haben Unbekannte versucht, mögliche Spuren zu verwischen.

Dazu sollen sie sich Zugang zu einer Halle auf einem Polizeigelände verschafft und den Inhalt eines Feuerlöschers in eine beschlagnahmte Limousine gesprüht haben, berichtete die „B.Z.“ am Dienstag. Das Auto war demnach am 5. Juli beschlagnahmt worden, weil es in einen Unfall verwickelt war. Es soll sich um einen Fluchtwagen der Münzdiebe handeln, hieß es.

Eine Polizeisprecherin bestätigte am Dienstag, dass es unbekannten Tätern gelungen sei, auf das Gelände in der Belziger Straße im Stadtteil Schöneberg zu gelangen. „Es handelt sich um ein Fahrzeug, das nach einem illegalen Autorennen sichergestellt wurde“, teilte Martin Steltner, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, auf Anfrage mit. Der Versuch Beweismittel zu beseitigen, sei allerdings fehlgeschlagen. Die Täter hätten zwar versucht, mit Feuerlöschschaum Spuren zu beseitigen. Nichtsdestotrotz hätten die Ermittler in dem Audi Goldstaub entdecken können, der auf die Tat im Bode-Museum zurückzuführen sei.

Eine Woche nach diesem Vorfall hatte die Polizei bei einer Razzia im Zusammenhang mit dem Münzdiebstahl mehrere Männer festgenommen. Von ursprünglich vier Verdächtigen sind inzwischen noch zwei in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte damals mitgeteilt, sie gehe von einer organisierten Bandenstruktur aus, die Ermittlungen richteten sich gegen einen arabischstämmigen Clan. Einer der Verhafteten war Security-Mitarbeiter des Bode-Museums. Der Mann könnte den Tätern Informationen über Sicherheitsvorkehrungen und Alarmsysteme geliefert und den Dieben so geholfen haben. Der Wachmann gab zwar an, nichts von der Tat mitbekommen zu haben, verstrickte sich aber in Widersprüche. Auch das Sicherungsgelände der Polizei in dem Schöneberger Wohnviertel, in das die Unbekannten am 5. Juli eindrangen, wird von einer externen Sicherheitsfirma bewacht.

Die 100 Kilogramm schwere Münze mit einem reinen Goldwert von 3,7 Millionen Euro war Ende März gestohlen worden – von der Beute fehlt jede Spur. „Die Ermittlungen dauern weiter an“, so Steltner am Dienstag.

Erst kürzlich war der Diebstahl zweier Autos, die die Polizei sichergestellt hatte, bekannt geworden. Die Einbrüche auf einem Sicherstellungsgelände in Biesdorf ereigneten sich im Oktober. Im September erntete die Polizei Spott für einen Einbruch im Polizeipräsidium im Stadtteil Tempelhof. Unbekannte Täter hatten dort Vitrinen und Schaukästen im Polizeimuseum aufgebrochen und Antiquitäten gestohlen.

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