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Panketaler Bürgermeister bewirbt sich um die Nachfolge von Bodo Ihrke / Votum der SPD steht noch aus

Fornell will neuer Landrat werden

© Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Sabine Rakitin / 14.11.2017, 20:55 Uhr
Bernau/Eberswalde (MOZ) Der Bürgermeister von Panketal, Rainer Fornell (SPD), hat als erster Bewerber sein Interesse an der Nachfolge von Landrat Bodo Ihrke (SPD) bekundet. Am Montagabend im SPD-Ortsverein kündigte der 53-Jährige seine Kandidatur an.

Dass sich Rainer Fornell, seit 2003 hauptamtlicher Bürgermeister, nicht noch einmal zur Wahl als Gemeindeoberhaupt von Panketal stellen wollte, war schon lange bekannt. Und in der Vergangenheit wurden dem ambitionierten Kommunalpolitiker auch immer mal wieder sehnsüchtige Blicke in Richtung Potsdam nachgesagt. So war der jetzt 53-Jährige beispielsweise nach der Landtagswahl 2014 in seiner Partei als Staatssekretär im Innenministerium gehandelt worden. Der Diplomverwaltungswirt, Fachrichtung Polizeivollzugsdienst, wies solche Spekulationen stets von sich, "auch wenn es mich ehrt, dass man mir solche Positionen zutraut", sagt der gebürtige Thüringer, der 1996 von Berlin nach Panketal zog. Nun aber kämpft er mit offenem Visier: "Ich will zur Landratswahl kandidieren", kündigt Fornell an.

Seine Genossen im SPD-Ortsverband waren am Montag die ersten, die er informierte und die ihm versicherten, ihn unterstützen zu wollen. Denn noch liegt die Tippel-Tappel-Tour durch die Parteiinstanzen vor ihm. Außerdem soll es weitere Sozialdemokraten im Barnim geben, die Landrat Bodo Ihrke nach dem Ende seiner Amtszeit am 3. Mai 2018 beerben wollen. Unter anderen wird der Name Daniel Kurth genannt. Der war immerhin vor seinem Einzug in den Landtag 2014 Mitarbeiter im Landratsbereich der Kreisverwaltung und hatte dessen Wahlkampf 2010 organisiert.

Gleichwohl hat Rainer Fornell als ausgewiesener Verwaltungsexperte und namhafter Kommunalpolitiker in der SPD gute Karten. Er selbst sieht sich als jemand, "der sich immer bemüht, einen Ausgleich herzustellen, die Position des anderen mitzudenken". Das habe er getan, als es um den Interessenausgleich zwischen den Panketaler Ortsteilen Zepernick und Schwanebeck ging, aber auch in Bezug auf das lange Zeit gestörte Verhältnis zwischen Panketal und Bernau. "Auf lange Sicht ist es gesünder, wenn Kommunen zusammenarbeiten anstatt lokale Egoismen zu bedienen. Immerhin sind das alles öffentliche Gelder. Streit zwischen Kommunen geht immer auf Kosten der Steuerzahler", ist Rainer Fornell überzeugt.

Er betrachtet es als "ständige Aufgabe von Politik, gelebtem Egoismus entgegenzuwirken". Es reizt ihn, diese Aufgabe auf Kreisebene wahrzunehmen. Und dann gibt es aus Sicht des 53-Jährigen noch einen weiteren Aspekt. "Ich finde es extrem wichtig, das politische Alltagsgeschäft mit dem politischem Bildungsauftrag zu verbinden", sagt er.

In der kommenden Woche will sich Rainer Fornell mit einem Brief an die Mitglieder des SPD-Unterbezirks Barnim wenden und sich ihnen vorstellen, später dann die einzelnen Ortsvereine besuchen, bevor der Unterbezirksparteitag entscheidet, mit wem die SPD in das Rennen um den Landratsstuhl gehen wird.

Die Amtszeit von Landrat Bodo Ihrke läuft am 3. Mai 2018 aus. 103 Tage zuvor muss der Termin zur Direktwahl des neuen Landrates bekannt gegeben werden. Möglich wäre der Wahltermin 15. April 2018, eine eventuelle Stichwahl fiele dann auf den 29. April - immer vorausgesetzt, das Quorum von 25 Prozent aller Wahlberechtigten kommt zustande. Anderenfalls muss der neue Landrat vom Kreistag gewählt werden. In diesem Falle wäre der Zeitplan nicht mehr zu halten, die Position nach Ihrkes Abgang vakant. Allerdings soll es im Landtag einen Antrag geben, die Amtszeit der Landräte 2018 um sechs Monate zu verlängern.

Kommentar: Ähnliche Allianzen wie 2012

Vergangenen Freitag hat Landrat Bodo Ihrke offiziell erklärt, dass er für dieses Amt nicht noch einmal kandidiert. Doch die Absprachen, wer in der Kreisverwaltung künftig das Zepter schwingen wird, laufen zwischen den Parteifunktionären schon länger.Dass die SPD, die im Barnim seit der Wende ununterbrochen regiert, ihren Anspruch auf den Landratsstuhl nicht aufgeben wird, war abzusehen. Dass jemand im Barnim Verwaltungschef wird, der aus jwd kommt, sich weder im Landkreis auskennt, noch in ihm vernetzt ist, kann auch niemand wollen. So ist es wahrscheinlich, dass ähnliche Allianzen geschmiedet werden wie 2012 - lediglich mit anderen Beteiligten. Die SPD hebt den Linke-Kandidaten Holger Lampe in den Vize-Landratsessel, im Gegenzug tragen die Linken den SPD-Kandidaten Fornell (?) mit - an die Verwaltungsspitze. Sabine Rakitin

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