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Bauparzellen werden zur Mangelware

Suche nach Bauland: Für junge Familie wird es schwierig, in Zehdenick eine Parzelle zu finden.
Suche nach Bauland: Für junge Familie wird es schwierig, in Zehdenick eine Parzelle zu finden. © Foto: dpa
Martin Risken / 15.11.2017, 06:25 Uhr
Zehdenick (GZ) Für junge Familien wird es in der Havelstadt immer schwieriger, Grund und Boden für den Bau eines Einfamilienhauses zu finden. Nur noch vereinzelt gibt es Baulücken in der Siedlung I und sehr selten noch in Neuhof, doch nicht immer sind die Eigentümer auch zum Verkauf bereit. Mit dem Haushalt 2018 will die Stadt die Ausweisung einer kleinen Einfamilienhaussiedlung mit 15 Häusern in Zehdenick-Süd vorbereiten. Problem aber auch dort sind die Eigentumsverhältnisse. Hier sei die Stadt auf das Wohlwollen der Eigentümer angewiesen. "Die Eigentümer müssen auch mitspielen wollen, es gibt solche und solche", erwiderte Bürgermeister Arno Dahlenburg (SPD) auf die Kritik aus den eigenen Reihen der Sozialdemokraten, bislang zu wenig für den Eigenheimbau in der Stadt getan zu haben.

Die Mitglieder des SPD-Ortsvereines Zehdenick sehen jedenfalls Handlungsbedarf, um junge Familien in der Stadt zu halten. Immerhin vier Quartiere mit insgesamt 75 Grundstücken könnten in den nächsten Jahren erschlossen werden. 2018 soll der Anfang gemacht werden. Eine steigende Zahl von Bauanträgen bestätigte den Trend zum Eigenheimbau auch in der Havelstadt. Allerdings entfielen davon rund ein Drittel auf die Ortsteile, weshalb der Druck auf die Kernstadt nicht ganz so groß sei, stellte dazu Bürgermeister Arno Dahlenburg (SPD) fest. "Wenn wir junge Familien halten wollen, müssen wir mehr tun", forderte Norbert Gerth. "In Gransee steppt der Bär, auch in Grüneberg ist man wieder dabei, weitere Bauflächen auszuweisen", führte der Stadtverordnete aus. Zehdenick drohe von dieser Entwicklung abgehängt zu werden. "Wir sollten kontinuierlich an diesem Thema dranbleiben. Wir sollten vorrangig städtische Flächen bereitstellen. Wir haben ja nichts davon, Flächen zu entwickeln, wenn die Eigentümer nicht zum Verkauf bereit sind", stellte Hartmut Leib fest. Nicht alle Ortsteilen würden allerdings gleichmäßig vom Aufschwung auf dem Immobilienmarkt profitieren, gab Helmut Schöttler aus Kurtschlag zu bedenken. Der Leerstand in seinem Dorf sei zwar gering, weil sich viele Berliner um die vorhandenen Immobilien kümmern würden. Junge Familie zu locken, sei aber wegen der Straßenverhältnisse schwierig. "Das schreckt viele ab", sagte der langjährige Ortsvorsteher und Bürgermeister von Kurtschlag. Die Landesstraße 215 zwischen Zehdenick und Kurtschlag zählt mittlerweile zu den schlechtesten Straßen Oberhavels. Hier müsse dringend etwas geschehen. Bernd Krumbach forderte indes, die Gewerbeflächen nicht zu vergessen. Die Stadt brauche auch Unternehmen, die gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen. Es könnten ja nicht alle zum Arbeiten immer nur nach Berlin fahren. Gransee liege hier mit der Erweiterung seines Gewerbegebietes in Richtung Zehdenick wieder deutlich im Vorteil.

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