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Libbenichener begingen Lutherweg

Pilgern auf den Spuren des Reformators

Josefine Jahn / 15.11.2017, 06:40 Uhr
Libbenichen (MOZ) Bereits im Jahr 2008 hatte sich die Lutherweggesellschaft gegründet, die auf den Spuren des Reformators Orte dessen Schaffens über Wege miteinander zu vernetzen. Thomas und Markus Wendlandt, sowie Wolfgang Schöchert aus Libbenichen sind gemeinsam ein Stück gewandert.

Die drei Herren sind allesamt ohne Muskelkater zurück gekommen. "Wir haben alle gut durchgehalten und Markus hat am wenigsten gejammert", berichtet Thomas Wendlandt, der mit seinem Sohn und Freund Wolfgang Schöchert an der Saale unterwegs war. Die drei Männer starteten nördlich von Köthen in Sachsen-Anhalt, in Elsnigk, und liefen dann bis nach Halle. Vielerorts haben sie sich Kirchen oder kleine Museen angeschaut, kamen mit Leuten ins Gespräch. "Wir waren effektiv an sechs Tagen zu Fuß unterwegs und haben 120 Kilometer zurück gelegt", sagt Thomas Wendlandt.

Auf die Idee zum Wandern sei der Sohn Markus gekommen, der sich von Hape Kerkelings Buch "Ich bin dann mal weg" hatte inspirieren lassen. "Ich finde die Erfahrung wichtig und wollte das einfach mal selber machen", sagt der 17-Jährige. Gemeinsam mit seiner Schwester und seinem Vater war er bereits im vergangenen Jahr auf Luthers Spuren gewesen, allerdings eine kürzere Etappe. In diesem Jahr hatte sich dann Wolfgang Schöchert Vater und Sohn angeschlossen. Am meisten wehgetan, findet der 65-jährige Schöchert, habe das Gepäck. "Man hat ja am Ende gar nicht so viel gebraucht, wie man eingepackt hatte", sagt er. Daraus lerne man aber für das nächste Mal. Den Jakobsweg zu gehen, zumindest ein Stück davon, sei für ihn noch nicht ad acta gelegt. Bis die Planungen dafür konkreter werden, können Wolfgang Schöchert und seine Begleiter aber noch von den Eindrücken der letzten Reise zehren. "Wir haben viel gesehen und viel erlebt", bestätigt Thomas Wendlandt. Eine Planung vorab sei natürlich nötig gewesen. Denn - trotz gut ausgebauter und beschilderter Wege - sind auf der Strecke Unterkünfte rar. Von Pension über Jugendherberge bis einer Gartenlaube als Unterkunft sei alles dabei gewesen. "Ich habe gelernt, dass man nicht vorab über andere urteilen sollte. Weder gut noch schlecht", ist Schöcherts persönliche Erkenntnis nach der Reise, auf der das Trio diverse Begegnungen mit Herbergsleitern gemacht hat, die manchmal angenehmer waren als zunächst angenommen. "Die eine Dame mit der Gartenlaube brachte uns sogar noch warme Suppe abends", sagt der Libbenichener. Vorher seien die Wanderer von der schlichten Unterkunft ernüchtert gewesen.

"Man entschleunigt, sieht wieder die wichtigen Sachen und nimmt sich selber nicht so ernst", schwärmt Thomas Wendlandt. Markus' Höhepunkt der Reise war, dass er in der Schlosskirche in Bernburg die Orgel spielen durfte - er erlernt das Instrument gerade. Er würde noch einmal den Lutherweg laufen. Aber alles über eine Woche sei ihm dann doch zu viel des Wanderns.

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