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Klinikum Uckermark wirbt mit Gemütlichkeit um werdende Mütter / Platz in der Wunschkita nicht garantiert

Schwedt ist guter Hoffnung

Zum ersten Mal ganz in Familie: Leo Zimmermann wurde am 8. Oktober im Asklepios-Klinikum Uckermark geboren, kerngesund und 53 Zentimeter groß. Er ist das erste Kind von Nathalie und Toni Zimmermann aus Schwedt.
Zum ersten Mal ganz in Familie: Leo Zimmermann wurde am 8. Oktober im Asklepios-Klinikum Uckermark geboren, kerngesund und 53 Zentimeter groß. Er ist das erste Kind von Nathalie und Toni Zimmermann aus Schwedt. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Eva-Martina Weyer / 15.11.2017, 07:00 Uhr
Schwedt (MOZ) In der Uckermark und anderen berlinfernen Regionen überwiegen die Kommunen mit niedriger Geburtenrate, hoher Sterblichkeit und Wegzug. Das hat eine Kommission des Landtags ermittelt. Die Zahlen der Neugeborenen in Schwedt deuten aber eine leichte Trendwende an.

Ein sicherer Arbeitsplatz, gute Betreuungsmöglichkeiten für Mädchen und Jungen, medizinische Versorgung und eine akzeptable Verkehrsanbindung gehören für junge Familien zu einem kinderfreundlichen Klima. Das ist eine alte Weisheit.

Im Asklepios Klinikum Uckermark rollt man den werdenden Müttern den roten Teppich aus. Im vergangenen Jahr wurden dort 367 Babys geboren. "Wir stellen eine langsam steigende Tendenz fest", freut sich Dr. Nenad Dragoljic, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Bis gestern kamen dort in diesem Jahr 281 Kinder auf die Welt. Das Ärzte- und Schwesternteam hofft, dass die Zahl vom vergangenen Jahr wieder erreicht werden kann.

Mit regelmäßigen Kreißsaalbesichtigungen will das Klinikum das Vertrauen der werdenden Mütter aus der ganzen Uckermark gewinnen. Sie können sich schließlich auch für Häuser in Eberswalde und Templin entscheiden. Das Klinikum Uckermark punktet damit, dass dort rund um die Uhr Gynäkologen und Kinderärzte Dienst haben. Im Krankenhaus Templin gibt es nur eine Rufbereitschaft, empfehlenswert nur für vollkommen unauffällige Schwangerschaften.

Bei der Kreißsaalbesichtigung in Schwedt rücken gleich zwei Chefärzte und eine Oberärztin zum Erklären an. Die Aufregung der werdenden Mütter und Väter ist spürbar. Dr. Dragoljic schlägt einen heiteren Ton an: "Männer, keine Panik, wenn die Wehen einsetzen. Die gepackte Tasche ins Auto, die Frau nicht vergessen und ganz ruhig zu uns fahren."

Hebamme Doris Prisille hat in ihrer Berufslaufbahn schon mehr als 2000 Kindern auf die Welt geholfen. Sie zeigt der Gruppe der werdenden Mütter, Väter und Omas die Annehmlichkeiten der zwei Kreißsäle, die vom Komfort nahe an den eines Schlafzimmers herankommen. Die 23-jährige Michelle Hinz hat am 9. Januar Geburtstermin. "Dass ich in Schwedt entbinde, war für mich von vornherein klar. Ich bin hier geboren und ich möchte, dass auch mein Kind in Schwedt zur Welt kommt", sagt sie.

Ute Will ist eine werdende Oma und schaut sich mit ihrer Tochter Josefine den Kreißsaal an. "Ich kenne das hier noch ganz anders, aber das ist 19 Jahre her", erinnert sie sich. "Doch ich finde, es sind hier gute Bedingungen."

Anna Gossow ist Erstgebärende: "Da macht man sich viele Gedanken. Ich finde es erstaunlich gemütlich hier. Auch die Erläuterungen geben mir ein gutes Gefühl." Sobald sie von ihrer Schwangerschaft erfuhr, hat sie sich um einen Krippenplatz bemüht. In ihrer Wunsch-Kita im Stadtteil Neue Zeit steht sie auf einer Warteliste auf Platz 7 von 20. Man rutscht immer weiter vor.In den 17 Schwedter Kindertagesstätten gibt es 386 Betreuungsplätze für Mädchen und Jungen von null bis drei Jahren. Damit ist das Verhältnis der angebotenen Plätze zu den im vergangenen Jahr geborenen Kinder ausgeglichen. Es gibt sogar ein paar mehr Plätze. Jedoch die Wunschkita der jungen Eltern kann niemand garantieren. Mutter und Kind müssen dann auf eine Krippe mit freien Plätzen ausweichen.

Vor zehn Jahren hatte die Zahl der Krippenplätze mit 256 einen Tiefpunkt erreicht. Sie steigt jetzt langsam, aber stetig. An die super kinderfreundlichen Zeiten von Schwedt reicht das indessen lange nicht heran. Von 1978 bis 1982 hatte die Stadt 27 Krippen. In ihnen gab es sage und schreibe 1810 Plätze. Und auch diese waren immer deutlich überbelegt. 1960 hatte Schwedt eine Kinderkrippe mit 51 Plätzen.

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