Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Transvocale startet am Donnerstag mit deutsch-polnischer Hommage an Lindenberg

Hinter Udos "horyzont"

Festivalband: Eigens für die Lindenberg-Hommage wurde eine Band aus polnischen Musikern zusammengestellt, die seit gestern im Kleist Forum probt. Mit dabei ist der Slubicer Saxofonist Jacek Faldyna.
Festivalband: Eigens für die Lindenberg-Hommage wurde eine Band aus polnischen Musikern zusammengestellt, die seit gestern im Kleist Forum probt. Mit dabei ist der Slubicer Saxofonist Jacek Faldyna. © Foto: Michael Benk
Frauke Adesiyan / 15.11.2017, 07:14 Uhr - Aktualisiert 15.11.2017, 08:43
Frankfurt (Oder) (MOZ) Lindenberg-Lieder auf Deutsch und Polnisch sind am Donnerstag im Kleist Forum zu erleben. Zum zweiten Mal beginnt das Lieder- und Weltmusikfestival Transvocale mit einer eigens produzierten Hommage an einen Liedermacher.

Wie klingt es wohl hinterm Horizont, wenn Udo Lindenbergs Text ins Polnische gesungen wird? Eine erste Ahnung davon konnte am Dienstagnachmittag gewinnen, wer sich im Großen Saal des Kleist Forums zur ersten Probe für die Festivaleröffnung der Transvocale geschlichen hat. An Schlagzeug und Trommeln, Flügel und Keyboard, Gitarren, Bass und Saxofon saßen die polnischen Musiker und stimmten ihre Instrumente aufeinander ab. Heute kommen die Sänger dazu, um die eigens übersetzten und arrangierten Lieder für die einmalige Aufführung am Donnerstag zu proben.

Nicht nur das treue Transvocale-Publikum freut sich offensichtlich auf das besondere Auftaktprogramm. "Lindenberg forever und nicht ohne mich", schreibt Sängerin Pascal Wroblewski auf ihrer Facebookseite. Sie war schon im vergangenen Jahr für das Programm angefragt, als es aus finanziellen Gründen abgesagt wurde. Auch diesmal gab es nicht die erhoffte Förderung, die Hommage ziehen die Festivalveranstalter nun auf eigene Kosten durch.

Und für Pascal Wroblewski erfüllt sich ein Traum. Schon immer wollte sie Lieder von Lindenberg interpretieren, berichtet Tomasz Pilarski, der das Festival mit Bernhard Hanneken künstlerisch verantwortet. Neben ihr wird Malgorzata Markowski singen. Als deutsche männliche Stimme wurde Rainer von Vielen gewonnen. "Das war gar nicht so einfach, einen Sänger zu finden, der es mit Lindenberg aufnimmt", berichtet Pilarski von der Suche. Für viele sei die Ikone einfach zu groß. Den polnischen Gesangspart übernimmt Krzysztof Napiórkowski, der schon vor zwei Jahren bei der Transvocale-Hommage an den Liedermacher Marek Grechuta dabei war.

Diesmal allerdings steckt er auch hinter den meisten Texten. Da es - bis auf eine sehr freie Übertragung von "Horizont" durch die Sängerin Kayah - keine polnischen Versionen von Lindenberg-Songs gibt, wurden die deutschen Texte zunächst eins zu eins übersetzt. Anschließend hat Napiórkowski daraus stimmige polnische Lider gemacht. Das war mal leichter mal schwerer. ",Mein Ding' trifft es auf Polnisch perfekt", gibt Pilarski ein Beispiel. "Das Mädchen aus Ostberlin" sei hingegen unmöglich ins Polnische zu übertragen.

Warum das Festivalteam Lindenberg trotz seiner totalen Unbekanntheit in Polen für das grenzübergreifende Musikprojekt ausgewählt hat, begründet Pilarski mit seiner "unendlich großen" Bedeutung in Deutschland. "Er ist eine Ikone des deutschen Lieds, er ist einfach nicht wegzudenken."

Mit den Eigenproduktionen hofft er der Transvocale einen unverkennbaren Aspekt zu geben, nachdem man sich von der Vergabe eines Transvocale-Preises verabschiedet hat. "Viele Festivals vergeben Preise. Solche deutsch-polnischen Eigenproduktionen direkt an der Grenze machen aber nur wir" betont der Direktor des Slubicer Kulturhauses Smok. Und er fügt hinzu: "Ich hoffe, dass diese Lieder leben werden. Das sind tolle Songs."

Auftakt von drei Tagen voller Musik:


■ Die Eröffnung der Transvocale beginnt am Donnerstag um 19.30 Uhr im Kleist Forum mit einer kabarettistischen Einführung von Adam Gusowski aus dem "Club der polnischen Versager". Dann erklingt die Hommage an Udo Lindenberg. Ab 22 Uhr spielt im Foyer das Kozma Orkestar tanzbare Musik zwischen Balkan und Klezmer. Ab 23 Uhr tritt in der Darstellbar die "Putzi Drosch Experience" auf, hinter der sich stadtbekannte Musiker verstecken.
■ Der Festival-Freitag spielt komplett in Slubice. Während es für "Brodka" keine Karten mehr gibt, können Besucher noch "Buslav" ab 21 Uhr und dann "Biff" im Smok erleben.
■ Am Sonnabend eröffnen "The Dead South" aus Kanada den Reigen um 19.30 Uhr im Kleist Forum. Anschließend u.a. zu erleben: Rainer von Vielen (20.30 Uhr), Garland Jeffreys (21.30 Uhr) und die Banda Internationale (22.30 Uhr)
■ Tageskarten kosten 23, ermäßigt 21 Euro, für Schüler und Studenten zehn Euro. Festivalpässe kosten 45/40 Euro. Kartentel.: 0335 4010120, Programm: www.transvocale.eu

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG