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Wandern durch leuchtende Wälder

In einem Farbenmeer zu wandern, ist ein besonderes Erlebnis, wie hier im Schlaubetal.
In einem Farbenmeer zu wandern, ist ein besonderes Erlebnis, wie hier im Schlaubetal. © Foto: Korinna Lerche
15.11.2017, 12:39 Uhr
Schlaubetal (MäMa/Brawo/Märker) Der Herbst gilt bei vielen Wanderern als die Lieblingsjahreszeit. Das Licht der Sonne wird wärmer und bricht sich zwischen den herbstlich gefärbten Blättern. Wir haben deshalb die schönsten Wandertouren zusammengestellt.

Entdeckungen im UNESCO-Weltnaturerbe Grumsin: Eine Expedition in den Buchenwald Grumsin in der Uckermark ist wie eine Reise in die Wildnis. Und wer ihn im Oktober besucht, wird ein wahres herbstliches Feuerwerk aus bunt gefärbten Buchenblättern erleben - in gelb, orange, rot und braun. Hier stehen auf engstem Raum Buchen mit den unterschiedlichsten Formen, die rund 200 Jahre alt sind. Manche sind sogar noch älter. Der Buchenwald in der Nähe von Angermünde, mitten im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, ist seit 2011 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Mit seinen rund 600 Hektar ist der Grumsiner Forst der größte noch zusammenhängende Tieflandbuchenwald der Welt. Und wenn der Mensch nicht vor mehr als 1.000 Jahren damit begonnen hätte, die Urwälder zu roden und das Land zu bewirtschaften, sähe die Landschaft noch heute überall so aus wie im Grumsiner Forst. Führungen: immer sonntags, 13 Uhr, Anmeldung: Tourismusverein Angermünde e.V., Brüderstraße 20, 16278 Angermünde, Tel.: 03331/297660, E-Mail: info@angermuende-tourismus.de

In der Märkischen Schweiz "geht die Lunge auf samt": Wegen der guten Luft kommen Ausflügler schon seit mehr als 150 Jahren in die Märkische Schweiz. Der Leibarzt des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV. stellte der Landschaft rund um den Kneipp-Ort Buckow ein erstklassiges Zeugnis aus: "Majestät, in Buckow geht die Lunge auf Samt", soll er zu seinem König gesagt haben. Die Hügellandschaft rund um Buckow mit ihren Wanderwegen und Schluchten ist für erfahrene Wanderer, aber auch für Familien ein spannendes Terrain. Insgesamt 150 Kilometer Wanderwege führen durch die Märkische Schweiz. Ob Silberkehle, Drachenschlucht, Teufelsstein, Poetensteig oder der sagenumwobene Schermützelsee - auf kleinstem Raum wartet hier eine abwechslungsreiche Landschaft. Als Tagestour empfiehlt sich die Naturparkroute. Die rund 20 Kilometer lange Rundwanderung führt vorbei am Schermützelsee, durch Täler und Schluchten, auf sanfte Hügel mit immer wieder überraschenden Aussichtspunkten. Die Wanderung kann beispielsweise am Naturpark Besucherzentrum "Schweizer Haus" in Buckow begonnen werden.

Das Schlaubetal - Ein Kleinod im Osten Brandenburgs: Das Schlaubetal und der gleichnamige Naturpark im Seenland Oder-Spree ist noch immer ein Geheimtipp. Das Schlaubetal zählt zu den schönsten Bachtälern Brandenburgs. Diese von der Weichsel-Eiszeit hinterlassene glaziale Rinne ist ein wahres Kleinod, die von dem Flüsschen Schlaube durchflossen wird. Sie gräbt sich in Schluchten ein, hinterlässt Moore und passiert Teiche und Seen. In diesen unterschiedlichen Lebensräumen haben sich seltene Pflanzen und Tiere angesiedelt. An vielen besonders schönen Stellen gibt es Rastplätze. Meist sind dies ehemalige Mühlen wie die Ragower Mühle oder die Bremsdorfer Mühle, die heute Gaststätten mit regionaler Küche beherbergen. Start des 28 Kilometer langen Schlaubetal-Wanderweges ist in Müllrose am Großen Müllroser See.

Durch die Schorfheide zur Silkebuche: Diese drei stündige Wanderung (11 km) führt durch die Eichheide zwischen Groß Schönebeck und Eichhorst zur Silkebuche. Die Tour ist eine Rundtour und startet vom Parkplatz in Eichhorst entlang der Seerandstraße in Richtung Joachimsthal mit Verlängerungsmöglichkeit bis zu den Pinnowseen. Sie ist leicht zu erwandern, hat kaum Steigungen und ist sehr familienfreundlich. Entlang der Strecke gibt es auch den Naturlehrpfad der Eichheide. Das Ziel, die majestätische Silke-Buche, ist ca. 300 Jahre alt und mit einem Umfang von 6,50 m ist der Baum die größte und massenreichste Buche Brandenburgs. Nachdem man ihn lange genug bewundert hat, folgt man dem Hinweg ca. 500 m und biegt für die Rundtour dann nach rechts auf den Eichheider Weg. Am Weg liegt auch der mit grünem Balken ausgeschilderte Naturlehrpfad der Eichheide, den man in die Rundtour mit einbeziehen kann.

Der Bergmolchwanderweg im Fläming: Im Planetal, durch das dieser Wanderweg verläuft, fühlt sich der Bergmolch wohl. Er findet hier zahlreiche Verstecke und ein passendes Jagdrevier. Als nachtaktives Tier wird der Wanderer ihn wohl kaum zu Gesicht bekommen, doch in der Alten Badeanstalt gibt es vielleicht eine Chance in der Laichsaison. Außer der schönen Naturlandschaft hat der Weg noch mehr zu bieten: das Mufflongehege in Rädigke, den Riesenstein, die Burg Rabenstein mit Bergfried und Falknerei und die idyllischen Dörfer Raben und Rädigke mit ihren historischen Bauerngehöften und Feldsteinkirchen.

Mühlen & Quellwanderung: Vom Teupitzer See zum Klingespring. Teupitz, das pittoreske Städtchen im Dahme-Seenland und seine Umgebung bietet eine intakte wald- und wasserreiche Natur, über den See schippernde Boote, die im Herbst zu ihren letzten Touren der Saison aufbrechen und deren Skipper ebenso die Farben der Natur genießen. Die Runde dieser 4 stündigen Wanderung (12 km) geht über den Tütschensee, den Tornower See, und Briesensee. Teupitz selbst hat sich herausgeputzt: historisches Kopfsteinpflaster, die Heilig-Geist-Kirche und der Marktplatz schaffen eine heimelige Atmosphäre. An der Seebrücke mit Fontanepark beginnt die Tour. Hier kann man am Gesenberg kurz durchatmen und die Weite genießen und dann am vom Wald umgebenen Tütschensee idyllisch am Ufer laufen. Die Naturquelle Klingespring am Südufer des Tornower Sees ist das älteste Naturdenkmal der Region. Eiskalt und glasklar ist das Wasser, das als kleiner Bach zum Tornower See fließt. Zur Einkehr lädt die Mittelmühle ? - ganz idyllisch mit von Rosen geschmücktem Teich und umgeben von altem Baumbestand.

Märchenhaftes Nonnenfließ und Schwärzetal entdecken: Wie durch einen Märchenwald schlängelt sich die Schwärze durch unberührte Erlen- und Buchenwälder. Kaum ein Laut ist zu hören, nur das leise Fließen des kristallklaren Wassers. Quellen, Moore, tief eingeschnittene Täler und steile Hänge prägen dieses 489 Hektar große und seit 1996 bestehende Naturschutzgebiet im Barnimer Land. Nicht weit vom Zoo in Eberswalde entfernt, haben seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten wie die Mühlkoppe, der Graureiher und Eisvogel, die Sumpfdotterblume, das Milzkraut und die Schwarz-Erle einen sicheren Lebensraum gefunden. Die Landschaft wirkt geradezu mittelgebirgsähnlich mit ihren teils tief eingeschnittenen Tälern, die sich die Seitenarme der Schwärze wie Nonnenfließ und Herthafließ im Laufe der Zeit gegraben haben. Ausgangspunkt für eine Wanderung ins herbstlich gefärbte Schwärzetal ist der Forstbotanische Garten Eberswalde. (tmb/db)

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