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Baumschule Biesenthal lädt seit nun schon zehn Jahren Besucher zum kreativen Gestalten im Advent ein

Unter Palmen basteln mit Tannenzweigen

Renate Meliß / 02.12.2017, 06:44 Uhr
Biesenthal (MOZ) Ein rundes Jubiläum war das diesjährige Adventsbasteln unter Palmen im Zierpflanzenbau der Baumschulen Biesenthal, denn es fand zum nunmehr zehnten Mal statt. Zahlreiche Besucher nutzen das Angebot in der traditionsreichen Firma zum kreativen Gestalten.

"Schon vor 9 Uhr waren die ersten Besucher da, kurz danach war alles voll", berichtet Ines Küter, Bereichsleiterin im Zierpflanzenbau der Barnimer Baumschulen Biesenthal. Bereits zum zehnten Mal fand vor kurzem das beliebte Adventsbasteln unter Palmen statt. Auf den rund 1200 Quadratmetern des insgesamt 10 000 Quadratmeter großen Gewächshauses herrschte eifriges Werkeln an den Tischen. Familien mit Kindern und Großeltern mit ihren Enkeln ließen sich hier auf den bevorstehenden Advent einstimmen und bastelten ihr ganz persönliches Adventsgesteck.

In den Regalen fanden sich Zapfen, Sterne, Glitzerkugeln, Moos, Zweige und Rinde, Kerzen in allen Farben, Steine und Steckmasse. Auf den Tischen waren die Heißklebepistolen im Dauereinsatz und der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Christina Kumpf und Antje Rupp aus Bernau sind zum ersten Mal dabei. "Wir haben aus der Zeitung davon erfahren. Jetzt ärgern wir uns nur, dass wir die Kinder nicht mitgenommen haben", erzählen die beiden Frauen, jede ein Gesteck vor sich. "Ich mach eines ganz in Weiß, so hab ich den ganzen Winter über etwas davon. Wenn man einmal dabei ist, könnte man gleich den ganzen Tag hier bleiben."

Auch Bewohner aus den Wohnstätten der Hoffnungsthaler Stiftung sind mit Begeisterung dabei. Stolz zeigen Kathleen Greeve und Thomas Czaika ihr Gesteck. Fiona (3 Jahre) und Aidan (6 Jahre) sind mit Oma und Opa aus Berlin gekommen. "Wir lassen hier immer unsere Gartenpflanzen überwintern. Deshalb waren wir auch im letzten Jahr schon hier", erzählen sie.

Die Geschichte der Barnimer Baumschule kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Der Gründer, Heinrich Lorberg, war mit "Lorbergs Baumschulen" zunächst in Berlin ansässig. Seinem Sohn Max, der das Geschäft später übernahm, ist es zu verdanken, dass die Baumschule zu einem bekannten Unternehmen heranwuchs. Auf der Suche nach einer neuen Anzuchtstätte wurde man in Biesenthal fündig. Hier fiel die Wahl auf ein kleines Gut namens "Rosenow" in der Nähe des Bahnhofes. Im Jahr 1874 begann man, Sträucher und Bäume aufzuziehen. Als Max Lorberg im Alter von 33 Jahren verstarb, führte seine erst 22-jährige Witwe und Mutter von drei Kindern die Firma. Obergärtner Reinhardt war für die praktische Leitung der Biesenthaler Baumschule verantwortlich. Um die Jahrhundertwende übernahmen die Söhne Wolfgang und Eugen die Leitung der Baumschule. Sohn Eugen vergrößerte sie zu Beginn 1900 auf 450 Morgen und deckte damit den Bedarf an Bäumen und Sträuchern vieler größerer Städte ab. Etwa 1905 wurden außer Obstbäumen auch jährlich 20 000 Straßenbäume herangezogen. 1911 übernahm Wolfgang Lorberg - nach dem Tod des Bruders - die Biesenthaler Baumschule bis 1925. Der wirtschaftliche Aufschwung nach 1935 zeigte sich auch hinsichtlich des Bedarfes an großen Anpflanzungen.

Nach 1945 wurde der Betrieb enteignet und später zum Volkseigenen Betrieb (VEB) erklärt. Auch zu DDR-Zeiten war die Biesenthaler Baumschule im In- und Ausland bekannt. Viele Bäume und Sträucher wurden exportiert. Seit 1996 ist die Biesenthaler Baumschule ein Betrieb der Hoffnungstaler Werkstätten GmbH, in dem die Arbeiten überwiegend von Menschen mit Behinderungen ausgeführt werden. Auf diese Weise wird den betroffenen Menschen eine sinnvolle Arbeit angeboten. Die Hoffnungstaler Stiftung ließ zudem Neubauten errichten, in denen die dort Beschäftigten ein eigenes Zuhause haben.

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