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Um den hinkenden Tourismus anzukurbeln, wird ein professioneller Vorreiter gesucht

Geschäftsführer im Hauptamt soll es richten

Betörende Natur: Die Wandlitzer Seen sind bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen beliebt. Dieses Foto entstand am Stolzenhagener See
Betörende Natur: Die Wandlitzer Seen sind bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen beliebt. Dieses Foto entstand am Stolzenhagener See © Foto: MOZ/Hans Still
Hans Still / 03.12.2017, 06:30 Uhr
Wandlitz/Biesenthal (hs) Die Arbeit im Tourismusverein Naturpark Barnim soll mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer auf professionelle Beine gestellt werden. Dafür sprachen sich am Mittwochabend 32 Vereinsmitglieder einstimmig bei ihrer Jahreshauptversammlung im Biesenthaler Cafè "Auszeit" aus. Sie folgten damit geschlossen dem Votum des Vereinsvorstandes, der sich bereits in seiner Sitzung Ende September, ebenfalls ohne Gegenstimme, auf die Schaffung einer hauptamtlichen Geschäftsführerstelle geeinigt hatte. Bislang agierte Andreas Scharschmidt als ehrenamtlicher Geschäftsführer des Vereins. Allerdings mehrt sich seit Jahren die Kritik am Verein, der in der Öffentlichkeit zu wenig wahrnehmbar sei und das touristische Potenzial der Region teilweise ungenutzt lasse. "Bisher konnten die vielfältigen Aufgaben der Vereinsführung mit sieben Stunden pro Woche nicht vollständig realisiert werden. Unter den derzeitigen Bedingungen ist eine professionelle und wirtschaftliche Geschäftsführung des Tourismusvereins einfach nicht möglich", zeigte sich Horst Geiseler, Vorsitzender des Tourismusvereins, überzeugt. Allein wichtige Basisaufgaben wie Personalführung, die Aufstellung und Steuerung des Haushaltsplanes, das Fördermittelmanagement oder die Vertretung des Vereins bei Politik, Verwaltung und Verbänden können mit dieser geringen Stundenzahl nicht bewältigt werden, verdeutlichte Geiseler am Freitag. Aufgaben wie die Mitgliederbetreuung und -akquise, Angebots- und Produktentwicklung, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit seien ebenfalls nicht vollständig abdeckbar.

Das Amt Biesenthal-Barnim und die Gemeinde Wandlitz streben nun ebenfalls eine qualitative Verbesserung der Vereinsarbeit und touristischen Weiterentwicklung an. Beide Verwaltungschefs befürworten die Einstellung eines hauptamtlichen Geschäftsführers und wollen die Finanzierung der zunächst auf ein Jahr befristeten Stelle über ihre jeweiligen Haushalte absichern. Das Amt Biesenthal-Barnim hat dafür bereits die notwendigen Mittel eingestellt. In der Gemeinde Wandlitz steht am 7. Dezember die grundsätzliche Zustimmung der Gemeindevertreter zur Erweiterung des schon bisher bestehenden Geschäftsbesorgungsvertrages um einen hauptamtlichen Geschäftsführer an.

Der Wandlitzer Haupt- und Finanzausschuss hatte sich am Montag für die neue Stelle ausgesprochen, wobei die Zeit der Anstellung zunächst offen blieb. Bedenken bestehen wegen der Kürze der garantierten Beschäftigung. "Wer bewirbt sich, wenn die Stelle auf ein Jahr sicher ist. Es sollten mindestens zwei Jahre sein", hatte Monika Braune (EBWP) vorgeschlagen. Und Gabriele Bohnebuck (Linke/Grüne/B90/UWG) forderte, "der Tourismus muss in die Pötte kommen und beispielsweise Veranstaltungen wie das Herbstleuchten begleiten".

Ziel soll zudem sein, die Finanzleistungen der Kommunen zu Gunsten eingeworbener Mittel herunterzufahren. Dirk Reinhardt (F.Bg.W.) unterstrich diese Forderung und betonte einen weiteren Aspekt bei der Bewertung der Arbeit im Tourismusverein. "Ich vermisse den Beitrag derjenigen, die vom Tourismus leben. Seit 15 Jahren investiert die Gemeinde. Die Hoteliers und Gastronomen müssten den Geschäftsführer einstellen."

Der Vertrag von Geschäftsführer Andreas Scharschmidt soll Ende März auslaufen.

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