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Gedenken am Tatort und Premiere für "Nacht der Jugend"

Eberswalde ehrt Amadeu Antonio

Sven Klamann / 06.12.2017, 06:50 Uhr
Eberswalde (MOZ) Auf den Tag genau heute vor 27 Jahren ist Amadeu Antonio Kiowa an den schweren Verletzungen gestorben, die ihm kurz davor, in der Nacht zum 25. November, auf der Eberswalder Straße vom braunen Mob zugefügt worden waren. Der Vertragsarbeiter aus Angola gilt als das erste Todesopfer rassistischer Gewalt nach der Wende in Deutschland. An die unfassbare Tat und ihre Folgen wird heute gleich zweifach erinnert - ab 16Uhr mit Kerzen, Blumen und Ansprache vor der Gedenktafel für Amadeu Antonio am Tatort auf Höhe der ehemaligen Chemischen Fabrik und ab 17 Uhr mit der ersten "Eberswalder Nacht der Jugend", zu der ins Bürgerbildungszentrum an der Puschkinstraße 13 eingeladen wird, das seit der Eröffnung im August 2015 mahnend seinen Namen trägt.

Neben der Stadt Eberswalde gehören die Barnimer Kampagne "Light me Amadeu" und der Afrikanische Kulturverein Palanca zu den Organisatoren.

Für die Kampagne weist einer ihrer Sprecher, Dieter Gadischke aus Bernau, Kreisjugendwart der evangelischen Kirche im Barnim, darauf hin, dass 27 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung erstmals Geschichtsrevisionisten und Rechtspopulisten in den Bundestag eingezogen seien. "Wir wollen uns nicht an völkische Weltbilder, Hass und Hetze gegen geflüchtete, jüdisch, islamisch oder anders geprägte Menschen gewöhnen - nicht in deutschen und europäischen Parlamenten, nicht im Internet, nicht in Schulklassen, nicht im Verein, nicht in Bussen und Bahnen und auch nicht in der Familie", heißt es im Aufruf der Kampagne zum Treffen an der Gedenktafel und zur ersten "Eberswalder Nacht der Jugend", die sich vorwiegend an 11- bis 18-Jährige richtet.

Im Bürgerbildungszentrum wird es nach der Begrüßung durch Bürgermeister Friedhelm Boginski mehrere Workshops geben, in denen sich die Jugendlichen unter anderem mit folgenden Themen beschäftigen: "Freiheit der Religion", "Migration ist kein Problem. Es ist eine Chance!", "Solidarität mit den Sinti und Roma Europas" und "Musik und Texte gegen den Rassismus". In einem weiteren Workshop wird mit der kreativen Arbeit an einem Comic begonnen, der die Geschichte von Amadeu Antonio erzählt. Ab 19 Uhr gibt es Köstlichkeiten zum Beispiel aus der somalischen, tschetschenischen, syrischen und rumänischen Küche. Um 20 Uhr beginnt das abschließende Konzert mit Mal Eleve, dem Sänger der Reggae, Dancehall, Ska, Punk und Hip-Hop spielenden Band Irie Revoltes aus Heidelberg, und DJ Six Six Seven.

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