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Regionalexpress 3 hält auch künftig nicht / Kritik der Lokalen Agenda

Biesenthaler abgekoppelt

© Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Andrea Linne / 06.12.2017, 20:48 Uhr
Biesenthal (MOZ) Heiß diskutiert wurde in den zurückliegenden Wochen der Landesnahverkehrsplan. Nicht alle Wünsche und Forderungen aus den Kommunen erfüllten sich. In Stellungnahmen waren die Städte und Gemeinden gefragt. Kritik für Biesenthal kommt auch von der Lokalen Agenda 21.

Die bündnisgrüne Stadtverordnete Heike Müller hat insgesamt sieben Punkte ausführlich aufgelistet, die sie für die Kleinstadt in der idyllischen Umgebung nicht erfüllt sieht. Dabei hat sie nicht nur die Einwohner und Pendler im Blick, sondern auch die vielen Ausflügler, die an den Wochenende die Seen und Wälder rund um Biesenthal besuchen.

Intensiv werde der vorhandene Öffentliche Personen- und Nahverkehr (ÖPNV) genutzt, schätzt Müller ein. Ob zum Arbeitsplatz und zurück oder für Freizeitaktivitäten Richtung Bernau oder Eberswalde sowie Berlin. "Leider hat sich das ÖPNV-Angebot in den letzten Jahren immer weiter verschlechtert." Vor allem die einst vorhandene Umstiegsmöglichkeit von Regionalbahn 24 auf den RE 3 fehle längst.

Positiv zu vermerken sei hingegen die kürzlich eingeführte Plus-Bus-Linie Bernau-Biesenthal. Die Stadtverordnete, die auch Mitglied der Lokalen Agenda Biesenthal ist, fordert, "dass der neue Landesnahverkehrsplan für die Anbindung Biesenthals zeitnah Verbesserungen vorsieht". Im vorliegenden Entwurf sei das nicht erkennbar.

Die Annahme, das Fahrgastaufkommen werde kaum steigen, hält sie für falsch. Das Aufkommen sei stark gestiegen, sodass es zu regelmäßigen Engpässen komme. "Des Weiteren wird die Einwohnerzahl Biesenthals stetig steigen, was leicht an neu ausgewiesenen Baugebieten abzulesen ist", schätzt sie ein.

"Wir sehen deshalb akuten Handlungsbedarf, der so schnell wie möglich, größtenteils zum Fahrplanwechsel 2018/2019 realisiert werden muss", so ihre Forderung für die Fraktion.

Bernau müsse als wirklicher Umstiegsbahnhof geplant werden, inklusive der Umstiegsmöglichkeiten zwischen RE und RB, sowie S-Bahn. Auch der IC sollte konsequent in Bernau halten, teilt Müller mit.

Die Biesenthaler Fahrgäste möchten an die Berliner Nord-Süd-Strecke ab Gesundbrunnen, Hauptbahnhof und Potsdamer Platz angebunden werden, ist ein weiterer Punkt ihrer Stellungnahme. Der Umweg über Ostkreuz verursache derzeit nur längere Reisezeiten. Müller: "Dieser Aspekt muss in der Planung Berücksichtigung finden. Wir fordern eine halbstündliche direkte Regionalverbindung zur Nord-Süd-Strecke, verbunden mit einem stündlichen Halt in Biesenthal."

Bis 2030 zu warten, hält die Stadtverordnete für zu langfristig. Der RE3 bediene Fernverkehrsaufgaben und sollte schnellstmöglich als regionale Expresslinie und Zubringer zum Fernverkehr gestärkt werden.

Naherholungssuchende, die bislang wegen überfüllter Bahnen ihre Fahrräder kaum mitnehmen könnten, müssten ebenso berücksichtigt werden. "Biesenthal verfügt über ein wunderschönes Strandbad. Dieses wird aber hauptsächlich mit dem Auto angefahren. Die ÖPNV-Anbindung muss hier zügig verbessert werden", schreibt Heike Müller.

Zusätzliche Waggons und Züge an guten Wochenenden sowie eine gute Busanbindung zum Strandbad seien nötig. Müller sieht bislang im Landesnahverkehrsplan kein flexibles Nachsteuerungsinstrument, das zeitnah auf unvorhergesehenen Änderungen im Bedarf reagiert könne.

Mangelhaft sei auch die Verknüpfung der Bahnanbindung mit dem Bus. Die Halte seien unzureichend. Auch der permanente Ausfall von Zügen sei unangenehm. Pendler müssten aufs Auto umsteigen. Der vorliegende Entwurf reiche für die Biesenthaler definitiv nicht aus, Nachbesserungen seien dringend geboten.

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