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Fehrbelliner wollen mehr anstatt weniger Licht

Zu Weihnachten etwas mehr: Die Straßenbeleuchtung halten einige Fehrbelliner für zu dunkel.
Zu Weihnachten etwas mehr: Die Straßenbeleuchtung halten einige Fehrbelliner für zu dunkel. © Foto: MZV
Markus Kluge / 07.12.2017, 06:30 Uhr
Fehrbellin (MOZ) 174000Euro bezahlt die Gemeinde Fehrbellin pro Jahr dafür, dass in allen Orten die insgesamt 2113 Laternen leuchten. Diese Stromkosten sollen reduziert und gleichzeitig ein Betrag zum Klimaschutz geleistet werden. Wie das möglich ist, ist allerdings noch nicht ganz klar. Eine Idee der Verwaltung ist am Dienstag im Ausschuss für Energie, Umwelt und Tourismus abgelehnt worden. Das Rathaus hatte vorgeschlagen, in Fehrbellin bei den 510 Laternen mittels neuer Dimmtechnik, den Stromverbrauch zu reduzieren. Allerdings müsste dafür ab den späten Nachtstunden die Leuchtkraft reduziert werden.

"Ich finde das nicht gut. In Fehrbellin ist es sowieso schon zu dunkel", sagte Ortsvorsteher Jürgen Sternbeck (CDU). Wenn es "taghell wie auf dem Kudamm" wäre, könne man über eine Dimmung nachdenken. Weniger Licht würde nach seinem Dafürhalten Einbrechern eher Vorschub leisten. Laut Ausschussmitglied Ralf Friedrichs würden manche Laternen kaum eine Beleuchtungsstärke von zwei Lux erreichen - sieben bis zehn Lux seien aber angemessen.

Das Problem in Fehrbellin ist offenbar, dass die Straßenbeleuchtung nicht alt genug ist, um sie auszutauschen. Laut Rasmus Krebs, Fachgebietsleiter für Planung und Entwicklung, war die Anlage nach der Wende erneuert worden. Noch ist sie nicht abgeschrieben. Damit man in Fehrbellin nicht im Dunkeln steht, leuchten dort aktuell 416 Natriumdampf-Lampen (NAV) und 94Hochdruck-Quecksilberdampflampen (HQL). Diese HQL dürfen seit 2015 laut einer EU-Richtlinie nicht mehr produziert werden. "Da gibt es nur noch Restbestände", so Krebs. Der Austausch auf NAV bringt schon eine Ersparnis von etwa zwölf Prozent. Wird zusätzlich noch die neue Dimmtechnik für rund 75200Euro installiert, könnten rund 58 Prozent der Stromkosten in Fehrbellin gesenkt werden. Die Investition dafür hätte sich laut Krebs nach knapp drei Jahren amortisiert. Ab dann wird gespart. Zudem wäre das deutlich günstiger als neue LED-Lampen. Deren Aufbau in Fehrbellin würde mehr als 300000Euro kosten. Weil es sich dabei um einen Neubau handelt, müssten die Anlieger gemäß Satzung zur Kasse gebeten werden.

Mathias Perschall (SPD) kritisierte, dass man sich bei der Dimmtechnik auf einen Anbieter festlege und in veraltete Lampen investiere. An den neuen LED ließ Hellmuth Riestock (KBV) kein gutes Haar. "Wir haben den Einbau bitter bereut und viel Geld in den Sand gesetzt", beklagte der Chef der Rhinmilch GmbH: Die LED halten nicht so lange, wie von den Herstellern versprochen. Einig war sich der Ausschuss nur darin, dass trotz des Sparwillens die Laternen in Fehrbellin heller leuchten müssen. Ralf Friedrichs will demnächst hellere LED-Lampen, die in die bestehenden Laternen passen, vorstellen. Sie sollen nur 22 Watt verbrauchen.

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