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Hennigsdorfs Bürgermeister nahm letztmalig an einer Sitzung des Stadtparlaments teil

Schulz' Abschied, erster Akt

Die Abschiedssitzung: Bürgermeister Andreas Schulz (links) auf seinem Stammplatz.
Die Abschiedssitzung: Bürgermeister Andreas Schulz (links) auf seinem Stammplatz. © Foto: Ralf Nikolai
Roland Becker / 07.12.2017, 19:34 Uhr
Hennigsdorf (HGA) "Es ist eine besondere Sitzung, nicht nur weil heut Nikolaus ist", meldete sich Bürgermeister Andreas Schulz (SPD) am Mittwoch im Stadtparlament zu Wort und fügte hinzu: "Es ist meine letzte Stadtverordnetenversammlung, sofern nichts Unplanmäßiges passiert." Schulz ist bekannt dafür, dass er Gefühle eher versteckt. "Ich in nicht jemand, der vor Emotionen überschäumt", sagte er dieser Zeitung nach der Sitzung. Und er beschrieb die Ära, die im Begriff ist, zu Ende zu gehen, eher mit rational wirkenden Zahlen. Seit der Wiedererlangung der Demokratie und der Konstituierung des Stadtparlaments am 31. Mai 1990 - auf dieser Sitzung wurde Schulz auch zum Bürgermeister gewählt - habe es 237 Sitzungen gegeben. "Ich habe das spaßeshalber mal nachgerechnet", sagte er im Nachgang. In Sentimentalitäten versinke er an diesem Abend nicht, versicherte er. Und er fügte einen Satz hinzu, der als typisch Schulz gelten darf: "Ich habe alles lange genug durchdacht und emotional vorbereitet."

27 Jahre saß Schulz zur Rechten des Stadtverordnetenvorstehers. Auch wenn er nicht die Sitzungen leitete, so drückte er ihnen doch oftmals den Stempel auf. Er war es, der die Tagesordnung vorstellte und erläuterte. Und er war es, der dank seiner profunden Sachkenntnis auf viele Fragen der Abgeordneten antwortete, statt darum die Vertreter der Fachabteilungen zu bitten. Schließlich gehörte es auch zu seiner Art, mit einer manchmal leicht genervt wirkenden Antwort oder einem eindeutigen Gesichtsausdruck zu zeigen, wenn ihn eine Frage nervte.

Am Mittwoch aber dankte er, und zwar allen: den Abgeordneten, seinen Mitarbeitern und den Zuschauern. Zu Letzteren fügte er hinzu: "Die zumeist nicht sehr zahlreich erschienen."

Hennigsdorf befinde sich in einem guten, vorzeigbaren Zustand, konstatierte Schulz. Das konnte der als vorsichtiger Haushälter bekannte Bürgermeister ein letztes Mal beweisen: Der Haushaltsabschluss für 2016 beinhaltet einen Überschuss von fünf Millionen Euro.

Nicht alle spendeten dem Bürgermeister Beifall. Sowohl bei einigen Mitgliedern der Linken als auch beim Abgeordneten Uwe Goßlau (für NPD) regte sich keine Hand. Dazu bietet sich nochmals Gelegenheit, beim Neujahrsempfang am 25. Januar.

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