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"Vollkasko-Paket" für Landlehrer

Schulunterricht
Schulunterricht © Foto: dpa
Mathias Hausding / 07.12.2017, 20:06 Uhr
Potsdam (MOZ) Nachdem eine sogenannte Buschzulage für neue Landlehrer keinen Erfolg gebracht hat, will Brandenburg künftig mit einem "Vollkasko-Paket" um Pädagogen werben. Dazu soll alles gehören, was das Ankommen erleichtern kann, von der Wohnung bis zum Jobangebot für den Lebenspartner.

Seit zwei Jahren bietet das Bildungsministerium einen Zuschlag von monatlich 300 Euro, wenn Lehrer offene Stellen auf dem Land annehmen. Wie Staatssekretär Thomas Drescher am Donnerstag im Landtag erklärte, habe man allerdings im Rahmen dieses Projekts bislang "keine einzige belastbare Bewerbung" erhalten. "Für 300 Euro mehr ändert niemand seine Pläne und geht nach Wittenberge, Schwedt oder Forst", weiß Drescher inzwischen aus Gesprächen mit jungen Leuten. "Für sie zählt nur das Gesamtpaket."

Darauf werde man reagieren. "Es muss eine Willkommensinitiative geben, die die Lehrer in den Regionen an die Hand nimmt, sie begrüßt und sich um alles kümmert, was nötig ist." Jenes "Vollkasko-Paket" sei nun in Arbeit. "Das wird unser Weg sein, um Lehrer an die Peripherie zu holen." Weitere Details sowie den Zeitplan für dieses Projekt ließ Drescher zunächst offen.

Er verwies in der Sitzung des Bildungsausschusses auf weitere Initiativen gegen den Lehrermangel. So wolle man Quereinsteiger künftig besser qualifizieren. Ab 2019 sollen sie vor ihrem Start in einem dreimonatigen Seminar ausgebildet werden. An der Uni Potsdam werde zudem die Ausbildungskapazität für Pädagogen erhöht und die Abbrecherquote verringert, versprach der Staatssekretär. Der CDU-Abgeordnete Gordon Hoffmann kritisierte, dass zu diesem Punkt schon viel angekündigt, aber bislang nichts umgesetzt worden sei.

Da die Ausschusssitzung am Donnerstag eine gemeinsame mit Berliner Landespolitikern war, erinnerte der Staatssekretär daran, "dass es zwischen beiden Bundesländern einen erheblichen Konkurrenzdruck" im Werben um neue Lehrer gebe. In Berlin sind die Nöte noch größer als in Brandenburg. Während in der Mark zuletzt jeder fünfte Neu-Lehrer ein Quereinsteiger war, lag die Quote in Berlin bei 42 Prozent. Die Abgeordneten waren sich einig, dass ein Wettkampf kaum zu verhindern sei, jedes Land für sich um die besten Köpfe ringen müsse.

Immerhin sei es gelungen, den sogenannten Drehtürverbeamtungen ein Ende zu machen, wie der Berliner Staatssekretär Mark Rackles berichtete. Ein Berliner Jung-Lehrer könne nun nicht mehr nach Brandenburg gehen, sich dort verbeamten lassen und umgehend mit dem neuen Status nach Berlin zurückkehren, wo Lehrer nur angestellt sind. "Mit der Auflage, dass diese Lehrer fünf Jahre lang nicht nach Berlin zurückkehren dürfen, haben wir diesen Weg ausgetrocknet", sagte Rackles.

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