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Bürgermeister, Amtsdirektor und Landrat fordern Landesmittel für Bauprojekt zwischen Biesenthal und Eberswalde ein

Im Radwegenetz klafft eine große Lücke

Dichter Verkehr: Die L200 von Biesenthal über Melchow nach Eberswalde ist stark befahren und unfallträchtig. Einen Radweg entlang der Straße gibt es nicht. Wie gefährlich es für Radfahrer ist, die Fahrbahn zu benutzten, zeigt sich tagtäglich
Dichter Verkehr: Die L200 von Biesenthal über Melchow nach Eberswalde ist stark befahren und unfallträchtig. Einen Radweg entlang der Straße gibt es nicht. Wie gefährlich es für Radfahrer ist, die Fahrbahn zu benutzten, zeigt sich tagtäglich © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Olav Schröder / 07.12.2017, 20:10 Uhr
Biesenthal/Eberswalde (MOZ) Der Barnimer Landrat und die Verwaltungsspitzen von fünf Kommunen haben sich beim Brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke für den Bau eines Radwegs zwischen Biesenthal und Eberswalde eingesetzt.

Ein Radweg entlang der Landesstraße 200 von Biesenthal über Melchow und weiter bis in die Kreisstadt Eberswalde ist immer wieder ein Thema. Eine sichere Verbindung für Radfahrer entlang einer der Hauptsiedlungs- und damit Verkehrsachsen im Barnim wird seit Langem vermisst.

Die Bürgermeister aus Bernau und Eberswalde, André Stahl und Friedhelm Boginski, der Biesenthal-Barnimer Amtsdirektor André Nedlin, die ehrenamtlichen Bürgermeister Carsten Bruch aus Biesenthal und Ronald Kühn aus Melchow sowie Landrat Bodo Ihrke haben sich nun mit der Bitte in einem Schreiben an Ministerpräsidenten Dietmar Woidke gewandt, für den Bau des Radwegs die Mittel zur Verfügung zu stellen und den Auftrag zur Durchführung des Projekts zu erteilen.

Hintergrund des Schreibens ist die Regierungserklärung von Woidke am 15. November, in der er angekündigt hat, dass das Land mehr Mittel für den Radwegebau vorsehe. Aus diesem Grunde würden die Städte Eberswalde und Bernau, der Landkreis Barnim, das Amt Biesenthal Barnim und die Kommunen Melchow und Biesenthal die Planung und Realisierung eines straßenbegleitenden Radwegs an der L 200 anregen.

Die Strecke ist etwa zehn Kilometer lang und gilt als eine "mit Kfz-Verkehr hochbelastete Landesstraße". Sowohl starker Pkw- als auch der Lieferverkehr rollen über diese Straße. Für Radfahrer ist dann am Fahrbahnrand kaum Platz, besonders bei Gegenverkehr wird es für sie eng.

Auf diesem Abschnitt müssen nicht nur die Radverkehrsverhältnisse "wesentlich verbessert werden", fordern die Bürgermeister und Verwaltungsspitzen.

Neben der Verkehrssicherheit wird eine Reihe von weiteren Gründen für den Bau des Radweges angeführt. In den zurückliegenden Jahren wurde das Radwegenetz im Barnim zwar weiter ausgebaut, beispielsweise entlang der Bundesstraße 158. Dennoch gibt es noch große Lücken. Dazu gehört der Abschnitt zwischen Biesenthal und Eberswalde. Damit gibt es aus dem Norden gegenwärtig keine durchgehende Verbindung bis an das Mittelzentrum Bernau sowie nach Berlin, wird in dem Brief an Woidke festgehalten. Umgekehrt fehlt für Radfahrer die direkte Verbindung von Biesenthal in Richtung Kreisstadt.

Mit einer weiteren Vernetzung der Radverkehrsinfrastruktur, so das Fazit, werde "ein ganz entschiedener Beitrag zur Vermeidung von Kfz-Verkehr, zum Klima- und Umweltschutz, zur Barrierefreiheit und zur Schulwegsicherung geleistet sowie der umweltverträgliche Tourismus gefördert".

Für straßenbegleitende Radwege an Bundes- und Landesstraßen liege die Planungs- sowie Durchführungshoheit beim Land, halten die sechs Unterzeichner fest und weisen darauf hin, dass die betroffenen Kommunen sich bisher auf lange Realisierungszeiten einstellen müssen, einzelne Projekte aufgrund von Finanzierungsengpässen oft auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Ein Beispiel, wie lange es dauern kann, bis ein Radweg gebaut wird, findet sich gleichsam vor den Toren Biesenthals. Verzögerungen im Planungsverfahren und die Schaffung einer Ausweichfläche führten dazu, dass die Fertigstellung des Radwegs von Wullwinkel über rund zwei Kilometer bis nach Biesenthal trotz der Demonstrationen von mehreren hundert Radfahren bis heute nicht gebaut ist. Dabei sollte bereits 2015 Baurecht geschaffen werden.

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